VINEGAR HILL - Darkness Echoes
Mehr über Vinegar Hill
- Genre:
- Modern Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- FFS Labelservices
- Release:
- 28.03.2025
- Darkness Echoes
- I Am The Villain
- Traitors Call
- Mouth Of Rust
- On Fire
- The Scapegoat
- Shadows Closing In
- Renegades And Outlaws
- The Day The Sun Died
Vereinzelte Hits, insgesamt aber zu gleichförmig.
Erstmalig auf meinem musikalischen Radar tauchten die Österreicher VINEGAR HILL auf, als mein Kollege Chris Staubauch im Jahr 2022 sehr lobende Worte für das vierte Album namens "Earthbound" fand. Dass angesichts von genannten Referenzen wie ARCH ENEMY, IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY mein Interesse geweckt war, dürften regelmäßige Leser und Leserinnen unseres Magazins erahnen können. Doch auch eine gewisse Enttäuschung möchte ich nicht unterschlagen. Denn auch wenn die Göteborg-DNA durchaus vorhanden ist, interpretiert der Fünfer seine Version des Melodic Death Metals mit starker Metalcore-Schlagseite und viel Klargesang. Unterhaltsam war die Scheibe aber trotzdem, weshalb ich auch wirklich gespannt bin, was uns das Quintett nun auf dem fünften Werk "Darkness Echoes" serviert, das die Band selbst als das bisher ausgereifteste und kompromissloseste Werk der Bandgeschichte beschreibt.
Große Worte, vor allem wenn man bedenkt, dass auch das bisherige Schaffen schon unfassbar ausgereift, kompakt und auch klanglich aufgeräumt daherkam. Auch "Darkness Echoes" setzt nahtlos am qualitativen Niveau des Vorgängers an und weckt bei mir erneut primär Erinnerungen an die deutschen Kollegen DARK AGE, die ja ebenfalls ein Händchen dafür hatten, Moderne mit traditionellem Melodic Death Metal zu vermischen. Überraschend wird die klangliche Kontinuität allerdings, wenn ich mir den heftigen Besetzungsumbruch anschaue, den VINEGRAR HILL vor den Aufnahmen zu "Darkness Echoes" verkraften musste. So ist einzig und alleine Gründungsmitglied Michael Dreschnig (Gitarre, Vocals, Songwriting) von der vorherigen Besetzung übrig geblieben, der mit Thomas Kaluza (Gesang), Oliver Seebacher (Gitarre), Hannes Aigner (Bass) und Christoph Schoberl (Schlagzeug) ansonsten von einem komplett neuen Lineup unterstützt wird.
Wie erwähnt, muss man deswegen allerdings keine Abstriche machen. Im Gegenteil, schon der eröffnende Titeltrack ist mit melodischen Riffs, wuchtigen Growls, einer gewissen Epik und einem starken Refrain ein echter Ohrwurm, der Lust auf die restliche Spielzeit macht. Schade, dass 'I Am The Villain' und 'Traitors Call' das Niveau im Anschluss nicht ganz halten können. Denn auch wenn hier erneut die Refrains sitzen, bringen die Keyboards zwar epische Untertöne ein, bremsen den Schwung beider Songs aber auch etwas unnötig aus. Da macht das galoppierende 'Mouth Of Rust' schon eine deutlich bessere Figur und liefert den zweiten Anspieltipp, bevor 'On Fire' trotz guter Grundidee ein paar gesangliche Schwächen offenbart, die verhindern, dass die Hookline gänzlich zündet. Ebenfalls nutzt sich spätestens hier das Rezept, mit dem die Österreicher ihre Kompositionen brauen, ein wenig ab. Die immergleiche Kombination aus harter Strophe mit Growls und einem melodischen Refrain mitsamt Klargesang, ist nicht gerade revolutionär, schon gar nicht, wenn diese Blaupause kaum Abwechslungen erfährt. Dass 'The Day The Sun Died', das erstmalig das Schema mit durchgezogener Härte und keifenden Screams aufbricht, dann auch prompt zum dritten Höhepunkt der Scheibe wird, überrascht da nicht mehr wirklich. Trotz toller Ideen fehlt bei Tracks wie 'Shadows Closing In' zuvor eben irgendwie das Überraschungsmoment, um wirklich aus dem Gesamtkontext der Scheibe herauszustechen.
Was bleibt uns damit unter dem Strich? Nun, "Darkness Echoes" ist mit Sicherheit kein schlechtes Album, denn im Kleinkosmos betrachtet liefern die Österreicher hier handwerklich stark gemachten und kompositorisch teilweise wirklich packenden Modern Melodic Death Metal mit massiver Core-Schlagseite ab. Damit es aber zu Erfolgen auf Albumdistanz reicht und nicht nur für vereinzelte Ohrwürmer, braucht es beim nächsten Mal etwas mehr Abwechslung beim Songwriting, denn spätestens nach drei Tracks ist das Rezept auf dem fünften Langspieler zu durchschaubar und vorhersehbar, was den Hörgenuss leider doch schmälert. Sieben Zähler gehen trotzdem nach Österreich, auch wenn ich nicht ganz so begeistert bin wie Chris vom direkten Vorgänger.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs