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EDENBRIDGE: Interview mit Lanvall

01.01.1970 | 01:00

Georg:
Wie seid ihr mit dem Verlauf der Tour zufrieden?

Lanvall:
Heute Abend beginnt für uns die zweite Hälfte der Tour, wir haben jetzt noch mit dem heutigen 4 Konzerte. Wir waren mit den 3 Shows in Deutschland sehr zufrieden. In Belgien ist es leider nicht so gut gelaufen, da hatten wir einige technische Schwierigkeiten. Vom Zuspruch war es auch in Belgien gut, aber vom spielerischen hat es aufgrund der technischen Schwierigkeiten nicht so gut geklappt. Aber z.B. in Oberhausen oder München war der Zuspruch der Fans sehr gut.

Georg:
Haben die Fans auch schon die Texte gekonnt?

Lanvall:
Nun, das wohl eher weniger, weil die Fans ja nicht wegen uns gekommen sind. Und wir müssen uns die Fans auf dieser Tour hart erkämpfen

Georg:
Wie ist es für euch mit zwei so Größen wie AXXIS und PINK CREAM 69 auf Tour zu sein?

Lanvall:
Es ist für uns natürlich eine Riesen Herausforderung, aber wir werden von ihnen sehr gut behandelt. Es gibt überhaupt keine Probleme, aber da muß jede Band durch, für andere zu eröffnen.

Georg:
Die Bühne ist ja durch das zweite Schlagzeug ziemlich klein geworden, ist das für euch ein Problem?

Lanvall:
Wir sind jetzt nicht die Band die gnadenlos herumhüpft, das würde auch nicht so gut zu der Musik passen. Dadurch, daß das Schlagzeug so weit vorne steht, ist es natürlich extrem laut und wir haben von daher schon erheblich mit dem Bühnensound zu kämpfen. Einmal war die Bühne so klein, daß wir über das Schlagzeug von PINK CREAM 69 und AXXIS gespielt haben, aber ansonsten haben wir unser eigenes benutzt.

Georg:
Du hast bisher 3 Solo Alben herausgebracht, was erwartet einen darauf?

Lanvall:
Es war symphonische Gitarren Instrumental Musik, so in der Richtung von MIKE OLDFIELD, nur etwas härter.Teilweise meditativ, symphonisch, orchestral mit viel Solo-Gitarre.

Georg:
Dann hast du den Stil also nur um den klassischen Gesang erweitert?

Lanvall:
Nun, es hatte halt auch noch der Metal Aspekt gefehlt, da war bis auf zwei drei Nummern keine Double Bass und keine Rhytmus Gitarre, es ging mehr um das Solo Gitarren Spiel. Ich möchte das auch gar nicht so sehr miteinander vergleichen, die einzige Konstante ist, daß ich sowohl für meine Alben als auch für Edenbridge alle Songs geschrieben habe und mein Solo Spiel ungefähr gleich geblieben ist.

Georg:
Wie kamst du auf den klassischen Frauengesang? Du hättest ja auch eine Metalröhre oder einen männlichen Gesang nehmen können.

Lanvall:
Das Problem war, daß es 1994, als das Projekt Edenbridge gestartet ist, in Österreich unmöglich war einen Metal Sänger zu finden. Ich habe mich dann damals schon entschieden auf Frauengesang zu setzen. Damals hat da auch keiner daran gedacht. Und als 1996 die Sabine dazugestoßen ist, hat es auch keine Diskussionen gegeben, einen männlichen Sänger zu nehmen. Es haben auch viele gesagt, daß die Musik gerade nach einer weiblichen Stimme schreit.

Georg:
Die Songs haben ja sowohl klassische als auch orientalische Einflüsse...

Lanvall:
Nun, ich bin mit der Klassik aufgewachsen. Ich spiele seit meinem 7. Lebensjahr Klavier und habe nun 12 Jahre eine klassische Ausbildung gehabt. Die Klassik war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich bin dann mit 14/15 zum Metal gekommen und seitdem ich Songs schreibe wollte ich beides verbinden, wobei natürlich der Metal / Rock Aspekt im Vordergrund stehen sollte. Mit den Orientalischen Einflüssen ist es so, daß ich sehr gerne New Age Musik höre, wie z.B. VANGELIS, und die arbeiten sehr viel mit solchen Einflüssen. Dann habe ich viele Jahre mit dem GANDALF (bei dem die Scheibe "Sunrise in Eden" auch aufgenommen wurde, d. Verf) zusammengearbeitet und er arbeitet auch sehr viel mit diesen Einflüssen.

Georg:
Woran lag es, daß ihr dann erst Ende 2000 eure erste CD aufgenommen habt?

Lanvall:
Ich habe 1997 meine letzte Solo Scheibe herausgebracht, danach ist mein Vertrag mit meinem deutschen Plattenlabel ausgelaufen, danach haben wir erst angefangen mit Edenbridge so richtig loszulegen. 1998 ist dann der Roland, unser Schlagzeuger, zu der Band hinzugestoßen. Das war auch der Zeitpunkt wo es mit Edenbridge so richtig losging. Die Scheibe haben wir dann 1999 aufgenommen. Und jetzt ist sie halt erhältlich.

Georg:
Österreich ist ja für die riesige Metal Szene bekannt.

Lanvall:
Riesig, ja (lacht). Meine Einstiegsdroge waren die SCORPIONS und EUROPE. Aber es ist ja so, daß der Geschmack mit der Zeit einfach härter wird. Und durch Freunde, die man dann mit der Zeit kennengelernt hat, kamen dann Bands wie W.A.S.P. dazu. Mit 20 hatte ich dann meine erste Gitarre in der Hand und habe dann 1993 so richtig angefangen Gitarre zu lernen. In Wien habe ich dann elektrische Rockgitarre studiert.

Georg:
Bei welchen Bands hast du noch gespielt?

Lanvall:
Ich habe mal bei einer Speed Metal Band den Bass gezupft, aber ich habe recht schnell gemerkt, daß sich am Bass nicht gut Songs komponieren lassen, außerdem wurde das Instrument mir mit der Zeit langweilig. Ich habe in sehr wenigen Bands gepielt. Mit GANDALFS Liveband habe ich noch 2 Europatouren gespielt und halt in der Vorgängerband von EDENBRIDGE.

Georg:
Und welche Bands hörst du inzwischen?

Lanvall:
Also ende der 80er bin ich voll auf Thrash und Speed Metal gestanden, das ist heute nicht mehr so. Ich kann mir auch heute noch so Bands wie CHILDREN OF BODOM oder DIMMU BORGIR anhören, aber das geht halt für ein Album und dann ist es auch wieder gut. Meine Bands sind zur Zeit ROYAL HUNT, SYMPHONY X oder DREAM THEATER. Es sind halt Bands die den Metal mit klassischen Einflüssen verbinden und ich stehe halt auch auf gute Sänger.

Georg:
Worüber handeln eure Lyrics. Die Musik ist ja sehr positiv gestimmt.

Lanvall:
Wie auch in der Musik ist es mir in den Texten wichtig positive Energien rüberzubringen. Ich verarbeite Träume und Freiheit in den Texten, wobei ich sehr viel in Metaphern schreibe, dadurch bleiben viele Interpretationsfreiräume. Es gibt dann so Sachen wie "Cheyenne Spirit" wo es natürlich um die Indianer geht, "My Last Step Beyond" handelt davon wie ich mir den Übergang vom Leben in den Tod vorstelle und dann kommt naürlich auch viel Natur wie bei "Sunrise In Eden" vor. Vom Text liebe ich "My Last Step Beyond" sehr, weil er halt auch sehr persönlich ist.

Georg:
Mir ist beim Soundcheck aufgefallen, daß ihr gar keinen Keyboarder dabei habt, woran liegt das?

Lanvall:
Wir haben jetzt seit mehr als einem Jahr nach einem Keyboarder gesucht und haben leider keinen gefunden. In Österreich spielen die meisten Keyboarder halt lieber Jazz oder andere Sachen und wir wollen ja auch jemanden der menschlich gut zu uns passt. Aber so schlimm finde ich es auch gar nicht, da wir jetzt ja einen zweiten Gitarristen in der Band haben und von daher natürlich noch ein weiterer Blickfang auf der Bühne ist. Eine Optimallösung ist es natürlich nicht, aber für die erste Tour geht das schon.

Georg:
Wie sieht es bei euch mit den Auftritten auf?

Lanvall:
Das heute ist erst unser 9. Auftritt. Wir haben vor der Tour 3 Auftritte in Österreich gespielt, aber es ist dort auch sehr schwer an Auftritte heranzukommen. Es ist halt so daß der Österreichische Markt 10% vom Deutschen ist, da kannst du dir auch vorstellen wie wichtig er ist. Der wichte Markt für uns ist Deutschland. Unser Album wurde auch in Japan, Korea, Taiwan und Südamerika veröffentlicht und von Japan versprechen wir uns auch noch einiges.

Georg:
Wie seid ihr bisher mit den Verkäufen zufrieden?

Lanvall:
Für eine Newcomerband sind sie hervorragend, wir waren sogar kurzzeitig in den Trend Charts drin, das sind die Charts mit den Bands, die kurz vor dem Einstieg in die Top 100 stehen. Es läuft schon ganz gut.

Georg:
Wie stehst du zum Internet?

Lanvall:
Nun, zum einen haben wir eine Homepage http://www.edenbridge.org und es ist natürlich toll, wenn man mit den Fans so relativ einfach in Kontakt treten kann. Andererseits ist es ja so, daß 90% der Internetseiten purer Schwachsinn sind und man schon suchen muß um die 10% guten Seiten zu finden. Aber ich finde es schon sehr hilfreich. Wir bieten auf unserer Homepage auch von einigen Songs Ausschnitte an, an sich könnten wir die Songs auch komplett auf unserer Homepage anbieten, da sie ja in 7 größeren Musikverteilungsprogrammen komplett erhältlich sind. Für Newcomer Bands ist es natürlich eine Chance, da man relativ leicht in die Alben hereinhören kann und wenn es einem gefällt will man ja meistens doch die CD und das Booklet haben. Früher hat man es halt auf Kassetten kopiert und vertrieben und heute nutzt man andere Medien.

Georg:
Vielen Dank

Redakteur:
Georg Weihrauch

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