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COURAGEOUS: Interview mit Chris Staubach

01.01.1970 | 01:00

Das wurde aber auch Zeit: Die Langener Power-Prog-Thrasher von COURAGEOUS haben endlich einen Plattendeal in der Tasche. Doch damit nicht genug - auch auf der POWERMETAL.de-Geburtstagsparty Night Of Power am 16.10. wird der Fünfer vertreten sein.
Aus diesem Grunde ein kleiner Plausch mit Sänger Chris:

Rouven:
Was können wir von eurem neuen Album "Inertia" erwarten? Insbesondere im Vergleich zum Vorgänger?

Chris:
Als Musiker ist das immer schwer zu sagen, aber ich denke, dass unsere neuen Songs einfach direkter, kompakter und noch vielfältiger geworden sind. Wir haben viel Wert darauf gelegt, gleich auf den Punkt zu kommen, die Songs noch melodischer zu gestalten, gleichzeitig aber die Ecken und Kanten nicht zu verlieren. Unsere Musik war ja schon immer nicht einfach zu greifen, da wir alle unsere Wurzeln in den Achtzigern haben, uns aber auch nicht vor der heutigen Zeit und ihren Möglichkeiten und Entwicklungen verschließen. Auf "Inertia" gibt es genügend Stoff zum Bangen, zum Tanzen, zum Hüpfen und zum Mitsingen. Es ist genau die richtige Mischung, denn es gibt so viel zu entdecken, dass das Album zu keiner Zeit langweilig wird.

Rouven:
Endlich, endlich, endlich habt ihr einen Deal ergattert und seid bei Mausoleum Records untergekommen. Fühlt ihr euch dort bisher wohl? Was ändert sich für euch jetzt, da ihr einen Plattenvertrag habt?

Chris:
Bisher fühlen wir uns sehr wohl. Doch jetzt beginnt ja erst die richtige Arbeit ... haha ... Die deutlichste Veränderung ist, dass wir jetzt nicht mehr alles selbst in der Hand haben, sondern uns bei fast allen Entscheidungen mit irgendwelchen Personen kurzschließen müssen. Es ist alles professioneller geworden. Gerade bei Entscheidungen, die das Business betreffen, reden nun mehrere Leute mit. Das ist für uns natürlich eine Umstellung, aber auf der anderen Seite auch sehr spannend Es gibt nun Möglichkeiten, über die wir vorher gar nicht erst nachgedacht haben.

Rouven:
Es hat sich jetzt noch ein "e" in den Bandnamen geschlichen ... wie kam es dazu? (Ja, ist jetzt orthographisch richtig, aber trotzdem ;-))

Chris:
Zunächst muss man einfach mal festhalten, dass wir seit Veröffentlichung unserer Debütscheibe "Listen" im Jahre 1999 darüber diskutieren, ob wir uns nicht lieber grammatikalisch richtig schreiben sollen. Es gab seit eben dieser Veröffentlichung immer wieder Komplikationen, speziell mit ausländischen Fans und Firmen. Irgendwie hatten wir uns aber daran gewöhnt. Als wir uns das erste Mal mit Mausoleum Records zu Vertragsverhandlungen trafen, legte uns der Boss gleich zu Beginn ans Herz, uns in Zukunft COURAGEOUS zu schreiben. Das Argument ist einfach, dass wir speziell im englischsprachigen Raum Schwierigkeiten bekommen könnten. Wenn sich eine amerikanische Band (siehe MEGADETH) grammatikalisch falsch schreibt, dann geht man davon aus, dass es Absicht ist. Einer deutschen Band unterstellt man aber schnell, dass sie einfach zu blöd ist, um ihren eigenen Bandnamen richtig zu schreiben. Wie gesagt, da wir eh schon vor jeder Veröffentlichung intern tagelange Diskussionen darüber hatten, haben wir diesmal einfach klein beigegeben. Mittlerweile habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich den Namen gar nicht mehr falsch schreiben kann ... haha.

Rouven:
Bei der Night Of Power habt ihr eine ganze Stunde Spielzeit ... was darf der Besucher da erwarten?

Chris:
Wir haben uns über die Position im Billing und die Spielzeit sehr gefreut. Natürlich stellen wir neues Material vor, und zwar gar nicht wenig. Trotzdem packen wir den einen oder anderen Klassiker wieder einmal aus. Es wird hoffentlich ein sehr abwechslungsreiches Programm, das unsere Fans und jene, die uns noch gar nicht kennen, zufrieden stellen wird. Allen können wir es natürlich nie Recht machen. Ihr könnt euch aber auf jeden Fall darauf verlassen, dass wir tierisch Gas geben und den Fans eine fette Show liefern werden.

Rouven:
Bekommen wir vielleicht auch endlich mal 'Trapped in a Corner' live auf die Lauscher?

Chris:
Mmh ... wir haben 'Trapped In A Corner' (Coverversion von DEATH) schon einige Male live gespielt. Er macht auch viel Spaß, aber eigentlich sind keine Coverversionen in unserem Set vorgesehen. Viele Leute fragen auch immer nach 'People Are People' (von der "Remember"), aber wir haben stets so wenig Spielzeit, dass wir uns lieber auf unser eigenes Material beschränken. Da reicht auch eine Spielzeit von einer Stunde nicht aus. Da müsst ihr dann wahrscheinlich doch auf unsere Release-Party kommen, wo wir eventuell den einen oder anderen Coversong auspacken werden. Übrigens nehmen wir gerade drei neue Coversongs auf, die uns schon seit langer Zeit begleiten. Wer uns kennt, der weiß, dass wir diese Nummern zu richtigen COURAGEOUS-Songs umarrangiert haben. Lasst euch einfach überraschen. Mehr will ich im Moment darüber noch nicht verraten.

Rouven:
Fühlt ihr euch im Billing stilistisch wohl?

Chris:
Ja, auf jeden Fall. Wir spielen gerne mit Bands aus unterschiedlichen Musikrichtungen zusammen. Da sind wir sehr aufgeschlossen. Das Billing ist sehr stark und mit BRAINSTORM und EKTOMORF konntet ihr zwei richtig geile Headliner gewinnen. Ich denke, jeder, der auf Heavy Metal steht, wird an diesem Tag auf seine Kosten kommen. Scheuklappenträger wird es zwar immer geben, aber damit sollte man sich nicht belasten. Es ist ein Haufen guter Bands dabei, die gerade starke Platten veröffentlicht haben und bestimmt für eine fantastische Stimmung und einen großartigen Abend sorgen werden. Wir freuen uns auf jeden Fall schon tierisch.

Rouven:
Welche Bands werdet ihr euch anschauen?

Chris:
So viele wie möglich. Natürlich freuen wir uns ganz besonders auf eben BRAINSTORM und EKTOMORF, aber auch alle anderen Bands werden wir uns, sofern es sich zeitlich einrichten lässt, anschauen. Als Georg uns gefragt hat, ob wir bei der Night Of Power mitspielen möchten, haben wir sofort zugesagt.

Rouven:
CD-Release-Partys stehen schon an, gibt es eventuell auch in Bälde eine Tour?

Chris:
Unsere offizielle Release-Party zur neuen Scheibe "Inertia" findet am Sonntag, 21. November im Nachtleben in Frankfurt am Main statt. Dort wollen wir mit allen Freunden, Fans und Pressevertretern eine große Metal-Party steigen lassen. Der Release der Scheibe wurde aber bekanntlich schon das eine oder andere Mal verschoben, so dass es für uns, aber auch für die Leute, die jetzt für uns zuständig sind, sehr schwierig war, eine gescheite Planung –speziell im Live-Bereich- hinzubekommen. Eine Tour wollen wir auf jeden Fall spielen und sind auch schon an ein paar interessanten Sachen dran. Trotzdem sind wir ja noch ein vollkommen unbekanntes Blatt, so dass sich kein Tourneeveranstalter bzw. Management einer größeren Band auf Grund von verbalen Lobeshymnen traut, uns eine definitive Zusage zu geben. Das entscheidet sich alles, wenn die Promos verschickt worden sind und die ersten Reaktionen der Presse eintreffen. Sollten diese jedoch einigermaßen positiv ausfallen, werden wir bestimmt auf Tour gehen. Im Moment sind wir gerade dabei, ein paar weitere Einzelshows zu buchen. Das haben wir auch auf einen Zeitpunkt geschoben, an dem wir sicher sein konnten, dass die Scheibe nun endgültig im November erscheint.

Rouven:
NEVERMORE in der Batschkapp: Wie war es, für ARCH ENEMY einzuspringen? Wart ihr im nachhinein zufrieden, auch mit dem Publikum?

Chris:
Es war ein fantastisches Gefühl. Wir wurden um 16 Uhr angerufen, dass wir abends vor NEVERMORE in der Batschkapp spielen könnten. Ich bin dann sofort in unser Studio gefahren, in dem gerade unsere beiden Gitarristen Parts für die neue Scheibe aufgenommen haben und überbrachte die gute Nachricht. Unser Drummer war zu diesem Zeitpunkt aber gerade zwei Autostunden von Frankfurt entfernt, ließ aber umgehend alles stehen und liegen und kam mit einem Bleifuss nach Frankfurt. Nur unser Bassist konnte nicht, da er sich eine Woche zuvor schwer an der Hand verletzt hatte. Also unseren Roadie Jesus angerufen, der sich in 1 1/2 Stunden die 6 Songs draufgeschafft hat. War ein echtes Abenteuer. Als wir ankamen war der ganze Vorraum schon mit Fans gefüllt. Die Crew von NEVERMORE hat uns aber ohne Murren geholfen und auch die Band selbst packte mit an. Erst kurz vor dem Auftritt haben wir eigentlich realisiert, dass viele Fans in der Halle vielleicht wegen ARCH ENEMY gekommen sein könnten. Wir stellten uns daraufhin auf "Buh"-Rufe, "ARCH ENEMY"-Sprechchöre und ein Pfeifkonzert ein, was im nachhinein aber unbegründet war. Das Publikum war wirklich super drauf und feierte uns die ganze Zeit. Natürlich waren einige enttäuscht, weil ARCH ENEMY nicht spielten, das hatte aber nichts mit unserer Leistung zu tun. Auch NEVERMORE standen zum größten Teil während unserer Show am Bühnenrand und bangten, prosteten uns zu oder reichten Handtücher. Es war einfach atemberaubend. Davon könnte es in Zukunft gerne ein bisschen mehr sein.

Rouven:
Nachdem der NEVERMORE-Traum erfüllt wurde: Mit welcher Band würdet ihr gerne einmal die Bretter teilen?

Chris:
Es gibt viele Bands, mit denen wir gerne mal gemeinsam auftreten möchten. Wichtig ist aber, dass auch eine gewisse Beziehung untereinander aufkommt. Es bringt uns nichts, wenn wir vom Headliner, so gut sie auch sein mögen, vor und nach der Show nichts sehen, weil sie entweder im Tourbus hocken oder sich in ihren Umkleidekabinen einschließen. Da war das mit NEVERMORE ein ganz anderes Kaliber. So muss das sein. Wir haben nachher noch T-Shirts getauscht, Fotos gemacht, stundenlang zusammen gesessen und über alles mögliche geredet. Obwohl wir also bereits einen Gig mit NEVERMORE gespielt haben, würden wir gerne mal eine ganze Tour mit den Jungs spielen. Auch gegen Konzerte mit TESTAMENT oder MACHINE HEAD hätten wir nichts einzuwenden. Wie gesagt, diese Liste ist unendlich erweiterbar. Wir hoffen wirklich, dass wir es auch im nächsten Jahr hinbekommen werden, mit unseren Freunden von VICIOUS RUMORS endlich gemeinsam auf Tour gehen zu können. Jetzt war das schon zweimal bereits fest gebucht und musste wegen der Erkrankung von Geoff wieder verschoben werden. Da bleiben wir aber am Ball.

Rouven:
Wenn eure Band eine Pizza wäre, welche Beläge müssten dann drauf sein?

Chris:
Die Pizza wäre ungenießbar ... haha ... Schauen wir mal ... Der Teig wäre eindeutig purer Heavy Metal, denn das ist es, was wir in unseren Herzen tragen. Die Soße ist dann eine Eigenkreation, die einfach entsteht, wenn alle Bandmitglieder ihre Einflüsse und Vorlieben mit einbringen. Als Belag findest du natürlich viel NEVERMORE, ab und an auch eine Scheibe MACHINE HEAD oder TESTAMENT. Ein bisschen haben wir aber auch modernen Pizzabäckern über die Schulter geschaut, die einfach das richtige Gespür für Größe und Anordnung haben. Und eins darf man nie vergessen: Das Auge isst mit. Die Pizza hätte von allem etwas, würde kräftig, pikant und würzig schmecken, auf der Zunge zergehen und nachhaltig in Erinnerung bleiben ... Wenn es nach Bassist Jürgen gehen würde, wäre wahrscheinlich ein komplettes Schnitzel drauf ... haha.

Rouven:
Noch ein paar "letzte Worte" an die Leser?

Chris:
Erst einmal hoffe ich, dass alle Leser unsere neue Scheibe "Inertia", die am 15. November offiziell auf den Markt kommen wird, antesten, die Texte und Melodien auswendig lernen und am Sonntag, 21. November bei unserer Release-Party eine große Bangerfront und bei den Refrains einen gewaltigen Chor bilden werden. Außerdem hoffe ich, dass sehr viele Metaller die Night Of Power tatkräftig mit ihrer Anwesenheit unterstützen. Gerade in der heutigen Zeit müssen wir nun Zusammenhalt zeigen. Wer noch mehr Informationen zur Band COURAGEOUS haben möchte, der sollte mal unter http://www.courageousmusic.de nachschauen. Welcome To The World Of COURAGEOUS!

Redakteur:
Rouven Dorn

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