AGRYPNIE: Listening Session

01.01.2013 | 21:06

AGRYPNIE geben einen Vorgeschmack auf ihr neues Album "Aetas Cineris" – mit allem, was die Avantgarde-Black-Metaller um NOCTE-OBDUCTA-Sänger Torsten auszeichnet.

Ein kühler Samstagnachmittag in Ludwigsburg. Karlstraße Nummer 7, im kleinen Muskladen von Supreme-Chaos-Records-Chef Robby Beyer. Die Dame des Hauses hat Pizza gebacken, dazu wird Kaffee und "Fucking Hell"-Bier gereicht. Zwischen Vinyl-Boxen und CD-Schnäppchen zwängt sich erst die Pressemeute und später ein Dutzend ausgesuchter Fans auf zwei Bierbänke und ein Sofa, um den neuen Klängen von AGRYPNIE zu lauschen. Und wohlgemerkt unterschreitet kein Song die 8-Minuten-Marke. Sänger Torsten, Klampfer Martin und Schlagzeuger René haben die Reise ins Schwabenländle angetreten, um ein paar Takte zu erzählen. Etwa, dass manche Songideen Torsten schon vor Jahren in seiner Zeit in Sidney kamen. Black Metal zu 40 Grad im Schatten. NOCTE-Keyboarder Flange mischt seit kurzem zwar auch bei AGRYPNIE mit, ist aber an diesem Tag leider verhindert.
Dann wirft Robby die Anlage an.

1. Trümmer / Aetas Cineris
Der Opener kommt zu Beginn mit ein paar verstimmten Klavierklängen um die Ecke, gefolgt von Doublebass und den typischen lang gezogenen Melodiebögen. Ein langer Schrei, dann kreischt Torsten ("Ich habe ein bisschen experimentiert") mit sich selbst um die Wette. Ein Break, kurz Midtempo, dann leitet ein ähnlicher Rythmuswechsel wie in 'Gnosis' einen rockigen Part ein. Egal ob schwerfällige oder stampfende Abschnitte, der Opener bleibt stets intensiv und eingängig.

2. Dezember
Der fast elfminütige zweite Track erinnert zu Beginn ein wenig an ruhigeren Teil von 'Fenster zum Hof'. Langsam kommt ein zähes Doublebass hinzu, später Wawa-Gitarren und versetzt angeschlagene Riffs. Flüstern und ein Akustikpart, dann wird weiter gebollert und zum Abschluss ein langer Schrei ausgefadet.

3. Zurück
Klingt zu Beginn ähnlich wie das Instrumental '0545', ehe das Tempo anzogen und einer der wenigen waschechten Blastparts rausgehauen wird. Später werden Klavierklänge eingestreut, ebenso wie ein ruhiger Part à la 'Figur 109-3'. ehe es wieder thrashiger wird und Torsten von "zermarterten Seelen" singt. Teile des Textes hat übrigens sein Tätowierer geschrieben.

4. Kosmos [Alpha]
Ein Instrumental mit einem atmosphärischen Anfang, den Ambiente-Künstler Mathias Grassow beigesteuert hat. Die Klänge ziehen sich minutenlang in die Länge, ehe doch noch Doublebass und ein paar Gitarrenklänge einsetzen.

5. Gnosis
Kennt man schon von der vorangegangenen "Asche"-EP, ein Song über luzides Träumen. Also solches, in dem sich der Schlafende durchaus über seinen Traumzustand bewusst ist. Torsten war mit dem Gitarrensound des Originals nicht ganz zufrieden und hat die Regler diesmal einen Tick mehr auf kalt gestellt.

6. Erwachen
Ebenfalls von der EP bekannt und erscheint ebenso im etwas neuerem Soundgewand. "Den Unterschied hört man aber wahrscheinlich nur, wenn man das Original und die neue Version nebeneinander laufen lässt", meint Torsten.

7. Sinntflut
Ein elfeinhalb minütiges Monstrum, dessen Rechtschreibung im Titel durchaus so beabsichtigt ist. Nach einem ruhigeren Anfang (mit leichtem Western-Einschlag, auch wenn Torsten dem widerspricht) laden Midtempo-Doublebass, Gitarren und Keyboards zum Fußmitwippen ein. Wird live sicher bestens zum kollektiven Mitbangen und Fäusterecken geeignet sein. Danach wechseln sich schnelle und langsame Parts ab, wobei René letztere trocken als "suizidal" bezeichnet. Darüber hinaus kommen auch E-Bows zum Einsatz, spezielle Gitarreneffekte, die ein wenig wie Geigen klingen.

8. Asche
Das nächste 11-Minuten-30-Monster, das eigentlich einst für das "16[485]"-Album gedacht war. Mit einem sehr ruhigen Akustikgitarren-Beginn, gefolgt von fast schon spanischen Gitarren. Sphärische Klänge leiten zum nächsten, verträumten Gitarrenpart über. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis zum letzten Mal auf diesem Album E-Gitarren und Gesang einsetzen.

Im Anschluss fachsimpelt die versammelte Truppe noch über das Werk und vernichtet das restliche "Fucking Hell". Die einen gehen anschließend noch weiter feiern, andere müssen Sonntags arbeiten und machen sich in Torstens Wagen zurück in die hessische Heimat. Freuen darf man sich jetzt schon, wenn "Aetas Cineris" am 22. Februar in die Ladenregale kommt. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es auf der Bandhomepage zu hören.

Redakteur:
Carsten Praeg

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