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DARK ZODIAK: Interview mit Dieter Schwarz

27.12.2020 | 14:16

Das Erscheinen eines neuen Albums des süddeutschen Metal-Quintetts DARK ZODIAK ist Anlass für einen Austausch mit Dieter Schwarz, dem Drummer und Songwriter der Band. Wie das neue Album beweist, hat die Band den bereits 2017 mit dem Vorgängerwerk "Landscapes Of Our Soul" eingeschlagenen Weg hin zu einer konsequenten Mischung aus Death- und Thrash-Metal-Elementen fortgesetzt.

Als mir mit "Ophiuchus – The Thirteenth Sign Of Zodiac" die insgesamt vierte Veröffentlichung der baden-württembergischen Death/Thrash-Formation DARK ZODIAK ins Haus gesegelt ist, hat mich das zunächst veranlasst, mich noch einmal an die vorangegangenen Werke des Fünfers aus Eggingen am südlichsten Rand von Deutschland zu erinnern.

"Bedauerlich, aber es reißt leider nicht mit", war mein wenig enthusiastisches Urteil hinsichtlich der im April 2013 von DARK ZODIAK vorgelegten EP mit dem Titel "Throwing Stones". Wenig eingängig für eine Melodic-Death-Scheibe, fand ich damals. Ja, tatsächlich: DARK ZODIAK wurde damals unter dem Label Melodic Death Metal geführt.

"Die Erstbesetzung und auch folgende waren ja immer wieder bunt zusammengewürfelte Musiker, nicht alles Vollblut-Metaller", bewertet Dieter Schwarz, Schlagzeuger und Komponist der Band, die damalige Phase. "Daher musste man sich schon erst finden. Jetzt bestimmen ganz klar mein Riffing und Simones Death-Metal-Stimme das Genre. Und wir fühlen uns alle sehr wohl damit."

Über zwei weitere Alben in den Jahren 2014 ("See You In Hell") und 2017 ("Landscapes Of Our Soul") bis hin zur neuesten Scheibe "Ophiuchus" hat das Quintett sich einem überzeugenden Death/Thrash Metal zugewandt. Schon zu Beginn im Jahre 2011 hatte die Band sich für eine weibliche Gesangsstimme, seinerzeit noch mit Lucie Werlen besetzt, entschieden. Ende 2013 wurde sie von Simone Schwarz ersetzt, die bis heute dabei ist, aber seit Februar 2020 nicht mehr die einzige Frau der Truppe ist. Denn auf dem aktuellen Album ist erstmals Steffi Bergmann als Bassistin zu hören, die den Platz von Sebastian Rosa eingenommen hat, der sich zu Jahresbeginn aus persönlichen Gründen aus der Band verabschiedet hat. Auf das Songwriting hatte Steffi allerdings keinen Einfluss.

"Bis Steffi unser altes Set drin hatte, waren die neuen Songs schon fertig", verrät mir Dieter, "ein, zwei Songs sind schon vor über einem Jahr entstanden, so zwischen der Konzertsaison. Danach habe ich mich intensiv für ein paar Monate in mein Musikzimmer gesetzt und mit Leidenschaft das komplette Werk komponiert. Anschließend folgten Texte und Gesangslinien von Simone, dann Recording und Feinschliff. Insgesamt hat das wohl sieben Monate gedauert."

Zehn Tracks finden sich auf dem neuen Album mit dem aus der Welt der Astrologie entlehnten Namen Ophiuchus. Das geheimnisvolle Wort bezeichnet das 13. Sternzeichen, von dem sich manch einer fragt, ob es tatsächlich vorhanden ist.  Dieter und seine Mitstreiter hat diese Frage weniger beschäftigt, aber die Mythologie hinter dem Ophiuchus war dennoch nicht ganz unwichtig bei der Namenswahl für das Album.

"Wenn man schon DARK ZODIAK heißt, drängt sich das Thema des 13. Sternzeichens ja förmlich auf", erläutert Dieter. "Das hatte Simone schon lange im Kopf, fand bei der Recherche die Mythologie spannend und auch wieder passend auf unsere Zeit! Das Thema, dass aus großartiger Intelligenz und guter Absicht auch Gefährliches entstehen kann, wenn man sich überschätzt und versucht Gott zu spielen - sowas kommt nie aus der Mode."

Wer mehr zur Mythologie des Ophiuchus wissen will, findet dazu allerhand Astrologisches im Internet und sollte sich ansonsten einfach mit dem gleichnamigen Langeisen von DARK ZODIAK beschäftigen. Es erscheint Ende Januar 2021, gleichwohl hat die Band das unerquickliche Corona-Jahr genutzt, um zu dem Titelsong ein Video zu produzieren, das bereits ebenso im Netz zu finden ist wie die ersten Songs der Scheibe. Wie viele andere Akteurinnen und Akteure aus Musik, Kunst und Kultur hat auch DARK ZODIAK unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Dementsprechend beklagt Dieter:

"Wir können keine Konzerte mehr spielen, vermissen unsere Fans und während der strengsten Verordnungsregeln können wir nicht mal gemeinsam proben. Daher hatten wir zwar mehr Zeit für das Recording der neuen Scheibe, aber es ist schon eine harte Zeit für jede Band. Der gemeinsame Spaß fehlt enorm. Und jetzt ist es extrem schwierig, das neue Material unter das Metalvolk zu bringen. Da tummelt man sich nur in überladenen Social Medias. Uns fehlt das echte Erlebnis und der echte Kontakt!"

Dennoch bleiben die Metalheads optimistisch. "Wir planen unglaublich viel! Aber nur ein Bruchteil davon kann wohl stattfinden, der Rest ist unsicher. Wir haben schon die zwei Singles 'Do More Say Less' und '2020 A.D.' auf Spotify released, das Video und der Song 'Ophiuchus' sind draußen, Ende Januar wird die komplette Scheibe released und danach wollten wir europaweit auf Tour mit neuer Musik, neuem Merch, neuem Bühnenbild - mal schauen, was wir da alles rocken dürfen. Aber wir sind noch voller Hoffnung und haben unglaublich viel Lust auf coole Metalpartys!"

Bis es soweit ist, kann man sich eine gehörige Portion bleischweren DARK ZODIAK-Metals auch im heimischen Wohnzimmersessel auf die Ohren dröhnen lassen. Geht immer.

Redakteur:
Erika Becker

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