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CRYSTAL VIPER: Interview mit Marta Kroczak-Gabriel

12.06.2009 | 11:58

POWERMETAL.de im Gespräch mit Marta, der Sängerin von CRYSTAL VIPER, über das aktuelle Langeisen "Metal Nation"

Mit "Metal Nation" ist der polnischen Metalband CRYSTAL VIPER ein tolles Album geglückt, das Fans von traditionellem Stahl à la RUNNING WILD oder alten HELLOWEEN gewürzt mit einer Prise alter IRON MAIDEN viel Freude bereiten sollte. Die kleine Frontfrau mit der großartigen Stimme - Marta Kroczak-Gabriel - gibt in den folgenden Zeilen Auskunft über das aktuelle Scheibchen der polnischen Newcomer-Band.


Martin:
Halo Marta! Ziehe doch bitte einen Vergleich von "Metal Nation" zum Vorgängeralbum "The Curse of Crystal Viper" - sowohl musikalisch als auch in Bezug auf die Produktion.

Marta:
Beides sind definitiv sehr traditionelle ausgerichtete Metal-Scheiben, deren Stücke ganz im Stil der 1980er gehalten sind. Aber es gibt schon einige Unterschiede. Ein wesentlicher Unterschied wird dir bei der Produktion auffallen, die bei "Metal Nation" moderner und härter klingt. Unser Debütalbum wurde im klassischen 80er-Stil produziert. Dieses Mal wollten wir einen anderen Sound haben, der kraftvoll, aber zur selben Zeit dennoch klassisch klingt. Unsere Vorgehensweise beim Komponieren hat sich auch ein wenig verändert. Vor allem auch deshalb, weil wir erfahrener als Musiker und Komponisten sind. Ich hatte dieses Mal einfach mehr Ideen für die Stücke und ich habe nun ein höheres Niveau als Gitarristin erreicht. Damit war es einfacher für mich, die Stücke besser zu arrangieren. Daher hörst du auf "Metal Nation" noch mehr Gitarrenmelodien und besser arrangierte Kompositionen. Ich habe erstmals auf diesem Album Orchestrationen verwandt und soweit ich informiert bin, gefallen diese unseren Fans sehr.

Martin:
Wie arbeitet ihr denn an neuen Songs für CRYSTAL VIPER? Berichte uns doch bitte etwas über die Abläufe beim Songwriting.

Marta:
Manchmal ist das mit dem Songwriting eine sehr witzige Sache, weil mir Ideen für neue Stücke immer in den denkbar ungünstigsten Momenten in den Sinn kommen. Manchmal verlasse ich dann den Linienbus, weil ich eine besonders gute Melodie in meinem Kopf habe und ich nicht möchte, dass ich sie wieder vergesse. Daher nehme ich sie mit meinem Mobiltelefon auf. Manchmal spiele ich einfach Klavier und ein neues Stück ist quasi geboren. Du wirst mir das vielleicht nicht glauben, aber es wirklich so, dass fast alle Stücke von CRYSTAL VIPER ursprünglich am Klavier entstanden. Später wurden die Stücke dann von mir an der Gitarre arrangiert. Wenn das Songwriting beendet ist sowie alle Gitarrenspuren und die anderen Instrumente aufgenommen sind, dann sende ich das Lied an die Bandmitglieder und wir arbeiten gemeinsam daran weiter. Ich bin seit jeher die Hauptkomponistin der Band, aber die anderen Jungs bringen auch einige Ideen ein.

Martin:
War es nicht recht schwierig, deinen Ehemann Bart als Produzenten für "Metal Nation" zu haben? Er ist ja ein sehr fanatischer Metalhead und wahrscheinlich kritischer als jeder andere Produzent.

Marta:
Nein, das war absolut nicht schwierig. Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten. Er kennt mich auch als Musikerin und Komponistin perfekt, so wie ich ihn als Produzenten und Manager kenne. Bart ist ein sehr, sehr guter und erfahrender Produzent, wie ich finde. Er weiß, was gut für die Band ist und er versucht immer, das Beste für CRYSTAL VIPER zu erreichen. Als Ehepartner kennen wir einander perfekt und wir wissen, was wir aneinander haben. Wir haben die Musik als gemeinsame Leidenschaft und das ist einfach großartig. Viele Dinge sind daher einfacher, viel einfacher.                                                             

Martin:
Wie kam es denn dazu, dass Andy LaRocque den Mix zur neuen Scheibe gemacht hat?

Marta:
Wir wollten, dass "Metal Nation" wesentlich heavier und auch aggressiver klingt als unser Debütalbum "The Curse Of Crystal Viper". Da Bart und Andy LaRocque sich schon sehr lange kennen und er weiß, dass Andy ein sehr guter Produzent ist, haben wir es mit ihm versucht. Andy hat seine Job perfekt erledigt. Ich könnte mir keinen besser klingenden Sound für  CRYSTAL VIPER vorstellen.

Martin
:
Ihr hattet auf "Metal Nation" auch einige Gäste, die Gitarrensoli und auch Gesang zu einigen Stücken beisteuerten. Wie kam es denn zum Gastauftritt von Lars Ramcke von STORMWARRIOR bei 'Legions Of Truth'? Wirst du denn auch auf einem Stück von STORMWARRIOR in Zukunft als Gastsängerin zu hören sein?

Marta:
Zunächst einmal muss ich sagen, dass Lars ein ganz toller Mensch ist. Bart kannte ihn bereits. Ich traf ihn auf dem Masters Of Rock Festival. 'Legions Of Truth' ist ein kraftvoller Nackenbrecher im Stil der alten HELLOWEEN mit viel Doublebass. Da Lars mit STORMWARRIOR praktisch das musikalische Vermächtnis der alten HELLOWEEN weiterführt, dachten wir, dass es keine bessere Möglichkeit gäbe, dieser großartigen Band Tribut zu zollen, als mit diesem Beitrag. Und natürlich haben wir das Stück auch gemeinsam gemacht, weil wir mit den Leuten von STORMWARRIOR befreundet sind. Die Stimme von Lars passt perfekt zu diesem Stück und 'Legions Of Truth' wäre ohne seinen Gesangsbeitrag ein ganz anderes Stück. Und was ich darüber denke, als Gast bei einer STORMWARRIOR-Scheibe mitzuwirken? Wer weiß?

Martin:
Welches der Stück des neuen Albums bedeutet dir persönlich am meisten? Und weshalb?

Marta:
Das ist echt schwierig zu sagen. Ich liebe das gesamte Album "Metal Nation" sehr. Besonders gerne singe ich 'Gladiator, Die By The Blade'. Dieser Titel hat einen sehr emotionalen Text. Wenn ich 'Gladiator...' singe, dann fühle ich mich tatsächlich so, als ob ich in einer Arena stehen würde und in das Ohr des Kämpfers "Los, kämpfe weiter. Du bist stark!" flüstern würde. Auch 'Bringer Of Light', 'Legions Of Truth' sowie 'Metal Nation' sind großartige, kraftvolle Songs. Da fällt es mir schwer, ein einzelnes Stück herauszugreifen. Ich mag sie alle sehr.

Martin:
Wie waren denn die Reaktionen, die du auf die Ballade 'Her Crimson Tears' hin bekommen hast? Du hast dieses Stück ja allein komponiert und arrangiert.

Marta:
Ja, ich habe das Lied komponiert und arrangiert. Es entstand nach der Vorproduktion zum neuen Album. Bart hat Frank Knight [X-WILD - Anm. d. Verf.] darum gebeten, Gesang beizusteuern. Das Feedback, das wir bekommen haben, war ziemlich positiv. Die Fans mögen dieses Stück und soweit ich weiß, wurde es sogar von einigen Radiosendern gespielt. Damit haben wir wohl auch neue Fans gewinnen können. Von daher sehe ich das als doppelten Erfolg.

 

Martin:
Vor wenigen Wochen hat RUNNING WILD-Boss Rolf Kasparek verlauten lassen, dass er die Band nach dem Auftritt auf dem Wacken Open Air 2009 auflösen wird. Was denkst du über seine Entscheidung? RUNNING WILD sind ja ein wichtiger musikalischer Einfluss für CRYSTAL VIPER, oder?

Marta:
Ja, man kann viele Stilelemente von RUNNING WILD auch in unserer Musik finden. Es ist immer schade, wenn eine Band sich auflöst. Manche Musiker haben das Gefühl, dass es die richtige Zeit wäre, um aufzuhören. RUNNING WILD beziehungsweise Rolf haben offenbar andere musikalische Ideen. Da gibt es doch jetzt diese Band TOXIC TASTE, oder? RUNNING WILD wird für uns immer als eine der wichtigsten Bands in der Metalszene in Erinnerung bleiben. RUNNING WILD sind einer wichtigsten musikalischen Einflüsse für CRYSTAL VIPER, keine Frage.

Martin:
Ich hatte CRYSTAL VIPER live als Support von ANVIL am 01.09.2007 in Würzburg gesehen. Jetzt im Sommer spielt ihr auf dem Magic Circle Festival vor Tausenden Metalheads, was ja schon ein deutlicher Kontrast ist. Trittst du lieber in kleinen Clubs mit CRYSTAL VIPER auf oder performt ihr lieber auf den Bühnen großer Festivals?

Marta:
Ich liebe es geradezu, in kleinen Clubs aufzutreten, da die Atmosphäre dort großartig ist. Normalerweise sind bei den kleineren Shows auch viele Leute, die unsere Songs kennen und unsere Musik wirklich mögen. Sie singen die Stücke mit und so weiter. Wenn man auf einem großen Festival spielt, dann sind dort viele Leute, die noch nie etwas von CRYSTAL VIPER gehört haben und wir müssen uns unseren Platz dort vor den Fans erspielen. Aber wir finden überall Fans unserer Musik. Uns sind die Fans am wichtigsten. Egal ob wir vor 100 Leuten oder vor 10.000 spielen, wir werden stets mit der gleichen Leidenschaft spielen. Wir wollen immer die bestmögliche Show abliefern!

 

Martin:
Ich gebe dir jetzt mal einige Stichwörter und stelle dir einige Fragen. Sag mir doch bitte spontan was dir zu diesen Stichwörtern einfällt.

- HAMMERFALL ?

Marta:
Großartige Band mit einem guten Sänger. Ihre Lieder haben wirklich eingängige Melodien.

- Metalszene in Polen?

Marta:
Sie ist sehr stark und wir haben sehr viele Bands. Aber ich würde sagen, dass wir fast nur Bands im extremen Bereich haben. Wir haben fast keine traditionellen Metalbands.

- Ann Boleyn (HELLION)?

Marta:
Die weibliche Ausgabe von Ronnie James Dio!

- Dein schlimmster Albtraum?

Marta:
Ich denke über schlimme Dinge nicht nach. Es ist wichtig, immer optimistisch zu denken.

- Metal bedeutet für mich...?

Marta:
Metal ist für mich eine Lebensart.

Martin:
Oliver Weinsheimer und Tarek Maghary haben im Jahr 2003 das Keep It True-Festival (KIT) ins Leben gerufen, das sich inzwischen zu einem der wichtigsten Festivals für Fans von klassischem Metal in Europa entwickelt hat. Ihr werdet im April 2010 auf dem KIT auftreten. Fühlt ihr euch geehrt?

Marta:
Natürlich! Wir fühlten uns geehrt, als wir die Einladung bekamen, dort zu spielen. Es war übrigens die zweite Einladung, die wir bekommen haben. Er hatte ja am 01.09.2007 die Show mit ANVIL in Würzburg organisiert. Nächstes Jahr werden wir die Bühne mit einigen großartigen Metal-Helden teilen. Ich kann diesen Tag kaum erwarten! Der Auftritt beim KIT wird unser nächster Auftritt in Deutschland sein.

Martin:
Hast du noch eine Message für die deutschen Fans und die Leser von POWERMETAL.de?

Marta:
Danke, dass ihr CRYSTAL VIPER zur Seite steht! Werft ein gutes Metal-Album in euren CD-Spieler, dreht auf maximale Lautstärke und lasst eure Nachbarn mal etwas gute Musik hören! Ich hoffe, euch bald zu einmal zu treffen. Heavy Metal is the law! KEEP IT METAL!

Redakteur:
Martin Loga

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