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DIO: Die Studioalben 1996 - 2004

19.03.2020 | 20:39

Am 20. März werden die letzten vier Studioalben "Angry Machines", "Magica", "Killing The Dragon" und "Master Of The Moon" neu aufgelegt. Grund genug um sich mit den späteren DIO-Werken nochmals ein bisschen genauer zu beschäftigen.

Dieses Jahr, genauer gesagt am 16. Mai jährt sich der Todestag von Ronald James Padavona zum zehnten Mal. Unter dem Namen Ronnie James Dio wurde er zu einem der bedeutendsten Hard-Rock- und Heavy-Metal-Sänger des 20. Jahrhunderts. Mit RAINBOW, BLACK SABBATH, DIO oder eben zuletzt HEAVEN AND HELL schrieb er Rockgeschichte. Dass diese einzigartige Stimme vor zehn Jahren für immer verstummte, traf die komplette Szene mitten ins Mark. Nicht nur ich stand damals regelrecht unter Schock. Nichts würde mehr so sein, wie es einmal war. Dank des umfangreichen musikalischen Vermächtnisses können wir allerdings jederzeit in Erinnerungen zu schwelgen.

Aus diesem werden über BMG und die Niji Entertainment Group Inc. jetzt die letzten vier DIO-Studioalben "Angry Machines" (1996), "Magica" (2000), "Killing The Dragon" (2002) und "Master Of The Moon" (2004) neu aufgelegt. Und wie Wendy Dio bereits hat durchblicken lassen, ist dies nur der Anfang: "Ich bin sehr begeistert mit BMG zusammenzuarbeiten, ein Label, das die Leidenschaft für Rockmusik in sich trägt. Sie werden den kompletten DIO-Katalog wieder verfügbar machen und mit vielen interessanten Überraschungen veröffentlichen."

 

Erstveröffentlichung: 1996

Line-up: Ronnie James Dio (Gesang), Tracy G (Gitarre), Jeff Pilson (Bass), Vinny Appice (Schlagzeug), Scott Warren (Keyboards)

Für "Angry Machines" musste Dio seinerzeit größtenteils heftige Kritik einstecken. Mit den Klassikern der 80er, angefangen bei "Holy Diver" bis hin zu "Dream Evil", hatte dieses Album von der stilistischen Ausrichtung so rein gar nichts mehr gemeinsam. Stattdessen präsentierte man sich äußerst düster und stellenweise ganz schön sperrig. Ok, der klassische Metal lag Mitte der 90er am Boden und der Sänger musste die beiden gefloppten Vorgängerwerke "Lock Up The Wolves" und "Strange Highways" verarbeiten. Und auch die BLACK SABBATH-Wiedervereinigung war trotz einer wie ich persönlich finde guten Reunion-Scheibe "Dehumanizer" nur von kurzer Dauer. Das steckt man eben nicht so einfach weg und was gibt es für ein besserer Ventil, als eben die Musik um seine Gefühle auszudrücken. Und es ist immer noch besser diese auch herauszulassen, als sich zu verbiegen, um Erwartungshaltungen zu erfüllen. Von daher ist mir ein ehrliches Album wie "Angry Machines" tausendmal lieber, als ein eventuell halbgarer Versuch an alte Zeiten anzuknüpfen.

Das Bonusmaterial der Neuauflage besteht aus Liveaufnahmen, die wir alle schon vom "Inferno - The Last In Live" kennen. Dort konnte auch Gitarrist Tracy G sein komplettes Können zeigen, anders als auf "Angry Machines", was da aber mehr am musikalischen Korsett lag.

Disc 1 & LP Tracklisting

  1. Institutional Man
  2. Don’t Tell The Kids
  3. Black
  4. Hunter Of The Heart
  5. Stay Out Of My Mind
  6. Big Sister
  7. Double Monday
  8. Golden Rules
  9. Dying In America
  10. This Is Your Life

Disc 2 – BONUS / LIVE  Angry Machines Tour 1997

  1. Jesus Mary and The Holy Ghost – Straight Through The Heart
  2. Don’t Talk To Strangers
  3. Double Monday
  4. Hunter Of The Heart
  5. Holy Diver
  6. Heaven and Hell
  7. Long Live Rock and Roll
  8. Man On The Silver Mountain
  9. Rainbow In The Dark
  10. The Last In Line
  11. The Mob Rules
  12. We Rock

 

Erstveröffentlichung: 2000

Line-up: Ronnie James Dio (Gesang), Craig Goldy (Gitarre), Jimmy Bain (Bass), & Simon Wright (Schlagzeug)

Ronnie James Dio macht es seinen Fans nicht leicht. Denn auch "Magica" ist nicht die Rückbesinnung auf alte Tage, wie von vielen erhofft, und dies trotz der Rückkehr von Gitarrist Craig Goldie. Zwar ist das Material wieder eingängiger, aber eben auch mehr Hard Rock als Metal. Und hier muss ich jetzt mal eine Lanze für Ronnie James Dio brechen. Vielleicht ist das ja genau der Sound, den er sich für dieses Konzeptalbum vorgestellt hat? Wenn es was zu kritisieren gibt, dann ist es, dass sich neben einigen richtig guten Nummern wie 'Fever Dreams', 'Feed My Head' oder 'Lord Of The Last Days' leider auch ein paar Füller eingeschlichen haben.

Der zweite Silberling enthält neben einer 18-minütigen von Ronnie James Dio himself erzählten Story eine fast kompletten Liveaufführung von "Magica" und mit der Studioversion von 'Elektra' auch das einzige Stück, welches für die geplante Fortsetzung der Geschichte vorgesehen war, zu der es dann ja leider nicht mehr gekommen ist.

Disc 1 & LP 1 Tracklisting (LP 2 Magica Story + bonus 7” Vinyl)

  1. Discovery
  2. Magica Theme
  3. Lord Of The Last Day
  4. Fever Dreams
  5. Turn To Stone
  6. Feed My Head
  7. Eriel
  8. Chalis
  9. As Long As It’s Not About Love
  10. Losing My Insanity
  11. Otherworld
  12. Magica (Reprise)
  13. Lord Of the Last Day (Reprise)

Disc 2 – BONUS / Live Magica Tour 2001

  1. Discovery
  2. Magica
  3. Lord Of The Last Day
  4. Fever Dreams
  5. Eriel
  6. Chalis
  7. Losing My Insanity
  8. Otherworld
  9. Electra – Studio Track
  10. Magica Story – Studio/Spoken Word

 

Erstveröffentlichung: 2002

Line-up: Ronnie James Dio (Gesang), Doug Aldrich (Gitarre), Jimmy Bain (Bass), Simon Wright (Schlagzeug), Scott Warren (Keyboards bei 'Before The Fall')

Mit "Killing The Dragon" gelingt dann die Versöhnung mit den Fans, die mit den letzten Outputs nichts mehr anfangen konnten und sich nichts sehnlicher wünschten als den klassischen DIO-Sound der 80er Jahre. Einen nicht unerheblichen Anteil daran dürfte Neuzugang Doug Aldrich gehabt haben, der mit seinem Gitarrenspiel für eine Frischzellenkur sorgte. Klar muss man hier auch soweit ehrlich sein, dass das komplette neue Material nicht ganz an die alten Klassiker herankommt. Aber mit ähnlichen Problemen haben wohl so ziemlich alle Künstler zu kämpfen, die schon länger im Geschäft sind. Von daher ist alles im grünen Bereich. Wie heißt es im Titeltrack so schön: "Time to be killing the dragon again." Und ja, es war an der Zeit.

Auf der Bonusdisc gibt es sechs Stücke zu hören, die zwischen 2002 und 2003 auf der "Killing The Dragon"-Tour mitgeschnitten wurden.

Disc 1 & LP Tracklisting

  1. Killing The Dragon
  2. Along Comes A Spider
  3. Scream
  4. Better In The Dark
  5. Rock and Roll
  6. Push
  7. Guilty
  8. Throw Away Children
  9. Before The Fall
  10. Cold Feet

Disc 2 – BONUS / LIVE Killing The Dragon Tour 2002/2003

  1. Holy Diver
  2. Heaven and Hell
  3. Rock and Roll
  4. I Speed At Night
  5. Killing The Dragon
  6. Stand Up And Shout

 

Erstveröffentlichung: 2004

Line-up: Ronnie James Dio (Gesang), Craig Goldy (Gitarre), Jeff Pilson (Bass) und Simon Wright (Schlagzeug), Scott Warren (Keyboards)

Wer jetzt nach der zuletzt gelungenen Rückbesinnung auf alte Glanzzeiten auf eine dementsprechende Fortsetzung hoffte, dürfte von "Master Of The Moon" durchaus zumindest ein bisschen enttäuscht gewesen sein. Wieder schaffte es Ronnie James Dio gewisse Erwartungshaltungen eben nicht zu erfüllen. Das vierzehnte Studioalbum war auch zu meiner Überraschung äußerst düster, ja fast schon doomig ausgefallen. So ist der Opener 'One More For The Road' tatsächlich die einzige flotte Nummer. Der Rest bewegt sich dann eher im Midtempobereich. Hier hätte ein bisschen mehr Abwechslung sicherlich gut getan. An der Klasse des überragenden Titelstücks 'Master Of The Moon' oder dem genialen 'I Am' ändert dies aber so rein gar nichts.

Neben fünf Livetracks enthält die Bonus-CD auch noch das Stück 'Prisoner Of Paradise', welches bisher nur auf der Japanversion von "Master Of The Moon" erhältlich war und dem Rest der Welt somit sträflicherweise zu lange vorenthalten wurde.

Disc 1 & LP Tracklisting

  1. One More For The Road
  2. Master Of The Moon
  3. The End Of The World
  4. Shivers
  5. The Man Who Would Be King
  6. The Eyes
  7. Living The Lie
  8. I Am
  9. Death By Love
  10. In Dreams

Disc 2 – Bonus / Live Master Of The Moon Tour 2004/2005

  1. Heaven and Hell
  2. Rainbow In The Dark
  3. Rock and Roll Children
  4. The Eyes
  5. Prisoner Of Paradise – Studio Track

 

Alle Stücke wurden von DIOs langjährigem Produzenten Wyn Davis einem gelungenen Remastering unterzogen. Die CD-Version der Neuauflage ist jeweils in einem edel aufgemachten Mediabook erhältlich und beinhalten Bonus Discs mit teilweise rarem oder niemals vorher veröffentlichtem Material.

Die 180 Gramm schwarze Vinyl Edition ist verfügbar als Limited Edition "first run" mit LP-großem Lenticular Album Art Print. Die "Magica" Doppel LP beinhaltet zudem die 7'' Single 'Electra' - der einzige Track vom geplanten "Magica 2"-Album.

Letztendlich ist es wieder einmal der Fan, der entscheiden muss, ob das Bonusmaterial ausreicht um sich die Alben eventuell nochmals zuzulegen. Zudem ja alle Alben zumindest auf CD bereits vor einigen Jahren neu aufgelegt wurden. Wem das eine oder andere Spätwerk in seiner Sammlung fehlt, hat jetzt die Gelegenheit dazu eventuelle Lücken zu schließen.

Interessant dürfte diese Neuauflage vor allem für Vinylfreaks sein, denn Discogs sagt mir, dass es bei den schwarzen Scheiben da durchaus noch Nachholbedarf gibt.

Redakteur:
Tommy Schmelz

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