WINTER ETERNAL - Unveiled Nightsky
Mehr über Winter Eternal
- Genre:
- Melodic Black Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Hells Headbangers
- Release:
- 13.02.2026
- Born Of Winter's Breath
- Omen Of The Cosmic Order
- Nurtured By The Night
- Unveiled Nightsky
- Descent Into Hades Embrace
- The Deceiver's Tale
- Echoes Of A Fallen Crown
- Drifting Into The Depths Of Oblivion
Schlicht und ergreifend starker Melodic Black Metal.
Der griechische Musiker Soulreaper macht schon seit dem Jahr 2011 quasi als Ein-Mann-Projekt die Lande des melodischen Black Metals unter dem Banner WINTER ETERNAL unsicher. Es sollte allerdings bis zum Jahr 2021 dauern, bis sich der hier als Sänger, Bassist und Gitarrist agierende Musiker, der uns leider nur unter dem gerade genannten Pseudonym bekannt ist, mit dem starken Langspieler "Land Of Darkness" im Underground des Genres einen Namen machen konnte. Fünf Jahre später erscheint nun mit "Unveiled Nightsky" der fünfte Silberling der Bandgeschichte, für den erneut Session-Drummer V. Nuctemeron verpflichtet werden konnte.
Der erst einmal etwas unscheinbar wirkende Titel birgt dabei aber noch eine tiefere Bedeutung, denn bevor Soulreaper WINTER ETERNAL gründete, wagte er erste Gehversuche unter dem Bandnamen UNVEILED NIGHTSKY. Laut beiliegendem Pressetext soll der Silberling dann auch passend dazu die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Band repräsentieren. Aber keine Sorge, futuristisch ist auf "Unveiled Nightsky" eigentlich nichts, denn klanglich sucht Bandkopf Soulreaper seine Inspirationsquellen definitiv im melodischen Black Metal der Neunziger, wobei auch vereinzelte Blicke hinüber in angeschwärzte Todesstahl-Regionen durchaus eine willkommene Abwechslung darstellen.
So hakt der Opener 'Born Of Winter's Breath' dann auch recht pflichtbewusst die Trademarks des Genres ab, ohne gleichzeitig für ganz große Begeisterung zu sorgen. Wo die Musik sich erst nur solide präsentiert, trifft die Produktion der Scheibe aber deutlich mehr meinen Geschmack, denn hier gelingt der Grenzgang zwischen atmospärisch rumpelig im besten Oldschool-Sinne und doch angenehm aufgeräumt und eben nicht wie ein schlechtes Proberaum-Demo hervorragend.
Auch kompositorisch platzt mit 'Omen Of The Cosmic Order' bereits an zweiter Stelle der Trackliste der Knoten. Plötzlich sind die eisig sägenden Melodien der Gitarren nämlich unheimlich mitreißend, sodass ich fast wagen würde, von richtig fesselnden Hooklines zu sprechen, wenn so etwas im Black-Metal-Kontext nicht immer mit einer gerümpften Nase bedacht würde. Es entspricht aber der Wahrheit, denn wenn Soulreaper danach erst einmal in Fahrt ist, werfen plötzlich alle Lead-Gitarren ihre fiesen Widerhaken im Langzeitgedächnis aus und die herrlich episch-atmosphärischen Passagen, die immer wieder zur Auflockerung eingestreut werden, tun ihr Übriges dazu, die restliche Spielzeit zu einer spaßigen Achterbahnfart durch die finsteren Seiten der emotionalen Bandbreite zu machen.
Das durchweg kompakte Songwriting, das nur selten einmal die Vier-Minuten-Marke knackt und sich immer deutlich unter fünf Minuten hält, sorgt schlussendlich dafür, dass man beim Erklingen des akustischen Instrumentals 'Drifting Into The Depths Of Oblivion' fast schon ein wenig enttäuscht ist, dass der wilde Ritt schon wieder endet. Immerhin punktet der Rausschmeißer noch einmal mit tollen Celli und Violinen, die dem Track eine wunderbar düstere und bewegende Atmosphäre verpassen.
So könnte man WINTER ETERNAL am Ende wohl nur vorwefen, dass mit dem Opener wohl der schwächste Track der gesamten Platte unglücklich platziert wurde und insgesamt eben das metallische Rad nicht unbedingt neu erfunden wird. Beides stört mich persönlich allerdings nicht, denn ist "Unveiled Nightsky" einmal aus den Startblöcken gekommen, wird uns hier melodischer Black Metal in seiner schönsten Form serviert. Freunde und Freundinnen dieser Spielart sollten sich den Silberling daher unbedingt auf dem Merkzettel notieren und mal ein Ohr riskieren.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


