VISERION - Fire And Blood
Mehr über Viserion
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 30.01.2026
- Fire And Blood
- Mad King
- Reign Of Fire
- Blackfyre
- Harrenhal
Hier geht noch mehr - und das will was heißen!
Es sind die wiederkehrenden Überraschungsmomente, die den neuen Rundling aus dem Hause VISERION besonders machen. Die Band von der amerikanischen Ostküste wählt einen etwas moderneren Ansatz in Sachen Black Metal, der jedoch auf den Grundfesten der nordeuropäischen zweiten Welle gründet, bemüht sich streckenweise aber nicht, aus dem zunächst limitierten Rahmen auszubrechen, den sich die Band auf "Fire And Blood" selbst gibt. Das Riffing folgt klaren, aber aufs Wesentliche beschränkten Strukturen, hier und dort blitzen auch mal ein paar markante Leads auf, während an vorderster Front alles in Grund und Boden gebrüllt wird. Das kann man so machen, allerdings nimmt man sich damit die vielfältigen Optionen, etwas mehr Spannung in die Platte zu bringen. Doch in jedem einzelnen der fünf Songs folgt dann dieses plötzliche Überraschungsmoment, in dem VISERION von konventionellem, brachialem Black Metal in den Hymnenpart umschaltet, und das ist speziell in 'Mad King' und 'Blackfyre' wirklich grandios ausgearbeitet und sorgt für unverhoffte Gänsehautmomente.
Von daher fragt man sich, warum VISERION es sich manchmal selbst so schwer macht und vermeintliche Pflichtaufgaben mit Priorität bearbeitet, statt sofort in die durchaus mögliche Kür umzuschalten. Wenn es auf "Fire And Blood" melodisch wird, klingt es sofort erhaben und majestätisch; wenn die sphärischen Inhalte etwas mehr Raum bekommen, erhalten die Songs sofort mehr Tiefe, und statt des brutalen Midtempo-Dialogs, in dem sich die Musiker nahezu permanent befinden, darf gerne auch öfter mal ein radikaler Ausbruch erfolgen, wie man ihn schließlich auch im gewitterartigen, einprägsamen 'Harrenhal' erlebt - denn hier verwandelt sich ein eigentlich anständiger, aber wenig auffälliger Release plötzlich in ein echtes Juwel!
Die Truppe aus Queens befindet sich sicherlich noch am Start ihrer Karriere, kann die Weichen aber definitiv noch einen Zacken effizienter schalten, als es auf "Fire And Blood" der Fall ist. Wobei dies am Ende Nörgeln auf allerhöchstem Niveau ist, denn jede einzelne Nummer der zweiten EP hat ihren Highlight-Augenblick und eine Reihe von euphorischen Momenten!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


