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CONNER, MONTE: Interview mit Monte Conner

25.10.2005 | 14:43

Dankt NICKELBACK!

25 Jahre Roadrunner Records. 25 Jahre, in denen sich die Firma von einem winzigen holländischen Spezialisten für Importe zu einem in der Szene nicht gerade unwichtigen Indie-Label hochgearbeitet hat. Dabei war man so ziemlich an allen Szene-Explosionen beteiligt – egal ob Death, Thrash und Nu Metal oder zuletzt Metalcore. Am Ende dieses Vierteljahrhunderts Heavy Metal steht nun mit dem ROADRUNNER UNITED-Album eine musikalische Zusammenfassung dieses Zeitraums. Ein enormes Unterfangen, welches dem verantwortlichen Leiter des Mammut-Projekts, Monte Conner, die ein oder andere schlaflose Nacht bescherte. Die sehr höfliche und zuvorkommende A&R-Legende, die bei allem geschäftlichen Weitblick trotzdem auch Fan geblieben ist, stand Rede und Antwort und erklärte das Wie, Was und Warum.


Oliver:
Monte, kannst du dich erinnern, wie viele Interviews du bisher zu dem ROADRUNNER UNITED-Projekt gegeben hast?

Monte:
Das müssen so ungefähr 30 gewesen sein, und es ist komisch, aber jetzt weiß ich wirklich, was es heißt, ein Musiker zu sein, und was Jungs wie Robb (Flynn, MACHINE HEAD – Anm. d. Verf.) und Joey (Jordison, SLIPKNOT – Anm. d. Verf.) jedes Mal über sich ergehen lassen müssen, wenn sie Interviews geben. Mit der Zeit wird es ein bisschen zäh, da alle natürlich ähnliche Fragen stellen, und wenn man fünf oder sechs am Tag hat, ist es schon hart, aber bei nur zwei Terminen wie heute ist es schon noch aufregend.

Oliver:
Könntest du dich denjenigen unserer Leser, die mit dem Namen Monte Conner noch nie in Berührung gekommen sind, noch mal kurz vorstellen?

Monte:
Ich bin der Senior-Vizepräsident-A&R ("Artist & Repertoire" – Anm. d. Verf.) bei Roadrunner und nehme die Bands unter Vertrag. Außer mir gibt es noch vier oder fünf andere A&Rs, aber ich bin der, der am längsten dabei ist. Ich arbeite hier seit Dezember 1987, also knapp 18 Jahre, und habe fast alle großen Roadrunner-Bands gesignt. Von SEPULTURA und ANNIHILATOR über OBITUARY, LAST CRACK (ganz feine, leider vergessene Avantgarde-Metaller; bitte hören: "Burning Time" (1991) – Anm. d. Verf.) und DEICIDE zu LIFE OF AGONY, MACHINE HEAD, BIOHAZARD, TRIVIUM und SLIPKNOT. Bis auf KILLSWITCH ENGAGE, OPETH und NICKELBACK wahrscheinlich alle, die man so kennt.

Oliver:
Da sind eine Menge großer Namen dabei.

Monte:
Ja, das stimmt, aber es waren auch 18 Jahre.

Oliver:
Wie bist du eigentlich an den Job bei Roadrunner gekommen?

Monte:
Lass mich überlegen, also der Job ist schon irgendwie zu mir gekommen. Bevor ich bei Roadrunner anfing, arbeitete ich neun Monate bei einem kleinen Independent-Label namens Shatter Records. Wir waren eine wirklich winzige Plattenfirma, und die einzige bekannte Band, die wir unter Vertrag hatten, waren Paul Di'Annos BATTLE ZONE, deren erstes Album wir veröffentlicht hatten ("Fighting Back" (1986) – Anm. d. Verf.). Ich machte viel Radio-Promotion, wobei ich wohl einen ganz guten Job ablieferte, so dass einige Labels auf mich aufmerksam wurden. Nach diesen neun Monaten hatte ich jedenfalls Angebote von Metal Blade und Roadrunner, auch für sie Radio-Promotion zu machen. Und ich glaube, das war auch der Zeitpunkt, als ich das erste Mal mit Roadrunner in Berührung kam. Also begann ich im Dezember 1987 mit Radio-Promotion – vor allem College-Radio, nicht Metal-Radio, und nach den ersten zehn Tagen, in denen ich für Roadrunner gearbeitet hatte, verließ der damalige A&R das Label. Zu dieser Zeit waren wir nur ein kleines Büro mit fünf Leuten, und als der besagte A&R abgehauen war, guckte sich der Label-Chef die vier Verbliebenen, von denen ich der einzige Metalhead war, an und sagte dann zu mir: "Okay, du nimmst die Bands unter Vertrag." Er wusste, dass ich einen ganz guten Musikgeschmack hatte und auch dem Job des A&R nicht abgeneigt war. Und so hat er mich einfach mein Ding machen lassen, und ich nahm im ersten Jahr SEPULTURA, ANNIHILATOR und OBITUARY unter Vertrag. Alle kamen dann 1989 raus und entwickelten sich sehr gut. Man hat mich halt einfach machen lassen.

Oliver:
Ich habe über dich gelesen, dass du früher auch als DJ gearbeitet hast. Stimmt das? Und hat dir das irgendetwas für deinen heutigen Job gebracht?

Monte:
Ja, ich war DJ bei einem Radiosender, einem winzigen, winzigen, winzigen, winzigen, winzigen Uni-Sender. Es war im wahrsten Sinne des Wortes für die Leute im direkten Umfeld; dass die Kids einfach ein bisschen Musik hören konnten. Ich habe das für vier Jahre gemacht und so getan, als ob es ein wirklicher Sender sei. Ich habe Briefe an Bands wie KREATOR, SODOM, RUNNING WILD und HELLOWEEN, die alle in ihrer Anfangszeit waren, geschrieben und gefragt, ob sie mir nicht Demos schicken könnten, um sie in der Sendung zu spielen, da ich mich hauptsächlich auf Combos ohne Vertrag konzentrierte. Ich habe in dieser Zeit eine Menge Kontakte aufbauen können, und auch Bands wie SEPULTURA und ANNIHILATOR gespielt. Ich habe schon öfter Witze darüber gemacht, wenn ich drei, vier Jahre früher bei Roadrunner gelandet wäre, dass ICH dann Combos wie METALLICA, MEGADETH und SLAYER hätte signen können. Das wäre natürlich großartig gewesen. Der Radiosender war wirklich so was wie mein Trainingslager, und ich war deshalb auch am Puls der Underground-Metalszene, weil ich eben all diese Bands gespielt habe. Es gab mir die Möglichkeit, mich zu einem Experten in Sachen Speed, Thrash und Death Metal zu entwickeln, wodurch ich dann einen Fuß in die Tür der Musikindustrie bekam. Es ist vergleichbar mit Metalcore heute. Wenn du ein Metalcore-Experte bist, gibt es genug Labels, die dich gerne als A&R anstellen würden, weil es eben das Ding ist, was sich zurzeit verkauft. Damals begannen Speed, Death und Thrash Metal "big business" zu werden, und dass ich darin ein Experte war, half mir, den heutigen Job zu kriegen.

Oliver:
Bei all den verschiedenen Subgenres, die es im Heavy Metal gibt, könntest du trotzdem ein einziges Album nennen, dass für dich nach all den Jahren die Essenz dieser Stilrichtung repräsentiert, oder ist das vielleicht gar nicht möglich?

Monte:
Also, wenn es ein Roadrunner-Album sein sollte, würde ich das erste SLIPKNOT-Album nennen. Für mich ist das die einzige Platte, die sich mit "Reign In Blood" um den Thron des ultimativen Metalalbums streitet. "Reign In Blood" und die erste SLIPKNOT-Platte sind für mich gleichauf die besten Alben aller Zeiten.

Oliver:
Die allseits bekannte Download-Problematik außen vor gelassen, was hat sich deiner Meinung nach seit deinen Anfangszeiten im Musikbusiness verändert?

Monte:
Die Kosten, einer Band zum Durchbruch zu verhelfen, sind heute wesentlich höher. Es gibt so viele verschiedene Labels, und jedes Jahr kommen so an die 27.000 Platten raus, glaube ich. Das sind mehr Scheiben als jemals zuvor, und mehr Plattenfirmen konkurrieren mit Roadrunner. Damals gab es einfach nicht so viele Metal-Labels wie heute. Der Markt ist so dermaßen überschwemmt, dass es generell schwer ist, überhaupt gute Bands unter Vertrag zu nehmen, weil du mit jedem im Wettstreit stehst. Und es ist schwerer geworden, Bands zu entdecken. Um ihnen zum Durchbruch zu verhelfen, musst du Unsummen in Tourneen, Videos und Radio-Promotion investieren. Früher konnte man recht leicht eine Metalband unter Vertrag nehmen, sie günstig ein Album machen lassen, es raus bringen und mal eben so 10.000 Einheiten davon absetzen. Das ist heute wirklich anders. Ehe du dich versiehst, bist du 300.000 Dollar los. Die Kosten, die Geschäfte am Laufen zu halten, sind einfach gestiegen, während die Anzahl der Platten, die du damit verkaufst, gesunken ist.

Oliver:
Kommen wir von abgeschmierten Verkaufszahlen zu etwas Erfreulicherem: der aktuellen Geburtstagsplatte "The All-Star Sessions". Wann kam dir zum ersten Mal die Idee, das Jubiläum auf diese Art und Weise zu feiern?

Monte:
Cees Wessels, der Label-Chef, kam im Mai 2004 zu mir und gab mir den Auftrag, eine Idee auszuarbeiten, was man in diesem Jahr machen könnte, um diesen Anlass zu feiern. Alle wussten, dass wir nicht wie alle Labels einfach nur ein Box-Set machen wollten, also so ein 6-CD-Box-Set. Für die Kids ist so was viel zu teuer, und sie haben auch nicht die Zeit, um sich damit zu beschäftigen. Also wussten wir, was wir nicht machen wollten; da das zudem viel Arbeit ist, und du auch nicht genug Einheiten absetzt, dass sich das rechnet. Wir wollten was Einzigartiges machen und kamen schließlich auf die Idee des ROADRUNNER UNITED-Projekts. Ich kann mich erinnern, dass der Tag, als ich dem Label-Chef diese Idee präsentierte, sowohl einer der glücklichsten als auch einer der beängstigenden meines Lebens war. Glücklich deshalb, weil er von der Idee begeistert war, und ich wusste, dass ich meinen Job gemacht und ihm etwas gegeben hatte, das er mochte. Aber beängstigend, weil er sofort sagte: "Geh und mach die Platte." Ich wusste nicht mal, wo ich anfangen sollte. Es war so eine gigantische Aufgabe, dass der bloße Gedanke daran und die Tatsache, dass die Platte dieses Jahr rauskommen musste, mir einfach nur Angst einflößte. Glücklicherweise konnten wir die Sache bewerkstelligen. Und weißt du: Platten wie diese sehen am Anfang, wenn du sie auf dem Papier siehst, großartig aus. Du guckst dir das Konzept an und denkst: "Wow, das ist cool." Dass sich das auf dem Papier gut liest, heißt aber noch lange nicht, dass es auch gut wird, und es gibt genug Leute, die bei so einer Scheibe skeptisch sind und bezweifeln, dass sie tatsächlich gut wird – d.h., dass alles homogen klingt, dass es wie EINE Platte klingt. Und ich denke, jeder, der die Platte hört, ist geschockt, wie stark sie wirklich ist. Sie funktioniert als eine in sich geschlossene Metalscheibe.

Oliver:
Als ich zum ersten Mal das Konzept der vier "Team Captains" hörte, war ich schon sehr gespannt, wie das Resultat klingen würde. Warum hast du für diese Positionen Robert Flynn, Dino Cazares (ex-FEAR FACTORY), Joey Jordison und Matthew K. Heafy (TRIVIUM) ausgewählt?

Monte:
Das ist sehr, sehr einfach. Ich habe gewisse Regeln für die "Captains" aufgestellt. Jeder von ihnen musste vier Kriterien erfüllen. Das erste war, dass die "Captains" die Hauptsongwriter in ihren Bands sein mussten, denn wenn sie es sind, die die Songs schreiben werden, muss ich Leute auswählen, die das auch bei ihren Bands tun. Alle vier sind die Haupsongwriter in ihren Bands. Zum zweiten brauchte ich Leute, die Erfahrung im Produzieren haben, weil sie diesen Job ebenfalls ausführen sollten. Robb Flynn hatte z.B. bereits "Through The Ashes Of Empires" (das aktuelle MACHINE HEAD-Album – Anm. d. Verf.) produziert, Dino hatte BRUJERIA und einige lokale Bands aus L.A. produziert, sowie auch bei FEAR FACTORY solche Aufgaben schon übernommen, und das gleiche galt für Joey. Der Einzige, der nicht viel Erfahrung im Produzieren hatte, war Matt. Drittens wusste ich, dass ich "Stars" brauchte. Diese "Captains" mussten Leute sein, für die sich die Metalheads interessieren, weil es genau das brauchte, um die Platte zu vollenden. Typen wie Joey Jordison und die anderen SIND "Stars". Bis auf Matt sind sie alle außerordentlich bekannte Metal-Legenden. Die vierte Regel – und das ist, wo Matt ins Spiel kommt – war schließlich, dass ich Leute wollte, die verschiedene Zeitepochen der Roadrunner-History repräsentieren. Ich wollte einige "alte" Jungs, was nicht heißen soll, dass Robb und Dino super alt sind, aber sie sind seit vielen Jahren, seit den frühen 90ern, bei diesem Label. Dann wollte ich jemanden aus der jüngeren Vergangenheit, aus den späten 90ern, also Joey. Und für den Posten des vierten "Captains" schließlich wollten wir einen Frischling. Wir wollten jemanden, der total "New School" ist, jung und die Zukunft von Roadrunner repräsentiert – das war Matt.

Oliver:
Speziell auch seine Songs haben mich ziemlich umgehauen.

Monte:
Ja, ich denke, er und auch Joey sind die Dinge etwas anders angegangen. Joey hat mit SLIPKNOT ein Umfeld, wo er schon sehr kreativ sein kann, aber ich denke, er wollte etwas machen, das bei seiner Hauptband nicht möglich ist. Das gleiche gilt für Matt. Nimm nur mal die Stücke, die er geschrieben hat – und er ist gerade 19 Jahre alt: einen Black-Metal-Song, einen Stoner-Rock-Song und einen Punk-Rock-Song. Ich glaube, dass Joey und Matt diesen Anlass genutzt haben, um verschiedene Seiten von sich zu zeigen. Gut, man wusste, dass Joey einen breit gefächerten Musikgeschmack hat, was er auch mit den MURDERDOLLS (Joey spielt hier Gitarre – Anm. d. Verf.) gezeigt hat. Aber ich denke nicht, dass sich die Leute der Tiefe von Matts Persönlichkeit bewusst waren, und was er zu leisten im Stande ist.

Oliver:
Mich eingeschlossen.

Monte:
(lacht)

Oliver:
Gab es eigentlich irgendeinen Musiker, der keine Zeit für das Projekt hatte oder einfach nicht mitmachen wollte?

Monte:
Der Einzige, der uns wirklich hängengelassen hat, war Burton (C. Bell – Anm. d. Verf.) von FEAR FACTORY. Netterweise hat aber ansonsten jeder, den ich gefragt habe, sofort zugesagt. Jeder wollte mit an Bord sein. Es bedurfte auch keinerlei Überredungen. Meistens lief es folgendermaßen: "Möchtest du mitmachen?" – "Ja, großartige Idee, ich bin dabei." Es war wirklich sehr einfach.

Oliver:
In den Credits zu der ROADRUNNER UNITED-Platte wirst du als "executive producer" geführt. Könntest du uns erläutern, was genau deine Aufgaben waren?

Monte:
Normalerweise ist ein "executive producer" derjenige, der alles überwacht. Natürlich war ich es nicht, der die Songs produziert hat, und ich war auch nicht dabei, als sie aufgenommen wurden; ich aber war der General, der die Truppen führt. Ich war nicht an vorderster Front in Kämpfe verwickelt, sondern in der Kommandozentrale und habe Anweisungen gegeben. Das war mein Job als "executive producer".

Oliver:
Dieses Projekt hat fast ein Jahr deines Lebens in Beschlag genommen. Gab es jemals einen Moment, wo du alles abblasen wolltest?

Monte:
(lacht) Eigentlich nicht wirklich, denn es war eigentlich gar nicht so schwer, diese Platte zu machen. Nachdem Cees einmal gesagt hatte: "Geh und mach die Platte!", war es recht einfach, alles auf die Reihe zu bringen. Weißt du, ich habe Mathe studiert und deshalb eine sehr logische Herangehensweise an die Dinge. Ich habe mich im wahrsten Sinne des Wortes hingesetzt, und innerhalb von fünf Minuten hatte ich das Konzept mit den "Team Captains", und wie ich alles machen wollte, nämlich das Ganze auf vier Personen zu verteilen, so dass das Projekt machbar sein würde. Deshalb war der Weg, die Platte zu realisieren, eigentlich nicht so schwierig zu finden. Ich stellte zudem Laura Richardson, die Exfrau von Colin Richardson (produzierte u. a. FEAR FACTORY und SLIPKNOT – Anm. d. Verf.), als Projektkoordinatorin ein. Von ihr wusste ich, dass sie auch A&R-Erfahrung hat, und sie war meine rechte Hand. Sie kümmerte sich um den Terminplan, buchte die Studios und war äußerst wertvoll für den ganzen Ablauf – dem übrigens alle Musiker sofort zustimmten. Das einzige wirkliche Problem war der Zeitfaktor, denn wir entschieden uns, die ersten Sessions im Februar zu machen. Ich musste von Dezember bis Februar alles auf die Reihe bekommen, was mir in dieser Zeit auch andauernd durch den Kopf ging, denn die Platte musste ja dieses Jahr rauskommen, da nun mal dieses Jahr das 25-jährige Jubiläum ist. Wir standen also sehr unter Zeitdruck. Hinschmeißen wollte ich aber trotzdem nie, denn es war auch sehr aufregend und hat viel Spaß gemacht.

Oliver:
Bist du stolz darauf, was ihr geschafft habt, und wie toll das Ergebnis geworden ist?

Monte:
Ja, sehr. Als wir die Idee auf dem Papier sahen, las sich das – wie schon gesagt – sehr gut. Aber viele Dinge sehen dann in der Realität gar nicht mehr so großartig aus. Letztlich, als die Leute von dieser Platte erfuhren, gab es genügend Skeptiker, die dachten, so eine Idee würde nicht funktionieren, die Scheibe würde zerfahren klingen oder einfach nicht gut werden. Aber wenn du dir das Ergebnis mit all seinen verschiedenen Stilen anhörst, klingt sie von Anfang bis Ende wie aus einem Guss. Okay, vielleicht fällt der Track mit Daryl Palumbo (Sänger von GLASSJAW, HEAD AUTOMATICA – Anm. d. Verf.) etwas aus dem Rahmen, weil er ein bisschen leichtfüßiger ist, aber die meisten anderen Songs harmonieren sehr gut miteinander. Es gibt einfach fantastische Songs auf der Platte – wie die ersten vier oder auch 'The Rich Man'. Die meisten Songs auf dieser Scheibe sind genauso stark wie die Songs auf den jeweiligen Alben der Künstler. 'In The Fire' ist genauso gut wie alles auf der TRIVIUM-Platte ("Ascendancy" (2005) – Anm. d. Verf.), und die Robb-Flynn-Tracks könnten auch auf einem MACHINE HEAD-Album stehen.

Oliver:
Hast du eigentlich irgendwelche Lieblingstracks?

Monte:
Ich würde sagen, meine Favoriten sind die ersten sechs Songs, also 'The Dagger', 'In The Fire', 'Annihilation By The Hands Of God', 'The Enemy', 'The End' und 'Tired N' Lonely'. Das ist übrigens auch der Grund, warum diese Tracks am Anfang stehen. Aber ich denke, dass es auf der ganzen Platte keinen schlechten Song gibt.

Oliver:
Kann man so stehen lassen. Zum Schluss möchte ich dir noch drei Begriffe nennen, mit der Bitte, sie kurz zu kommentieren.

Monte:
Okay.

Oliver:
Heavy Metal.

Monte:
(überlegt lange) Es ist mein Leben. Es ist das, von dem ich besessen bin seit ich 14 Jahre alt war. Es ist das, woran ich 24 Stunden am Tag denke: Heavy Metal und Musik (lacht).

Oliver:
NICKELBACK.

Monte:
Großer, großer Erfolg für Roadrunner. NICKELBACK sind eine Band, auf die wir seit meinem Einstieg hingearbeitet haben. Es war nie unser Ziel, ausschließlich ein Label für Metalbands zu sein. Wir wollten immer eine Plattenfirma sein, die Combos verschiedener Stilrichtungen unter Vertrag nimmt. Das haben wir seit 1987 versucht, und bei NICKELBACK haben wir es das erste Mal geschafft. Dieser Riesenerfolg hat dem Label einiges an langfristigem Kapital gebracht. Und allen Metalfans, die Mist über NICKELBACK erzählen, möchte ich sagen, dass sie sich vor Augen führen sollten, dass es uns der Erfolg von NICKELBACK erlaubt, neue Metalbands zu signen und aufzubauen. Sie haben uns größer gemacht als je zuvor. Wegen Combos wie NICKELBACK sind großartige Bands wie TRIVIUM und KILLSWITCH ENGAGE überhaupt rausgekommen. Aus diesem Grund sind NICKELBACK wirklich ein gutes Thema für Metalheads; sie haben das nur noch nicht realisiert (lacht).

Oliver:
Niederlande.

Monte:
Heimat von Roadrunner Records. Heimat von Cees Wessels, dem Label-Inhaber. Es ist der Ort, wo das erste Büro von Roadrunner seine Türen öffnete. Und es ist auch nach all den Jahren immer noch der Fixpunkt dieser Plattenfirma.

Oliver:
Vielen Dank für das Interview, Monte.

Monte:
Gern geschehen. Hoffentlich müssen wir nicht wieder 25 Jahre warten, um das zu wiederholen.

Oliver:
Also an mir soll's nicht liegen...

Redakteur:
Oliver Schneider

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