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EXCREMENTORY GRINDFUCKERS: Interview mit Kai

24.12.2019 | 00:25

Ein lustiger Haufen, die Hannoveraner von EXCREMENTORY GRINDFUCKERS. In meiner Rezension zu "Musik zum Kopfschütteln" verglich ich die Musik mit einem bunten Farbklecks in einer trist-grauen Welt und ähnlich entspannt war auch das Interview mit Frontmann Kai, das wir euch an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten möchten.

Kai, alter Schwerenöter! Wie geht es dir? Wie ist die Stimmung im EXCREMENTORY GRINDFUCKERS-Camp?

Hey Marcel, mir und uns geht es soweit gut, danke der Nachfrage! Wir sind froh, dass wir endlich "Musik zum Kopfschütteln" draußen haben und erfreuen uns an den ersten Reaktionen!

Ich bin schockiert! Mehr als drei Jahre habe ich nichts von euch gehört! Was ist seit "Vorsprung durch Hektik" bei euch so passiert? Gib mir doch mal bitte ein kleines Update.

Dieses Jahr stand bei uns ganz im Zeichen von Arbeit an der neuen Platte, letztes Jahr war der Kalender ziemlich voll von Konzerten, da stand unter anderem Osteuropa, USA/Kanada und eine Tour mit JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE durch heimische Gefilde auf dem Zettel. Wir machen weiter unser Ding durch Clubs und Festivals und tauchen immer da auf, wo man uns am wenigsten erwartet, hehe. Aktuelle Gigs findet der geneigte Leser aber natürlich auf unserer Website oder unserem Facebook-Account.

Euer neues Album "Musik zum Kopfschütteln" ist wieder in Eigenregie erschienen. Nenn uns doch mal bitte die Vor- und Nachteile einer solchen Herangehensweise.

In einem kommerziellen Studio könnten wir wahrscheinlich gar nicht arbeiten, da wir am Beginn einer Recording-Session meist nur ganz grobe Ideen von den Songs haben und wir ganz spontan beim Aufnehmen Ideen, Melodien und Abläufe entwickeln. Da würde jeder Studiotechniker irre werden. Nachteile gibt's eigentlich gar keine, wir sind da ziemlich fit und auch ganz gut ausgestattet.

Wie sind denn die ersten Resonanzen seitens Freunden bzgl. der neuen Platte? Erwartungen erfüllt?

Die waren sehr positiv! Natürlich kann nicht immer jeder mit jeder Stilistik etwas anfangen, aber manches Kopfschütteln war ja auch durchaus beabsichtigt, hehe.

Apropos, mit welcher Zielsetzung seid ihr eigentlich an die Arbeiten an eurem neuen Blumenstrauß kunterbunter Grindcore-Melodien getreten?

Die letzten Alben unterscheiden sich bei uns schon ziemlich. Nach "Vorsprung durch Hektik" hatten wir das Gefühl, dass wir allen gezeigt haben, dass wir richtig schnelle Grind-Nummern mit genrefremden Parts aufnehmen können. Auf dem neuen Album haben wir uns ganz von dem Gedanken frei gemacht, Metal-Songs zu schreiben und da irgendwas reinstopfen zu müssen. Wir haben stattdessen Songs in uns ganz fremden Stilrichtungen komponiert, was eine ziemlich erfrischende Erfahrung war, und dann hinterher harte Gitarren und Blastbeats hinzugefügt. Für meinen Geschmack ähnelt das Ergebnis ziemlich dem Spirit der ersten Alben, nur halt ohne Coversongs.

'Wir sind die Excrementory Grindfuckers' ist eure erste Auskopplung. Wer sind eigentlich die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS, wenn du euch in einem Satz beschreiben müsstest?

Die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS-Jungs sind fünf leicht bematschte, aber liebenswürdige Typen, die sich mit Krach und Spaß in den Knochen gerne zwischen alle Stühle der Musik setzen, und sich freuen, wenn jemand an ihrem Lärm Gefallen findet.

Ihr mischt auch auf eurem neuen Album sämtliche nur denkbare Genres mit eurem ganz eigenen Grindcore. Woher kommen all die Inspirationen zu Songs wie 'Getanzt', 'Schabbernack' oder 'Tequila'?

'Getanzt' wurde beispielsweise musikalisch davon inspiriert, dass Mike eine Farfisa-Heimorgel, Baujahr 1979, im Studio angeschleppt hat. Nach etwas Rumprobieren haben wir den 'Bossa Nova'-Groove der eingebauten Begleitautomatik entdeckt, welcher zum Rhythmus-Rückgrat der Nummer wurde. Wir haben dann auf diese pimpeligen Drums, welche auch im Song ganz am Anfang fast alleine zu hören sind, gespielt und uns an dem herrlichen Lofi-Sound erfreut. Der Text von Rob geht auf unsere Liebe zu Scheuklappendenken und Konformität zurück. Man könnte jetzt wahrscheinlich zu jedem Song irgendeine Geschichte erzählen, aber das wäre ziemlich lang und müßig. Manche Ideen haben wir schon seit Jahren vor uns hergeschoben ("Lass mal nen Mariachi-Song machen!") und manche werden ganz spontan, durch irgendeinen Einfluss oder durch neues Spielzeug, wie beispielsweise eine Orgel, beflügelt.

Ist auf "Musik zum Kopfschütteln" auch der eine oder andere Song versteckt, hinter dem eine etwas tiefgehende Geschichte steckt? Eine Story, die du uns nicht vorenthalten möchtest?

Nee, wir bewältigen mit unserer Musik jetzt nicht unsere Probleme oder so, da muss ich dich leider enttäuschen. Die deepste Geschichte, die mir gerade einfällt, wäre, dass 'Braunes Gold' von Mike und Christus abwechselnd in Nachrichten getextet wurde, die sich die beiden zugeschickt haben, wenn sie jeweils auf der Arbeit scheißen waren. Das soll uns mal wer nachmachen!

Ihr könnt auf 15 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Was waren in anderthalb Dekaden deine persönlichen High- und Lowlights?

Ich selbst bin erst seit knapp sechs Jahren dabei, aber selbst in der Spanne wird es langsam recht schwer, einzelne Erlebnisse rauszupicken. Toll waren auf jeden Fall die großen Festivalshows, Touren, gerade im Ausland und nette Begegnungen mit anderen Musikern, die ähnlich ticken. Lowlights gab's eigentlich wenige, meist geht alles für uns ganz gut aus, haha. Jetzt vielleicht mal abgesehen von diversen schäbigen Nachtlagern nach Shows. Aber die meisten von denen hat man irgendwann zum Glück vergessen.

Jetzt mach mir bitte keine Angst, aber es wird nicht wieder mehr als drei Jahre dauern, bis ihr mit neuem Material um die Ecke kommt, oder? Mit einem Blick in die Glaskugel - wie wird 2020 bei EXCREMENTORY GRINDFUCKERS aussehen?

Von wegen, 2020 wird sich auf keinen Fall geschont! Wir haben jetzt schon die ersten Festivals bestätigt, unter anderem das Full Force und das Brutal Assault, aber auch viele kleinere Open Airs stehen an. Schaut doch einfach mal bei uns vorbei, ob wir nicht in eure Nähe kommen! Wir diskutieren gerade auch schon über das nächste Album, wann wir uns konkret damit beschäftigen, ist allerdings noch nicht ganz klar. Vielleicht 2021, zum zwanzigsten Jubiläum? Wer weiß.

Kai, danke dir vielmals für Geduld und Zeit zur Beantwortung meiner Fragen. "Musik zum Kopfschütteln" ist Spielspaß pur und ein Album, das mir sehr viel Spaß macht. Was möchtest du unseren Lesern von POWERMETAL.de noch mit auf den Weg geben?

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und cool, dass dir die Platte gefällt. Wir bedanken uns bei allen Fans, die uns die Stange halten und uns so treu unterstützen! Ohne euch würden wir wahrscheinlich dasselbe tun, es wäre nur sehr viel trauriger, haha!

Redakteur:
Marcel Rapp

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