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AMARAN: Interview mit Kari Kainulainen

01.01.1970 | 01:00

AMARAN sind eine der erfreulichsten Erscheinungen der letzten Monate. Der, von der zarten Stimme Johanna de Pierre getragene, Melodic-Metal weckt Erinnerungen an Acts wie SAHARA und brilliert mit 10 durch die Bank gelungenen Kompositionen. Ein guter Grund, um Bandkopf Kari mal ein paar Fragen durch die Datenleitung zu transferieren, die dieser schnell, ausführlich und nett beantwortete. Aber lest selbst.

Peter:
Da ihr für unsere Leser sicher noch ein unbeschriebenes Blatt seid, erzähle doch erst mal ein bisschen über die Geschichte der Band.

Kari:
Nun, unser Gitarrist Ronnie und ich trafen uns im Herbst 2000 hier in Stockholm, wo wir beide Philosophie studierten. Wir haben angefangen uns zu unterhalten und stellten schnell fest, dass wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Und da wir beide schon eine ganze Weile nicht mehr in einer Band gespielt haben, sagten wir uns, "Okay, machen wir was zusammen und schauen, was dabei raus kommt". Wir hatten keine konkrete Idee, was für Musik wir eigentlich machen wollten, also setzten wir uns einfach hin und schrieben Songs. Da wir beide zuvor schon in verschiedenen Metal-Bands gespielt haben – ich bei der Death-Metal-Band MOURNING SIGN, die zwei Alben auf einem italienischen Mini-Label veröffentlichten – , war es natürlich keine Überraschung, dass die Musik, die entstand, Metal war.

Wir mochten beide unser Material und beschlossen, dass es zu gut ist, um damit keine Band zu starten. Also haben wir uns nach dem Rest der Band umgesehen. Wir hatten erst einige Unstimmigkeiten, was die Vocals betraf. Ronnie wollte einen aggressiv singenden Typen, während ich lieber eine Frau wollte, da ich dachte, dass man so die Songs interessanter gestalten könne. Ich überzeugte ihn dann davon, dass er "open-minded" sein solle und so begannen wir unsere Suche nach einer Sängerin.

Meistens beginnt man ja Bands mit ein paar Freunden, aber das war bei uns anders. Wir haben Anzeigen aufgegeben und auf Annoncen geantwortet. Mikael (Bassist – d. Verf.) hatte eine sehr coole Anzeige, also hab ich ihn angerufen. Als wir eine Weile telefoniert haben, realisierte ich, dass es der selbe Mikael ist, mit dem ich schon vor Jahren in einer Cover-Band in meiner Heimatstadt gespielt habe. Was für eine kleine Welt! Wir trafen uns, und damit war er dann in der Band. Mikael ist der am meisten ausgebildete Musiker in der Band. Der Rest sind fröhliche Amateure. ;-)

Wir waren auch mit sehr vielen Sängerinnen in Kontakt, aber aus verschiedenen Gründen waren sie nicht die richtigen für die Band. Johanna hatte auch eine Anzeige geschaltet. Sie suchte zwar nicht nach einer Metal-Band, aber wir hatten eh nichts zu verlieren und so mailte ich ihr einen Link zu unseren Rough-Mixes mit der kurzen Bemerkung: "Ist das zu heavy für dich?" Sie antwortete und war interessiert es mal zu probieren. Wir trafen uns und sie sang "Imperfect". Ronnie und ich waren absolut zufrieden mit ihrer Performance und so entschieden wir uns sie in der Band aufzunehmen. Johanna hat vorher in einer Cover und einer Hip-Hop-Band gespielt, aber sie war interessiert daran, etwas neues auszuprobieren.

Dann startete die lange und ermüdende Suche nach einem Drummer. Ich denke, wir haben so ca. 15 Drummer getestet, bevor wir nach 8 Monaten mit Robin den richtigen fanden. Robin hatte etwa 2 Jahre nicht mehr gespielt, als er es mit uns erstmalig probierte. Ich hab nur gedacht, hey, er hat für eine Zeit nicht gespielt, aber er ist wirklich gut. Robin hat vorher in einer Band namens GOREMENT gespielt, die auch ein Album veröffentlicht haben. Später haben sie noch unter dem Namen PIPERS DAWN eine EP veröffentlicht.

Im Januar 2001 entschieden wir dann eine Promo mit einem Drum-Computer aufzunehmen, um einige Gigs im Sommer zu bekommen, da wir zuversichtlich waren, dass wir einen Drummer finden würden. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns auch entschieden den Namen AMARAN anzunehmen. Es ist ein hinduistisches Wort für etwas, das alles überlebt. Und wir hoffen natürlich, dass dies auch mit AMARAN der Fall sein wird. ;-)

Peter: (endlich auch mal wieder an der Reihe – d. Verf ;-))
Wie würdest Du den Sound von AMARAN beschreiben? In meinen Ohren klingt es wie SAHARA trifft Miss Scabbia von LACUNA COIL....

Kari:
Ich würde es Melodic-Metal mit cleanen Frauenvocals nennen. Wir wurden mit vielen Bands in letzter Zeit verglichen, aber wenn ich versuche objektiv zu sein, sehe ich keine Band, die einen Sound macht wie wir. Und wenn ich objektiv bin, können das andere entscheiden. ;-)

Peter:
Wovon handeln eure Lyrics?

Kari:
Der Titel des Album wurde gewählt, weil es vereint, wovon die Lyrics handeln. "A World Depraved" ist eine strange, manchmal kranke Welt und die Lyrics sind unsere persönliche Sicht der Dinge.

Peter:
Und was ist ein "Daffodil"?

Kari:
Eine Daffodil ist eine Blume und natürlich ein Song von uns, wo Johanna ihre feminine Seite zeigen kann.

Peter:
In was für einer Band wollte Johanna ursprünglich singen?

Kari:
Ich glaube, sie hat nach einer Rock-Band gesucht, aber ich denke auch, dass sie ziemlich open-minded ist, denn sonst wäre sie nicht bei uns gelandet.

Peter:
Und musstet ihr sie überzeugen für AMARAN zu singen?

Kari:
Nein, mussten wir nicht. Sie mochte die Songs von Beginn an. Die haben sie überzeugt.

Peter:
Wie steht es mit einer Tour in Deutschland? Ist da schon irgendwas bekannt?

Kari:
Wir wollen natürlich touren, aber es ist gar nicht so einfach auf eine Tour aufzuspringen, wenn man keine Bookingagentur hat. Natürlich werden Listenable uns helfen (zumindest hoffen wir das ;-)), aber sie sind auch nur die Plattenfirma. Und so weiß ich nicht, was da noch kommen wird.

Peter:
Dann sieht man euch auch auf keinem Festival?

Kari:
Richtig. Da haben wir natürlich das selbe Problem. Zumal die Veranstalter die Bands meistens schon lange vor dem Festival buchen. Aber wenn wir eine Chance kriegen, werden wir natürlich spielen.

Peter:
Was sind Deine Einflüsse?

Kari:
Ich denke, dass Musik uns unabhängig vom Genre beeinflusst. Ich meine, da gibt es so viele, verschiedene, gute Musik, und es wäre schon komisch, wenn einen das nicht beeinflussen würde. Aber wenn ich ein paar coole Metal-Bands nennen sollte, dann wären das z.B. STRAPPING YOUNG LAD, SLAYER, AT THE GATES, MESHUGGAH etc. Und ich mochte immer gitarrenorientierte Bands wie YNGWIE MALMSTEEN oder RACER X etc. Aber das ist letztendlich nicht das, was AMARAN ausmacht.

Peter:
Wie seid ihr an euern Vertrag mit Listenable gekommen?

Kari:
Wir haben unsere Promo, die ich oben erwähnt habe, an diverse Magazine geschickt. Zu unserer Überraschung bekamen wir überall gute Reviews und durch das Review im Terrorizer erwachte das Interesse von Listenable. Laurent, der Labelboss, nahm Kontakt mit uns auf und wir sandten auch ihm die Promo. Er mochte sie sehr gerne und wollte uns unter Vertrag nehmen. Er hat uns einen fairen Vertrag angeboten, den wir unterschrieben haben. Wir hätten auch beim Major Pavement unterschreiben können, aber das haben wir abgelehnt.

Peter:
Wie sind denn die Reaktionen bislang auf "A World Depraved"?

Kari:
Die sind wirklich sehr gut! Aber das sind nur die Reviews. Ich denke, die CD steht noch nicht allzu lange in den Läden, so müssen wir abwarten, was der "normale Hörer" denkt. Ein großer Pluspunkt ist, dass alle finden, dass die Songs alle gut sind und es keine Füller gibt.

Peter:
Und wie sind Deine Erwartungen zu "A World Depraved"?

Kari:
Wir wollen einen Grundstein legen und unseren Namen weiter verbreiten, denn wir sind immer noch Newcomer. Hoffentlich können wir ein weiteres aufnehmen, aber unser primäres Hauptziel ist, so viel live zu spielen wie möglich.

Peter:
Und was sind Deine Ziele mit AMARAN?

Kari:
Das erste Ziel ist und wird immer sein gute Musik zu machen. Wir machen die Musik in erster Linie für uns, und wenn Leute sie mögen, ist das ein schöner Bonus. Wenn Leute unsere Musik nicht mögen, dann können wir dagegen nicht viel machen. Wir werden unsere Musik nicht für sie ändern. Wenn Leute uns beachten, dann beachten wir sie auch.

Peter:
Was hältst Du von Online-Magazinen?

Kari:
Ich mag Online-Magazine! Es sind ja häufig Leute, die das aus Leidenschaft machen und nicht, weil sie dafür bezahlt werden. Na ja, vielleicht mit CD's ;-) Aber ich finde, sie sind eine gute Quelle, um Informationen, News etc. über Bands und Releases zu bekommen.

Peter:
Zu guter letzt: Wer wird Weltmeister?

Kari:
Sorry, ich denke nicht, dass es Deutschland wird. Mein Tipp ist Argentinien! (daneben! ;-) – d. Verf.)

Redakteur:
Peter Kubaschk

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