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CAESARS ROME: Interview mit Jonathan Hopkins

06.08.2011 | 14:44

Die Briten CAESARS ROME haben seit dem Release ihres Debütalbums "The Company We Keep" einiges erlebt. Es wurde sogar kurzfristig der Name der Band geändert. Was genau alles vorgefallen ist und was die Gründe für Auflösung, Namensänderung und Wiederauferstehung waren, hat uns Bandkopf Jonathan vor dem Gig zusammen mit THE INTERSPHERE erzählt.

Als die "Complexity Is Dead"-Tour beworben wurde, stand auf den Plakaten LION & THE WOLF (ex-CAESARS ROME), doch ist diese Änderung zum Zeitpunkt des Gigs bereits wieder Geschichte. Sänger Jonathan klärt auf: "Der Grund hinter der vorläufigen Namensänderung hat einen Namen: Superball Music. Im Grunde fing der Ärger schon kurz nach der Unterzeichnung des Plattenvertrags an. Wobei es nicht so ist, dass Superball Music irgendetwas getan hätte. Aber genau das war jetzt über zwei Jahre das Problem: es gab im Grunde keinerlei Kommunikation. Auf unsere e-Mails oder Anrufe wurde nie geantwortet und wir haben keinerlei Informationen über einen Status Quo bekommen. Tatsächlich war es so, dass wir den Releasetermin des Albums googlen mussten. Das war nicht unbedingt die Zusammenarbeit, die wir uns vorgestellt hatten und entsprechend frustriert waren wir. Also haben wir entschieden einen Neustart zu machen und uns umzubenennen in LION & THE WOLF, damit Superball Music mit einem zweiten Album nicht auch noch Geld mit uns verdient."


Doch dem mehr oder weniger heimlich vorgenommenen Namenswechsel folgte, was die Band nicht für möglich gehalten hatte. "Aufgrund der Passivität des Labels sind wir natürlich davon ausgegangen, dass uns nur ein kleiner innerer Zirkel kennt und so haben wir nicht viel Wind um die Namensänderung gemacht. Doch schon bald hatten wir auf der MySpace-Seite von LION & THE WOLF immer mehr Einträge im Gästebuch, die nur zwei Worte beinhalteten: CAESARS ROME. Und da haben wir festgestellt, dass es da draußen offensichtlich doch Leute gibt, denen unsere Musik etwas bedeutet. Da es zudem in Southampton einen Singer/Songwriter gibt, der auch LION & THE WOLF heißt, haben wir uns dann entschieden die aufgebaute Basis doch nicht einfach wegzuwerfen, sondern unter CAESARS ROME weiterzumachen. Wir haben einfach alles, was mit der Namensänderung zusammenhing gelöscht und so getan, als ob es niemals passiert wäre.", lacht Jonathan.

Ohne Auswirkungen auf die Musik und die Zukunft der Band bleibt dieses Label-Desaster natürlich nicht. "Das gute an dem ganzen Ärger ist, dass wir mit einer Menge Wut im Bauch ins Studio gegangen sind, um das neue Album aufzunehmen und das  Ergebnis ist viel rauer, düsterer und weniger poliert als noch auf "The Company We Keep". Ich würde sogar sagen, wir sind stärker als je zuvor. Von daher hatte diese Geschichte auch etwas Gutes. Aber wir haben unsere Lektion damit definitiv gelernt. Bevor wir wieder mit einem Label zusammenarbeiten, werden wir sehr genau analysieren, ob uns das was bringt, werden prüfen, ob wir mit den Personen klarkommen und ob sie kooperativ und kommunikativ sind. Wenn das nicht gegeben ist, machen wir eben alles selbst. Man braucht heute nicht mehr unbedingt ein Label, wenn man in unseren Dimensionen CDs verkauft." erklärt Jonathan und hat damit sicher Recht.


Überhaupt hat sich seiner Meinung nach das Bild von Musik grundsätzlich stark verändert. "Wenn man sieht, wie heute Musik konsumiert wird, muss man klar sagen, dass Musik keine Kunst mehr ist, sondern mehr eine Art Service. Die Menschen, die bereit sind für Musik oder gar ein physisches Produkt zu bezahlen, werden immer weniger. Stattdessen wird Musik umsonst gestreamt oder runtergeladen. Von daher denken wir auch darüber nach, unser nächstes Album gleich zu verschenken oder ähnlich wie RADIOHEAD die Leute so viel bezahlen zu lassen wie sie wollen. Mit dem Album an sich verdient man heute ja doch kein Geld mehr, das läuft nun einmal über Shows und Merchandise."

Welchen Weg auch immer CAESARS ROME gehen werden: man kann nur hoffen, dass in Zukunft mehr Leute von dieser talentierten Band Notiz nehmen. Der abendliche Gig überzeugt auf der kompletten Linie, zeigt allerdings auch das Dilemma mit der Plattenfirma deutlich. Wer am Merch-Stand "The Company We Keep" kaufen möchte, wird auf iTunes und andere Download-Portale verwiesen, da keine CDs vom Label für diese Tour zur Verfügung gestellt wurden. Das neue, noch unbetitelte Album ist aber bereits fertig im Kasten und man kann auf der Homepage der Band bereits den starken Song 'Traitors' umsonst runterladen.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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