WORM (US) - Necropalace
Mehr über Worm (US)
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Century Media
- Release:
- 13.02.2026
- Gates To The Shadowzone (Intro)
- Necropalace
- Halls Of Weeping
- The Night Has Fangs
- Dragon Dreams
- Blackheart
- Witchmoon: The Infernal Masquerade
Spannender Prog/Black-Metal-Mix mit recht gebügelter Produktion.
Nekromantic Black Doom - nur damit ihr es mal gehört habt, so betrachten die Herrschaften von WORM ihren stilistisch recht wilden Mix aus progressivem Black Metal, symphonischem Dark Metal und melancholisch ausformulierten Gothic/Doom-Sequenzen. Im Grunde genommen könnte man allerdings auch behaupten, die mittlerweile nach Kanada ausgewanderten Herren würden um ihren durchaus anspruchsvollen und meist auch sehr ansprechenden Sound etwas zu viel Brimborium machen, denn im Grunde genommen sprechen die Stücke von "Necropalace" durchaus für sich und müssen sich vor den melodischeren Nummern aus dem DIMMU BORGIR-Katalog keinesfalls verstecken.
Weder die dominanten Keyboards, noch die manchmal recht bombastischen Vorstöße sind in irgendeiner Form störend, weil sie potenziell überladen sein könnten, und alleine damit hat das Duo schon mal einen entscheidenden Schritt gemacht, schließlich will man möglichst pompös und triumphal zelebrieren, dabei aber auch den rauen Geist des Second-Wave-Black-Metals nicht vernachlässigen. Und wenn man denn so will, dann ist das auf der neuen Scheibe durchweg sehr gut gelungen.
Tatsächlich manövriert sich WORM nämlich immer wieder aus einer sich andeutenden Bredouille heraus, indem die Band mit arg verspielten Arrangements, verzwickt intonierten Melodien und sehr wandlungsfähigen Gesangsparts den Anspruch steigert und gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, den Bombast über das eigentliche Songwriting zu stellen bzw. hier gezielt Kompensation zu betreiben. Zwar verrennt sich die Band hin und wieder auch mal in eine gewisse Orientierungslosigkeit, doch auch hier wird schnell wieder Abhilfe geschaffen, in dem plötzlich ein paar Hooklines auftauchen, die im klaren Kontrast zu den verschachtelten Strukturen solcher Nummern wie 'Blackheart' und 'The Night Has Fangs' stehen. Dass WORM schließlich Marty Friedman für einen Gastbeitrag gewinnen konnte, erscheint vor dem Hintergrund der stilistischen Eigenheiten der Band schon ein wenig seltsam. Allerdings lässt sich der einstige MEGADETH-Gitarrero nicht lange bitten und steuert zum abschließenden 'Witchmoon: The Infernal Masquerade' ein paar zu erwartende Flitzefinger bei, die das Niveau noch mal anheben.
Und ja, das technische Niveau ist hoch, die Kompositionen sind entsprechend vielschichtig, die Performance unterdessen tadellos. Dennoch bleibt am Ende ein Wermutstropfen, und das ist die arg polierte 90er-Produktion, in der die Keyboards zu viel Fläche bekommen und die Saiten zu weit hinten stehen. Das kann man natürlich immer wieder in Relation dazu sehen, wo exakt bei symphonisch angehauchtem, progressivem Black Metal die Vorlieben liegen, doch unterm Strich könnte "Necropalace" wesentlich rauer und schmutziger klingen und würde sicherlich auch noch etwas mehr Energie rauslassen. Sei's drum: Musikalisch bleibt die neue Platte eine mehr als ordentliche, der Endmix ist aber definitiv nicht das Gelbe vom Ei.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


