VERMOCRACY - Of Failing And Fading
Mehr über Vermocracy
- Genre:
- (Melodic) Death Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 09.01.2026
- Burned By Promethium Flames
- I Hate
- A Sermon To The Sheep
- The Path
- Force Fed Perception
- Useful Moribund
- About Ephemerality
- Shards Of Abhorrence
- Requiem
- Spirals
Solider Death Metal ohne die großen Göteborg-Melodien.
Es ist schon ein bisschen erstaunlich, dass die Wiener VERMOCRACY bisher auf meinem musikalischen Radar noch nicht aufgetaucht sind, denn mit dem selbsterkärten Ziel, dem Melodic Death Metal der Neunziger und frühen Zweitausender zu huldigen, passt der Vierer eigentlich ganz genau in mein persönliches Beuteschema. Trotzdem sind die beiden bisherigen Langspieler "Vermocracy" (2020) und "Age Of Dysphoria" (2022) komplett an mir vorbeigegangen, sodass das nun erscheinende Drittwerk "Of Failing And Fading" meinen Erstkontakt mit den Österreichern darstellt.
Dabei macht der Opener 'Burned By Promethium Flames' dann recht schnell klar, dass sich das Quartett nicht nur von Göteborg-Größen wie IN FLAMES oder AT THE GATES hat inspirieren lassen, sondern seinen Sound auch mit viel Groove und einer derben amerikanischen Schlagseite serviert, die durchaus Kollegen wie LAMB OF GOD als Referenz auf den Plan ruft. Wer also mit einer traditionsbewussten Neuinterpretation des Gothenburg Sound gerechnet hat, der wird zumindest in Teilen enttäuscht. Denn gerade zu Beginn wuchtet sich die Nummer recht unscheinbar durch tonnenschwere Riffs und schafft es erst im hinteren Drittel mit einem melodischen Mittelteil, ein paar Widerhaken im Gedächtnis auszuwerfen und dann doch die Brücke herüber nach Schweden zu schlagen. Klanglich wird die wilde Todesstahlsause dann auch durchaus modern und mit donnerdem Klang abgebildet, sodass es an dieser Front erst einmal absolut nichts zu meckern gibt.
Nein, es bleibt eher das Songwriting, das mich zumindest über weite Strecken doch deutlich zu kalt lässt und damit verhindert, dass VERMOCRACY sich direkt einer Platz auf meinem persönlichen Merkzettel erspielt. Symptomatisch sind hier etwas Kompositonen wie die Riff-Attacke 'I Hate', 'Useful Moribund' oder 'Shards Of Abhorrence', die allesamt zwar handwerklich sauber vorgetragen werden, aber gerade im melodischen Bereich viel zu wenig Zählbares zu bieten haben, um bei mir langfristig Eindruck zu schinden. Und auch, wenn es dann mal mehr in Richtung Göteborg geht, fehlen mir oftmals die restlos zwingenden melodischen Riffs, die einen angesichts von "Of Failing And Fading" zum Wiederholungstäter vor dem heimischen Player machen könnten. So sind es am Ende auch nur 'A Sermon To The Sheep', das schöne akustische Instrumental 'Requiem' und das abschließende 'Spirals', die sich mir als glasklare Anspieltipps und Höhepunkte aufdrängen und unterstreichen, dass die Österreicher beim Songwriting noch Luft nach oben haben und nicht das volle Potential, das ganz offenkundig vorhanden ist, ausschöpfen.
Nun will ich aber auch nicht negativer klingen als nötig, denn wenn ihr euren Death Metal mit amerikanischer Wucht, modern interpretiert und mit einer guten Prise Göteborg gewürzt mögt, könnt ihr "Of Failing And Fading" definitiv einmal antesten. Um sich das Label "Melodic Death Metal" aber gänzlich zu verdienen, fehlen dem Silberling allerdings die zwingenden Melodien, Riffs und Gitarrenleads, sodass ich am Ende zwischen 6,5 und sieben Zählern schwanke, mich schlussendlich aber von der handwerklichen Qualität zur Wahl der höheren Note bewegen lasse.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


