TULUS - Morbid Desires
Mehr über Tulus
- Genre:
- Black Metal / Dark Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Darkness Shall Rise Productions
- Release:
- 27.03.2026
- Salme II
- Skabb
- Tulus
- Kistesmed
- Vanvidd
- Hedengangen
- Fossegrimens Vakt
- Skauand
- Sabbat
Entschlossen und angestrengt - zwei Pole treffen aufeinander.
TULUS gehört für mich persönlich seit mehr als 30 Jahren zu den Wundertüten im extremen Metal, kann man doch nie so recht vorhersehen, wohin sich die Norweger auf ihrem jeweils aktuellen Werk bewegen werden. Von Anfang an waren Verrohung und Raserei nie ein echtes Thema bei den Brüdern im Geiste von KHOLD, sondern eher eine biestige, gallige Black 'n' Roll-Variante, die in den letzten Jahren jedoch ein wenig von ihrem Reiz verloren hat, weil die Nordeuropäer keine wirklichen Highlights mehr setzen konnten und irgendwie auch nicht mehr die Leidenschaft ausstrahlen konnten, die man zur Mitte der 90er noch innehatte.
Letzteres lässt sich für den aktuellen Silberling allerdings nicht sagen: "Morbid Desires" ist enorm bösartig, rau und verdammt dreckig, lebt von seiner entschlossenen Performance und muss sich zumindest in der frostigen Darbietung nicht sorgen, hier eine berechtigte Kritik einzufahren. Allerdings hakt es in den neuen Stücken erneut beim Songwriting, welches ein wenig chaotisch erscheint und bisweilen mehr Wert darauf legt, die Attitüde der Band in den Fokus zu rücken als die tatsächlichen musikalischen Errungenschaften.
Wenn TULUS in 'Hedengangen' beispielsweise mal den Punk rauslässt, wirkt das Ganze doch irgendwie nicht so spontan, wie es sein sollte, obschon man nie den Eindruck erhält, "Morbid Desires" würde recht kontrolliert vorwärts rennen. Und wenn die groovigen Midtempo-Parts das Zepter in die Hand nehmen, will sich auch irgendwie nicht die Bereitschaft zur Pflege der Nackenmuskulatur einstellen, weil in den meisten Tracks nichts Besonderes geschieht und im Kontrast zu den durchaus erwähnenswerten Vocals meist eher recht durchschnittliche Arrangements stehen.
TULUS hat diverse Alleinstellungsmerkmale etabliert, die man auch auf "Morbid Desires" umgehend wieder ausmachen kann, und das kann man der Band am Ende auch nicht nehmen. Die neue Platte schleppt sich aber dennoch eher mühsam voran und hat leider nicht eine Nummer am Start, die wirklich begeistern kann. Das kommt mittlerweile nicht mehr überraschend, wenngleich man sich in der Tat wünschen würde, diese einstigen Wegbereiter würden nochmal die Kurve bekommen - diesmal leider nicht.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes


