UNMOTHER - State Dependent Memory
Mehr über Unmother
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 20.02.2026
- My Armor
- Bear Hug
- Modern Dystopia
- Attiki-Victoria
- State Dependent Memory
- Magda
Black Metal ist Kunst - zumindest hier!
Es ist gar nicht mal so sehr die eher radikale Haltung von UNMOTHER, die auf dem zweiten Release der in London ansässigen Combo so richtig heraussticht, selbst wenn "State Dependent Memory" in der Tat einige recht rohe, infernale Gedanken in den musikalischen Kosmos ausstreut. Und auch die meist experimentellen Arrangements, die sich ein ganzes Stück vom konventionellen Einmaleins des modernen Schwarzmetalls distanzieren, ohne dabei den eigentlichen Geist dieser Musik aus dem Auge zu verlieren, sind nur bedingt das Salz in der Suppe der sechs neuen, durchweg überzeugenden Kompositionen. Stattdessen fasziniert ganz klar der eigenwillige Umgang mit divergierenden Stimmungen, diese stete Auseinandersetzung zwischen euphorisiernden Klangbildern in einem Track wie 'Attikki-Victoria' und der ultimativen Beklemmung in Nummern wie 'Modern Dystopia' oder 'Bear Hug', in denen die starken Kontraste trotz allem zu einer homogenen Einheit verschweißt werden, dass man hören und staunen muss, wie die Briten ihre Interpretation zeitgemäßen, anspruchsvollen Black Metals aufs Tableau bringen.
"State Dependent Memory" ist dabei zu allen nihilistischen Gefühlsäußerungen imstande, streut horroreskes Flair und introvertierte, aber manchmal auch verstörende Klangkombinationen, kann derweil aber auch finstere Melodiebögen erzeugen, um sie mit niederschmetternden, brachialen Breaks wieder brutal zu zerstören, dann aber dennoch einen kleinen Funken Hoffnung zu retten - und von dem aus generiert UNMOTHER gleich schon wieder neue gewagte Ideen mit ungewissem, aber jederzeit beeindruckendem Ausgang.
Dieses Album ist nichts für Schöngeister oder gar Liebhaber harmonischer Tonkunst, sondern eine ständige Herausforderung, die auch vor schier ätzenden Sounds und arg depressiv gefärbten tonalen Abenteuern nicht Halt macht, bis schließlich sogar ein Hauch von Avantgarde über dem Material liegt, so zum Beispiel im Titelsong. Doch was diese Band auch anpackt, hat ausnahmslos etwas sehr Elegantes, mitunter Souveränes, schlussendlich etwas sehr Kunstfertiges, mit dem UNMOTHER auf jeden Fall die Zuneigung seiner Zielgruppe zu gewinnen weiß. "State Dependent Memory" ist ein musikalisches Abenteuer mit einigen Aufregern, als solches aber zwingend zu empfehlen, wenn man von handelsüblichen Second-Wave-Verehrungen irgendwann die Nase voll hat!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


