WARFIELD - With The Old Breed
Mehr über Warfield
- Genre:
- Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 04.04.2025
- Melting Mass
- Appetitive Aggression
- Soul Conqueror
- Fragmentation
- Lament Of The White Realm
- Tie The Rope
- Inhibition Atrophy
- Dogs For Defense
- GASP
- With The Old Breed
In bester Tradition!
Gut gemachte Thrash-Hausmannskost geht eigentlich immer. Wie Essen bei Mutter weiß man, was man bekommt, es mundet und mit etwas Maggi-Würze wird man an die damalige, unbeschwerte Zeit des Teenageralters zurückerinnert. Genauso verhält es sich mit "With The Old Breed" von WARFIELD. Das zweite Album der Pfälzer ist ein lauter, gewaltiger Ruck nach vorne, weiß die Trommelfelle zu malträtieren und zündet in bewährter Teutonic-Four-Manier von Anfang an. Dass sich bei Marx und den Gebrüdern Clemens allerdings auch die eine oder andere New-Yorker-Thrash-Scheibe und so manche Bay-Area-Legenden gedanklich im Proberaum verirrten, dürfte ebenso klar sein wie die Tatsache, dass die lauten Lauterer das Thrash-Genre nicht komplett auf links drehen, diesem aber eine gelungene, eigene Note verpassen.
Der Sound ist herrlich erdig, die Riffs – mal rasanter, mal gewaltiger – sägen sich durch manches Holz und Johannes hat dabei angenehm harsche Vocals, die gut zum Liedgut des Trios passen. Grundsolide, manchmal sogar herausragende Kost, wenn 'Soul Conqueror' das Grauen psychologischer Kriegsmittel oder 'Lament Of The White Realm' die frostigen Alpenschlachten des Ersten Weltkriegs thematisiert. Zumindest stilistisch bewegen sich die Jungs also nah an SODOM, aber auch PESSIMIST oder MACBETH. Dazu Ausrufezeichen wie 'Tie The Rope' mit starkem Riffing, das fast schon epochale 'GASP' sowie das titelgebende Abschlussfeuerwerk, die gemeinsam mit dem gelungenen Artwork das angesprochene Salz in der Suppe bzw. die Maggiwürze darstellen. Hier freut sich das Moshpit-Herz, hier tanzen Fans von EXODUS, KREATOR und OVERKILL auf den Tischen, hier sucht die Kritik vergeblich das Haar in der Suppe. Und zwischen den Zeilen entpuppt sich 'Inhibition Atrophy' von Mal zu Mal als immer größer werdender Ohrwurm - starkes Stück.
Wie schon gesagt, WARFIELD stellt die Szene nicht auf den Kopf, liefert jedoch ein starkes Album, dass vor kompromisslosem Riffing, brutalen Geschwindigkeitsläufen und gelungenen Tributen an die alte Schule nur so strotzt. Richtig, in der Riege der jungen Hüpfer gibt es also noch immer viele Bands, die im Stile der EXODUSse, OVERKILLs, SODOMs und DESTRUCTIONs dieser Welt ihren Heroen nicht eins zu eins nacheifern, ihnen aber das beruhigende Gefühl geben, dass irgendwann in ihrem so wohlverdienten Ruhestand noch immer zahlreiche Szene-Wegbegleiter die Flag Of Hate in den Himmel ragen.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Marcel Rapp