SPEGLAS - Endarkenment, Being & Death
Mehr über Speglas
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 9.50
- Label:
- Trust No One Recordings
- Release:
- 27.02.2026
- Woe
- The Endarkenment
- Incessant Serverance
- Dearth
- The Spirit Postmortem
- Ailing
- Hitherto Awry
- Dies Mali
- Rage Upon The Dying Fire
Klassischer Melo Death im Expertenmodus.
Als Liebhaber des ganz frühen skandinavischen Melo Deaths erlebt man heute nur noch vergleichsweise selten diese nostalgisch-romantischen Momente, in denen eine frische Band noch einmal so weit in den Rückspiegel schaut, dass man sich wieder in die Mitte der 90er zurückversetzt fühlt und Acts wie DARK TRANQUILLITY und IN FLAMES auf nordeuropäischem Territorium und eine Truppe wie NIGHT IN GALES vor der eigenen Haustüre ihre einflussreichen Muskeln noch mal spielen lassen können. Womöglich würde man auch den Herren von SPEGLAS ein wenig Unrecht tun, würde man sie mit dem Release ihrer ersten vollwertigen Scheibe in immer mehr als zehn Jahren Bandexistenz ausschließlich in diese Richtung drücken. Doch wer die frühen Arbeiten von Stanne und Co. immer noch zu den bewegendsten Geschichten des extremeren Metals zählt und zudem doch mal gerne über den Tellerrrand schaut, der wird hier sein persönliches Hallelujah erleben. Denn "Endarkenment, Being & Death" ist melodisches Todesblei in Vollendung, angereichert mit so mancher DISSECTION-affiner Black-Metal-Phrasierung, aber gerne auch mal mit der Entschlossenheit früherer KATATONIA-Releases vollendet. Wer jetzt noch Fragen hat, der sollte sich von diesen Schweden ruckzuck mal die Messe lesen lassen.
Die erste Full-Length des 2015 gegründeten Quartetts beginnt zwar zunächst noch relativ unscheinbar, entwickelt sich dann aber zu einem Paradebeispiel dafür, wie man eine Platte wie "The Mind's I" bewundern und ehren kann, ohne daraus wesentliche Passagen zu kopieren. SPEGLAS ist so nah an den Mittneunziger-DARK TRANQUILLITY-Alben, dass man nicht nur von Ehrerbieung und Respektbekundung sprechen mag, sondern auch von einer authentischen Wiedergabe eines Sounds, den heute kaum mehr eine Band - nicht einmal THE HALO EFFECT - so astrein reproduzieren kann, und in der sich die inspirative Handschrift eines genialen Komponisten wie Jesper Strömblad so erhaben und majestätisch niederschlägt wie in kaum einem anderen Melo-Death-Release der letzten zwei Jahrzehnte. Übertrieben? Nein!
Dass SPEGLAS ganz nebenbei auch so manche modernere Note einbaut, die Scheibe stilistisch dennoch weit mehr ist als eine Gothenburg-Hommage, als solche aber dennoch einen solch betörenden Eindruck hinterlässt, ist dann schließlich der spannende Balanceakt, den die Skandinavier mit Bravour bewältigen. Da fragt man sich natürlich sofort, warum die Herren bis dato lediglich zwei EPs auf die Beine gestellt haben und ob es womöglich auch kein endgültiges Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gegeben hat. Mit einem Album wie "Endarkenment, Being & Death" begibt sich die Truppe nämliczh sofort auf die Überholspur und lässt die gesamte Genre-Prominenz mal locker auf der Strecke. Mitunter sogar die Originale...
- Note:
- 9.50
- Redakteur:
- Björn Backes


