SYSTEM OF A DOWN - System Of A Down
Mehr über System Of A Down
- Genre:
- NeoMetal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- American Records/Columbia
- Release:
- 30.06.1998
- Suite-Pee
- Know
- Sugar
- Suggestions
- Spiders
- DDevil
- Soil
- War?
- Mind
- Peephole
- CUBErt
- Darts
- P.L.U.C.K.
"Freethinkers are dangerous"!
"Armenischer Folkstanz mit Heavy-Metal-Riffs, wilden politischen Texten und Schreien - verrückte Musik". Dieses Zitat stammt von Rick Rubin, Produzent und quasi "Entdecker" von SYSTEM OF A DOWN (SOAD), ähnliche und weitere Zitate findet man zuhauf über die Anfangszeit der Band. Als das Debüt-Album am 30.06.1998 erschien, sollte die Metal-Welt nie mehr so sein wie zuvor. Dabei muss man bedenken, dass SYSTEM OF A DOWN eigentlich überhaupt nicht in die bisherige Szene gepasst hat: Groove, Riffs, Gesang und Auftreten schienen wie aus einer anderen Realität zu kommen. Doch Serj Tankian, Daron Malakian, Shavo Odadjian und John Dolmayan scherte das nicht und sie transzendierten ihre Musik über jedes Schubladendenken hinweg, hin zu einem neuen Verständnis harter Musik.
Es war eine Zeit des musikalischen Umbruchs: Nachdem der Metal fast tot war in den 90ern, sollte er durch eine Bewegung, die später als "Nu Metal" (zwischendurch u.a. auch "Nü Metal" und "New Metal") betitelt wurde, ins Leben zurückgerufen werden. In diese Lücke stieß nun SOAD. Es gab und gibt wenige Bands, die so einzigartig tönten - schaut man in die Musik härterer Gangart der 1990er, sollte vor allem an die musikalische Widerstandsfront von RAGE AGAINST THE MACHINE erinnert werden, deren Einfluss man auch auf "System Of A Down" vernimmt. Mittlerweile hat "System Of A Down" Doppel-Platin erhalten, das entspricht über 2.000.000 Verkäufen.
Das Debüt klingt noch vergleichsweise relativ wild und ungestüm (insbesondere 'Suite-Pee', 'Suggestions', 'DDevil', 'CUBErt'), die Singles, das jazz-angehauchte, durchgedrehte 'Sugar' und der Soundtrack zu "Scream 3", das düstere 'Spiders' könnten unterschiedlicher kaum sein, zeigen aber bereits die Bandbreite, die in SOAD schlummerte. Dem gegenüber steht mit 'Mind' ein über sechsminütiger, sperriger und dynamischer Brocken, die quasi "Bandhymne" 'P.L.U.C.K.' und eines meiner persönlichen Highlights, der verschrobene Walzer 'Peephole'. Ich könnte an dieser Stelle jeden einzelnen Track aufzählen, da wirklich jeder Song ein Highlight für sich ist. Man hört "System Of A Down" einfach an, dass hier vier Musiker am Werk waren, die sehr eigenständige Köpfe sind und von denen jeder seinen eigenen Stempel hinterlassen wollte. Das sollte der Band einmal zum Verhängnis werden, doch davon reden wir jetzt nicht.
Anno 2026 sehen wir SYSTEM OF A DOWN zwar immer noch auf ausgesuchten Festivals oder vereinzelten Touren spielen, die oft sofort ausverkauft sind. Das letzte Studioalbum erschien bekanntermaßen aber bereits 2005, zu groß scheinen interne Differenzen zu sein. Dass die Herren trotzdem noch über zwanzig Jahre später in aller Ohren sind, spricht Bände und ist genreübergreifend nicht vielen Acts gewährt. Leider, oder doch zum Glück, hört man mittlerweile Dreiviertel der Band mit neuer Musik nur in anderen (Solo-)Bands.
Was ich noch erwähnen möchte, ist der Sound - ich liebe ihn einfach! Roh, direkt, explosiv und mitten in die Fresse, aber dennoch hört man zu jeder Sekunde, dass hier Menschen am Werk sind; der Sound wurde nicht - wie heutzutage leider oft - totproduziert, sondern lebt, atmet, vor allem die röhrende Gitarre Malakians.
Auch wenn "System Of A Down" bereits für einen Sturm sorgte, sollte das noch gar nichts gegenüber dem Orkan sein, den "Toxicity" drei Jahre später entfachte. Doch schließen wir dieses Kapitel mit der Erkenntnis, dass "System Of A Down" in jede gut sortierte Musiksammlung gehört.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Jakob Ehmke


