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AFTER ALL: Interview mit der Band

25.07.2012 | 07:30

Wenn man in den vergangenen Wochen mit solch einer Underground-Legende wie SACRED REICH auf Tour war, brennen uns natürlich einige Fragen auf der Seele. Drum sprachen wir mit den Belgien-Thrashern von AFTER ALL über eben jene Tour, das neue Studioalbum und weitere Pläne.

Hallo Freunde, Marcel von POWERMETAL.de hier. Zunächst einmal möchte ich euch für eure Zeit danken. Es ist mir eine Ehre, euch einige Fragen stellen zu können. Wie geht es euch? Seid ihr in Anbetracht des Releases eures neusten Albums schon aufgeregt? Eure Laune müsste immens sein, nicht wahr?

Hey Marcel. Vielen Dank für dein Interesse an der Band. Unser Album ist in Belgien und Holland bereits über Roadrunner Records erschienen. Natürlich sind wir glücklich, wenn wir sehen, dass Ván Records unser Album in Deutschland, Österreich und der Schweiz herausbringt – sowohl als CD-Digipack als auch auf Vinyl.

Reden wir einmal über das neue Album "Dawn Of The Enforcer". Seid ihr über das neue AFTER ALL-Produkt vollens zufrieden?

Es bestehen keine Zweifel, dass "Dawn Of The Enforcer" das bisher beste AFTER ALL-Album ist. Also sind wir sehr zufrieden damit. Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, das beste AFTER ALL-Album zu machen. Zunächst sind wir sehr glücklich über die erneute Arbeit mit Dan Swanö – seine Arbeit ist Wahnsinn. Dank ihm hat das Album einen fetten, modernen Anstrich bekommen. Zur selben Zeit hat er uns sehr viel Freiraum für unsere Dynamik gelassen. Der Sound ist heavy und tritt einem mitten ins Gesicht, ist aber auch detailiert und nicht zu aufgeblasen, so wie du es manchmal bei anderen Veröffentlichungen in diesen Tagen siehst. Die zweite Person, die ich erwähnen möchte, ist Ed Repka, von dessen Arbeit wir seit den 80ern große Fans sind, seit wir also Bands wie MEGADETH, NUCLEAR ASSAULT und TOXIK für uns entdeckten. Es war toll mit ihm zu arbeiten und über das Coverartwork zu diskutieren. Wir sind sehr stolz auf dieses, von ihm für uns geschaffene Artwork

 

Mit "Dawn Of The Enforcer" habt ihr eine richtige Thrash-Granate am Start, die auch vor rund 25 Jahren gezündet hätte. Könntest du uns etwas über den Ursprung dieser Scheibe erzählen?

Nun, es ist in der Tat schon eine Art Reise. Als wir anfingen in den späten 80er Jahren, hatten wir alle Arten von Thrash-Bands als unsere Favoriten. Ich erinnere mich, wir coverten Sachen von Bands wie KREATOR und SACRED REICH und noch schwerere Sachen wie TERRORIZER und DOOM. Im Laufe der Jahre, experimentierten wir mit verschiedenen Stilen und Einflüssen, aber ich denke; es ist sicher zu sagen, dass wir uns allmählich wieder auf unsere Thrash-Wurzeln seit dem "Mercury Rising"-Album aus dem Jahr 2003 besinnen. Seitdem kehrten wir zum Thrash zurück. Das ist unser Ding, das ist Musik, mit der wir aufgewachsen sind. Seit unserem Vorgänger "Cult Of Sin", hatten wir ein paar Rückschläge, zum Beispiel ging unsere Plattenfirma Bankrott. Es inspiriert uns allerdings nur, weiterzumachen und die besten Songs zu schreiben, die wir können. Das Ergebnis kann man auf "Dawn Of The Enforcer" hören.

 

Meine Lieblingsstücke auf eben diesem, neuen Album sind 'Demolition Course', 'Becoming The Martyr' und 'My Own Sacrifice'. Sie klingen äußerst stark und sprühen regelrecht vor Kraft, geben mir ein wohliges, nostalgisches Gefühl. Könntet ihr uns etwas über die Thematik oder das eigentliche Thema der Scheibe erzählen? Gibt es überhaupt eine Thematik hinter "Dawn Of The Enforcer"?

'Demolition Course' und 'Becoming The Marytr' wurden von Sammy (Vocals) und Frederik (Bass), also unseren neuen Mitgliedern, geschrieben. Sie inspirierten uns, härter zu arbeiten, bessere Songs zu schreiben und mehr zu thrashen. Ich finde auch, dass unsere Musik einen nostalgischen Touch hat. Schau, wir alle wuchsen mit den großen Thrash-Bands aus den 80ern auf. Das ist die Musik, die in die Köpfe und in die Herzen geht. So ist es schon offensichtlich, dass du diesen Vibe durch unsere Songs spürst und hörst. Lyrisch gibt es nicht wirklich ein Thema hinter unseren Stücken. Allerdings, es ist schon wahr, dass wir typische 80er-Jahre-Thrash-Themen für dieses Album und auch für unser neues Coverartwork aussuchten: Die Angst vor der Gedankenkontrolle, totalitäre Regime, dystopische Gesellschaften und so weiter.

Was ist der Hauptunterschied zwischen der aktuellen Scheibe und "Cult Of Sin" aus dem Jahre 2009? Als Zuhörer kann man eine gewisse Weiterentwickelung entdecken. Was können Fans vom neuen Thrash-Metal-Killer erwarten?

Nun, "Cult Of Sin" ist nach wie vor ein tolles Album. Der Hauptunterschied liegt wohl am jetzigen, total veränderten Line-Up. Unser neuer Sänger, Sammy, ist ein wahrer Old-School-Metal-Sänger, wie Rob Halford, John Cyriis oder Mike Sanders eben welche sind. Er kann aber auch schreien und grunzen. So ist es am Ende ein äußerst interessantes Resultat geworden. Auf das neue AFTER ALL-Album packten wir einfach unsere besten Sachen und hievten diese in ein höheres Level. Altbewährtes, nur besser, haha.  Die Chöre sind mächtiger, die Gitarren führen mehr, wir spielen ein wenig schneller – und die Stücke an sich gehen besser ins Ohr.

 

Piet Focroul und Erwin Casier haben die Band nach ca. 20 Jahren der Kooperation verlassen. Könntet ihr uns etwas über deren Entscheidungen bzw. Gründe für diese Entscheidungen erzählen?

Nun, 20 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Über all diese Jahre hat man eben andere Ansichten und Ideen, wenn es um geschäftliche Angelegenheiten geht. Es ging ums Touren, Radio-Airplay und all so was. Am Ende konnten wir in dieser Art nicht mehr mit Piet und Erwin zusammenarbeiten.

 

Wie fühlt es sich eigentlich an, mit solch einer großartigen Band wie SACRED REICH die Bühne zu teilen? Wie waren eure Erwartungen vor der Tour, hattet ihr eine gute Zeit? Gibt es die eine oder andere lustige Tour-Geschichte?

Als Band auf Tour sind wir mit unseren Slots sehr gesegnet. Gerade vor wenigen Wochen eröffneten wir für JUDAS PRIEST in der Lotto-Arena in Belgien. Das war die größte Show, die wir jemals gespielt haben. Lassen wir das einmal außen vor, tourten wir in den vergangenen zehn Jahren eine Menge. Letztes Jahr waren wir Teil der Killfest-Tour, zusammen mit OVERKILL, DESTRUCTION und HEATHEN. Zudem tourten wir bereits mit Bands wie ANTHRAX, KING DIAMOND, FEAR FACTORY, AGENT STEEL, TESTAMENT, EXODUS usw. Die Liste ist endlos. Im letzten Juni unternahmen wir bereits eine kleine Tour mit den Jungs von SACRED REICH, sie war wirklich äußerst cool. Die Jungs sind cool, gerammelt volle Clubs und im Großen und Ganzen herrschte immer eine recht coole Atmosphäre. Schließlich sind wir mit solchen Platten wie "Ignorance" und "Surf Nicaragua" aufgewachsen. Es war großartig, diese Jungs zu treffen und mit ihnen jeden Abend spielen zu dürfen.

 

Die letzten Worte an unsere Lesern, Thrashern und AFTER ALL-Maniacs gebühren euch. Vielen Dank für eure geopferte Zeit. Ich wünsche euch mit der neuen Scheibe ein erfolgreiches Jahr und nur das Beste. Cheers

Vielen Dank nochmal für dein Interesse an der Band. Alles, was ich tun kann, ist jeden Thrash-Fan unsere neue Scheibe ans Herz zu legen. Ihr werdet definitiv nicht enttäuscht. Wir sehen euch auf zukünftige Tourneen.

Redakteur:
Marcel Rapp

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