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ANATHEMA: Interview mit Danny Cavanagh

07.09.2008 | 12:39

Mit "Hindsight" haben ANATHEMA eine neue Scheibe am Start, welche Akustikversionen der größten "Hits" ihres bisherigen Schaffens sowie ein neues Stück enthält. Danny Cavanagh stellte sich meinen Fragen (bis auf eine)...


Stephan:
Nach welchen Kriterien wurden die Songs für dieses Album ausgesucht?

Danny:
Das war leicht, denn ich habe mich einfach daran orientiert, welche Songs ich auf meinen Akustik-Konzerten in den letzten fünf Jahren gespielt habe. Diese Songs live zu spielen, war eine gute Hilfe, damit "Hindsight" Gestalt annehmen konnte. Zum Beispiel diese gezupfte Gitarre bei 'Are You There' entstand ohne darüber nachzudenken bei einem Konzert im letzten Jahr. Ich erinnerte mich daran und als wir das Stück aufnahmen, spielte ich es wieder auf diese Art.

Stephan:
War das eine einmalige Sache oder sind weitere Akustikausflüge zu erwarten?

Danny:
Ich denke nicht, dass wir diese Sache wiederholen werden. Es war toll, wir haben es sehr genossen, und ich denke, das Ergebnis ist großartig geworden, aber nun treten neue Ideen hervor. Die akustische Gitarre wird immer ein großer Teil von dem sein, was ich als Musiker tue und ich denke, dass ich live so etwas weiterhin spielen werde. Ein Album wie dieses bedeutet einfach nur die Songs zu ihren Wurzeln zurückzuführen.

Stephan:
Ihr habt euch entschieden, das Album zur Gänze selbst aufzunehmen und zu produzieren. Warum habt ihr euch für diese Arbeitsweise entschieden?

Danny:
Es war aus finanzieller Sicht sinnvoll, und außerdem wussten wir immer, dass wir diese Produktion spielend selbst würden bewältigen können. Les Smith hat die nötige Kompetenz mit Aufnahmetechniken und wir hatten genug Equipment, damit es funktionierte. Wie ich schon sagte, hat alles super geklappt, obwohl es länger dauerte, als wir vorher dachten.

Stephan:
Hat sich die Arbeit an dem Akustik-Album in irgendeiner Weise von den Aufnahmen eurer bisherigen Alben unterschieden?

Danny:
Es war anders aus dem Grunde, dass dieses Mal kein äußerer Einfluss vorhanden war, da keine weiteren Personen involviert waren. Ich denke, dass war ein positiver Schritt und wir werden nun das neue Album auf die selbe Weise aufnehmen. Ich denke, dass die drei Internet-Songs, die wir im letzten Jahr aufgenommen haben, uns die Gewissheit gaben, dass wir Aufnahmen auch selbstständig durchziehen können und nun entwickelt es sich so, dass die Erfahrungen, die wir mit "Hindsight" gemacht haben, uns beim nächsten Album zugute kommen werden.

Stephan:
Wie weit seid ihr mit dem neuen Studioalbum?

Danny:
Es läuft sehr gut und wir nehmen uns zwischen den Aufnahmen Zeit um Konzerte zu spielen und uns um unsere Familienangelegenheiten zu kümmern.

Stephan:
Stimmt es, dass die Scheibe "Horizons" heißen wird und gibt es eine Verbindung zwischen dem Titel und der Musik?

Danny:
Ich denke, "Horizons" ist der beste Titel, den wir bis jetzt haben, aber das kann sich trotzdem noch ändern. Wir werden es abwarten müssen. Ich würde sagen, dass das Album eine Art "spirituelles Herz" besitzt und ich glaube, dass die durch die Musik erzeugten Bilder zu Herzen gehen können, wenn man offen genug dafür ist. Für mich gesprochen würde ich sagen, vieles auf dem Album ist inspiriert von der Natur und der Energie von der Liebe zum Leben.

Stephan:
Was kannst du mir über die musikalische Ausrichtung des neuen Albums erzählen und gibt es Unterschiede zu "A Natural Disaster"?

Danny:
Die Musik ist ausladender und optimistischer. Sie ist intensiv, wunderschön, sehr emotional, erhebend, lichtdurchflutet, hat aber auch dunkle Momente; sie ist dicht, panoramisch und hat ein spirituelles Herz mit einigen Texten, die inneren Frieden fokussieren.

Stephan:
Wird das neue Album auch über kscope Music rausgebracht?

Danny:
Wenn die Platte fertig ist, werden wir mit vielen Plattenfirmen verhandeln.

Stephan:
In diesem Jahr ist Liverpool eine von drei "European Capitals Of Culture". Inwieweit wird die Liverpooler Musikszene in diesem Rahmen gefeatured und seid ihr in irgendwelche Events diesbezüglich involviert?

Danny:
Wir sind nicht an kulturellen Ereignissen in Liverpool beteiligt. Wir scheinen ein Geheimnis in Liverpool zu sein. Ich denke, unser neues Album wird den Leuten die Augen öffnen und sie erkennen lassen, dass sie hier eine gute Band haben, von der sie nichts wussten.

Stephan:
Im September werdet ihr drei Shows anlässlich des 20-jährigen Bestehens von PARADISE LOST spielen, eine davon in Deutschland (am 17.09. in der Krefelder Kulturfabrik). Worauf darf sich der Konzertbesucher freuen?

Danny:
Unser einziges Ziel ist es, die bestmöglichen Gigs zu spielen. Darüber hinaus gibt es keine besonderen Pläne.

Stephan:
Wie schätzt du PARADISE LOST im 20. Jahr ihres Bestehens ein? Waren sie ein Einfluss für ANATHEMA?

Danny:
PARADISE LOST waren ein großer Einfluss bei unserem ersten Album, aber das ist ja schon lange her. MY DYING BRIDE waren hingegen niemals ein musikalischer Einfluss für uns. Wir haben uns so sehr in eine eigene Richtung entwickelt und unser Songwriting so stark verändert, dass wir keine wirkliche musikalische Verbindung zu diesen Bands mehr fühlen. Aber es wird schön sein, die Shows in Erinnerung an die alten Zeiten zu machen. PARADISE LOST sind sehr herzliche und nette Leute und ich freue mich auch darauf, die Typen von MY DYING BRIDE mal wieder zu sehen.

(Die Frage, ob es denn möglich sei, dass Darren White bei dem Auftritt in London auf der Bühne erscheinen wird, wie es die Gerüchteküche kolportiert, hat Mr. Cavanagh übrigens schnöde ignoriert. – Anm. d. Verf.)

Stephan:
Gibt es Planungen deinerseits, etwas mit Anneke van Giersbergen aufzunehmen, nachdem du ja einige Shows mit ihr gespielt hast? Beschreib doch mal, wie die Shows mit ihr waren?

Danny:
Die Shows mit Anneke gehören zu den speziellsten Konzerten, die ich jemals gespielt habe. Sie hat viel Talent und ist zu einem echten Freund für mich geworden. Wir hoffen, dass wir diese Kombination weiterführen können und im nächsten Jahr etwas aufnehmen und wieder live spielen werden.

Stephan:
Bist du eigentlich zurzeit neben ANATHEMA noch an anderen Bandprojekten beteiligt und hast du Solo-Pläne?

Danny:
Ich habe ein Album mit meinen Freunden von LEAFBLADE fertig gestellt und ich helfe beim ANTIMATTER-Projekt aus, wenn ich benötigt werde. Sean und Michael sind sehr talentiert und ich schätze es sehr, mit ihnen zu arbeiten.

Stephan:
Welches ANATHEMA-Album bedeutet dir persönlich am meisten und weshalb?

Danny:
Die nächste Platte bedeutet mir am meisten, denn einige der Songs dokumentieren meine persönliche Reise hin zu Ausgeglichenheit, Gesundheit, Licht und Seele. Die letzten drei Jahre waren goldene Jahre für mich und auf dem neuen Album kann man auch die Auswirkung dessen auf mein Songwriting hören. Es umfasste außerdem den größten gemeinsamen Aufwand bisher und das ist ein genauso bedeutender Grund, warum es so besonders ist.

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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