WHIRLWIND - 1640
Mehr über Whirlwind
- Genre:
- Heavy Rock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Dying Victims
- Release:
- 24.04.2026
- 1640 (Intro)
- Days Of Doom
- Rage Of The Conqueror
- Winds Of Ash & Dust
- Lese Majesty (Corpus de Sang)
- Through Fire And Blood
- Ready To Explode
- By The Blood In Our Veins
- Marching To Victory
Marschierender Heavy Metal mit geschichtlichem Storytelling gewünscht? Dann die Ohren hier hineinhalten!
Nachdem die Spanier mit ihrem Debütalbum "1714" auf Fighter Records überall gute bis sehr gute Resonanzen erhalten haben, legt und uns nun Dying Victim Records mit "1640" den Nachfolger in die Abspielgeräte. Thematisch geht es dieses Mal, wie die Jahreszahl bereits andeutet, um den Dreißigjährigen Krieg. Erwartungsgemäß martialisch geht es dann auch musikalisch auf der Scheibe ab.
Nach einem kurzen Intro gehen die fünf Südeuropäer mit 'Days Of Doom' gleich in die Vollen. Erinnerungen an gute alte, für mich einzig wahre, RUNNING-WILD-Frühzeiten werden wach, denn dieser Klampfensound ist schon merklich für den Hanseaten beeinflusst. Auch diese treibend-, ewig nach vorn marschierenden Rhythmen sind typische Markenzeichen vom Rolf und seiner Rasselband, die sich leider irgendwann Holzbeine und Augenklappen beim Spielen aufgesetzt hat. Aber darum soll es in diesem Review eigentlich gar nicht gehen. Es soll nur aufzeigen, dass man auch mit einer lang-anhaltenden RUNNING-WILD-Phobie an "1640" sehr viel Freude haben kann.
Der raue Gesang von Héctor Llauradó ist klar verständlich und hat mit seinem natürlichen, südländischen Akzent durchaus Wiedererkennungswert. Dann verstehen es die Spanier, alle Songs mit fast schon plakativen Hooks auszustatten, sodass man bereits beim zweiten Durchlauf mitsingen kann. Logischerweise immer mit der geballten Faust am Anschlag. Allerdings ist dies auch gleich das erste Haar in dieser sonst sehr gut gewürzten Suppe: Nach einigen Spins zeigt sich dann doch leider auch eine Abnutzungserscheinung. In der heutigen Zeit der musikalischen Überschwemmung aber nur ein kleiner Wermutstropfen, denn wer hat heut noch Zeit, ein Album so oft anzuhören, dass genau dies zum Malus werden könnte? Danke.
Aus dem durchweg starken Material herausheben möchte ich unter anderem 'Lese Majesty (Corpus De Sang)', welches vor allem durch seinen herrlichen Mittelpart besonders gelungen klingt. Auch das im Tempo deutlich flottere 'Rage Of The Conqueror' hebt sich aus der Masse deutlich positiv hervor.
Das Herzstück der Scheibe steht aber am Ende und hört auf den Namen 'Marching To Victory'. Hierbei handelt es sich um eine Dreizehn Minuten lange Nummer, die natürlich in erster Linie von der Erzählweise lebt. Die beinahe gleichförmige musikalische Untermalung ist es dann auch, die ich bereits bei ähnlich gelagerten Nummern aus hanseatischen Gefilden eher etwas zäh empfinde. Da ich aber nicht wenige Menschen kenne, die zum Beispiel 'Treasure Island' total super und kurzweilig finden, bin ich hier mit meiner Vorliebe für 84 Taktwechsel in fünf Minuten eventuell in der Minderheit. Ich stehe sehr auf die fast schon folkloristische Melodieführung über dem flotten Beat, aber für die Zeitspanne ist mir das einfach nicht abwechslungsreich genug. Knöttern auf hohem Niveau.
Unterm Strich bleibt ein Album, welches mir überraschend gut gefällt und welches hier schon etliche Runden gedreht hat. "1640" besticht mit seiner kraftvollen Eingängigkeit, die zeigt, dass man Melodien auch spielen kann, ohne gleich in den Eimer mit der Hochglanz-Politur zu treten. Alleine dafür schon mal alle Daumen hoch!
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Holger Andrae


