THRONE OF CHAOS - Menace And Prayer
Mehr über Throne Of Chaos
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Spikefarm
- Release:
- 26.05.2000
- From Clarity To Insanity
- The Scaffold Scenario
- Cold Bits Of Fire
- Bloodstained Prophecy
- Menace And Prayer
- Synthetia
- Opus Void
- Divanity
Auch sie kamen vom Lake Bodom.
Die Finnenkombo THRONE OF CHAOS entstand ganz klar in der seinerzeitigen Euphorie über die CHILDREN OF BODOM-Alben, welche Anfang 2000 einen so verspielten Einfluss auf die Death- und Black-Metal-Szene nahmen. Auch TOC, wie sich die Band später nannte, schlitterte munter durch die Heavy-Metal-Historie, mischte flirrende Leads, schnelle Gitarrensoli, burleske Keys, preschende Drums und giftigen Gesang. Shagrath und DIMMU BORGIR schienen den Finnen auch zu gefallen. Aus all den Zutaten entstand eine richtig gute Nachbarschaftsband der Kinder vom Bodensee, welche ich damals sehr oft gehört habe.
Später sollte sich die Band progressiver gebärden, Grimmgesänge fielen weg, alles tönte harmloser, ganz nett, aber nicht mehr so schnittig. Nach drei Alben hörte man nie wieder etwas von der Band, leider. Doch "Menace And Prayer", ihr Debüt, sollte es bis heute regelmäßig in meinen CD-Player schaffen. Alexi Laiho und seine Kumpels hätten TOC lieben müssen: 'From Clarity To Insanity', 'The Scaffold Scenario' und 'Cold Bits Of Fire' knallen so derbe gut in Richtung Lake Bodom, dass es eine wahre Freude ist.
Und das Songmaterial ist sensationell gut! Die gepresste Stimme, die klasse arrangierten Zaubermelodien, die sich die Finnen da aus dem Ärmel schütteln, der Speed, das treibt uns Tränen der Freude in die Augen. Epigonen von CHILDREN OF BODOM gab es einige, THRONE OF CHAOS gehörte zu den besten. Die Finnen streifen auch gern die Grenze zum Kitsch, ohne sie aber auszureizen. Wird es zu süß, greifen sie zum Schwertchen.
Diese frech-forsche Musik hat 25 Jahre auf dem Buckel, unfassbar eigentlich. Welches Album kann schon von sich behaupten, dass jeder Track richtig geil ist? Dieses hier kann es. Die klassischen Kapriolen kringeln sich um uns herum; wollen wir einen Ton festhalten, werden bereits die nächsten Noten abgefeuert, an der Tonleiter festkrallen ist hier gar nicht möglich, schon schlittern wir talwärts, nur um mit mächtigem Zug in luftige Höhen emporgehoben zu werden. Was für ein Ritt!
Der Titeltrack 'Menace And Prayer' enthält nicht nur die legendäre Zeile 'I burnt myself at night', sondern auch einen sagenhaft geilen Part im zweiten Teil des Tracks, außerdem Solo, Leads eine Oktave hoch - Abheben Pflicht! Hier sind die Gitarren so derbe MAIDEN- und CHILDREN-lastig und dabei soooooooo gut. Im folgenden 'Synthetika' übrigens auch. In dem Song finden wir die Lieblingskinderliedpassage von Alexi. Anhören und ihr werdet verstehen! Das gitarrentechnische Lead 'Da-da-da-daaaaa' im Finale "Divanity" ist noch mal Gänsehaut pur.
Solltet ihr dieses verschollene Album irgendwo finden, kann ich euch nur raten, es rasch einzutüten. Warum KI-True Metal, wenn es solch melodische Death-/Heavy-Abräumer gab? Da bin ich oldschool: Musik muss mit Muskeln zu tun haben und das ist hier gegeben. Geil!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


