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AVATAR: Interview mit Sänger Johannes Eckerström

21.02.2018 | 10:18

"Avatar Country" heißt das siebte Album der schwedischen Modern-Metal-Durchstarter AVATAR. Wir sprechen mit Sänger Johannes Michael Gustaf Eckerström natürlich über den König von Avatar Country und werfen auch einen Blick in die bunte Diskokraphie der Band.

Johannes, weil du Deutsch-Schwede bist, können wir das Interview wieder auf Deutsch führen, was zumindest für mich super entspannt ist. Wie geht es dir damit? "Ich spreche leider nicht mehr regelmäßig deutsch, aber ich versuche, die Chancen wahrzunehmen, die ich bekomme. Diese Interviews zum Beispiel sind daher gute Übungen für mich", bestärkt mich Johannes in meiner Idee.

AVATAR liefert regelmäßig, trotz andauernder Tourneen. Momentan ist man gerade sehr erfolgreich in den USA unterwegs, neue Musik, das letzte Konzeptalbum "Feathers & Flesh" ist gerade mal 20 Monate jung, da steht mit "Avatar Country" bereits das nächste Konzeptalbum in den Regalen. Wie um alles in der Welt habt ihr das geschafft? "Wir haben es geschafft, da diesmal die Vision so stark und deutlich war. "Feathers & Flesh" ist ja ein fiktionales Werk, das um Tod, Angst und Scheitern geht, nun war es an der Zeit, die Wahrheit zu sagen und dazu eben eine Geschichte über Lebendigkeit, Mut und Stärke. Wir fühlten, dass es an der Zeit war, die Grenzen von Avatar Country zu öffnen und die Wahrheit über unseren König zu erzählen." Jedoch sei die Entscheidung, ein weiteres Konzeptalbum zu schreiben nicht von vornherein gefällt worden. "Bevor wir uns entschieden haben, über Avatar Country zu erzählen, dachten wir eigentlich nicht, dass wir noch ein Konzeptalbum machen", erklärt er, "aber die Entscheidung kam dann doch sehr schnell."

AVATAR war auch immer eine Band fürs Auge und da fallen die Videos zu 'A Statue Of The King' und 'The King Wants You' schwer ins Gewicht, da sie über das Konzept "Band wird beim Spielen ihrer Songs gedreht" doch stark hinausgehen. Wer aber schreibt die Drehbücher und wie gefällt sich Gitarrist Jonas in der Rolle als Monarch? "Der König kann nicht gegen sein Schicksal kämpfen. Wenn man geboren ist, König zu sein, lebt und stirbt man als König", antwortet Herr Eckerström dem Konzept treu bleibend. Zu den Drehs äußert er sich aber genauer, so erfahre ich, dass sie zusammen die Outlines und Konzepte entwickelt haben, ein gewisser Johan die meiste Verantwortung übernahm. Leider ergibt sich mir nicht, wer Johan ist, meint er vielleicht Schlagzeuger John oder sich selbst? Ich werde ihn bei nächster Gelegenheit fragen. Auf jeden Fall ergänzt Johannes, dass er weniger Stunts als sonst machen musste: "Ich musste weder Pferde reiten, noch nass werden, so übel war es nicht."

Anschließend kommen wir zu einer etwas kritischeren Nachfrage, denn mit 'Glory To Our King', 'The King's Speech' und 'Silent Songs Of The King (Pt. 1+2)' sind vier Tracks auf "Avatar Country" enthalten, die eher als Intro, Übergang und Abschluss bezeichnet werden können. Es bleiben also noch sechs Songs, von denen zwei bereits vorab bekannt waren. War das geplant oder der Zeitplan doch zu ambitioniert geknüpft? "Wir haben ein Album gemacht, eine 43 Minuten lange Reise durch Avatar Country. Spoken Words, Instrumentals und Orchestermusik benötigen genauso viel Zeit wie ein Heavy-Metal-Lied, um gut zu werden", entgegnet er. Weiter führt er aus, dass 'Glory To Our King' weit mehr als nur ein Intro sei: "Das ist unsere Nationalhymne!" Auch bei der Frage zum Albumcover wird das Konzept nicht hintergangen: "Als wir durch das Album Leute unser Land entdecken ließen, wollten wir etwas Mystisches haben, das das Gefühl dieser Entdeckung zeigt."

Nun gut, verlassen wir jetzt aber mal Avatar Country, um einen Blick auf die Vergangenheit zu werfen. Ich bitte Johannes darum, AVATARs Alben in einer kurzen Rückschau zu kommentieren.


"Thoughts Of No Tomorrow" (2006): "Sehr ehrgeizig. Musikalisch finde ich es immer noch toll und die Schwachheiten findet man in der Produktion und vielleicht auch in manchen Texten. Ich war jung."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Thoughts_Of_No_Tomorrow,8622,9075.html

 

 

"Schlacht" (2007): "Die Veredelung davon, was wir mit "Thoughts..." angefangen haben. Die meisten Lieder sind kurz, intensiv und 'over loaded'. Ich mag es sehr."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Schlacht,10675,11125.html

 

 

 

"Avatar" (2009): "Hier haben wir was gesucht, aber wir wussten noch nicht genau was. Manche Sachen sind gut geworden, aber es leidet vor allem an dem Gefühl, dass wir eine Identität gesucht haben und uns viel zu viele Sorgen gemacht haben, was andere Leute von uns denken."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Avatar,15619,16071.html

 

 

"Black Waltz" (2012): "Hier haben wir uns gefunden."

Zum Review [welches nach der subjektiven Einschätzung des Redakteurs mindestend vier Punkte zu wenig bekommen hat; JE]: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Black_Waltz,21323,21268.html

 

 

 

"Hail The Apocalypse" (2014): "Das ist ein sehr besonderes Album, da wir es live aufgenommen haben."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Hail_The_Apocalypse,24196,24090.html

 

 

 

Feathers & Flesh (2016): "Dunkelheit. Und zwar viel mehr, als viele Leute zuerst denken."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Feathers__Flesh,28155,28136.html

 

 

 

"Avatar Country" (2018): "Glory To Our King."

Zum Review: https://powermetal.de/review/review-Avatar/Avatar_Country,32084,32097.html

 

 

 

Und zuletzt richten wir den Blick in die Zukunft: Wo würdest du denn gerne mal mit AVATAR auftreten? "Überall, wo wir noch nicht gespielt haben. Tokio, Santiago, Würzburg..."

Redakteur:
Jakob Ehmke

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