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EXTOL: Interview mit Christer Espevoll

01.01.1970 | 01:00

EXTOL haben mit ihrem dritten Full-Length-Album "Synergy" einen Silberling auf das frickelfreundliche Thrash-Volk losgelassen, welches Erinnerungen an Acts wie CYNIC, PESTILENCE, ATHEIST, DEATH oder auch ANACRUSIS weckt. Für einen Freund technischheftiger Klänge ist das Album also absolute Pflicht. Das ich entsprechend einige Fragen durch die Datenleitungen jagen musste, ist nur konsequent. Gründungsmitglied und Gitarrist Christer Espevoll stand Rede und Antwort.

Peter:
Wie sind denn die Reaktionen von Fans und Presse auf "Synergy" bisher?

Christer:
Sie sind großartig! Bisher habe ich ausnahmslos gute Kritiken gelesen.

Peter:
Ihr setzt Euch mit eurem Sound zwischen alle denkbaren Genre-Stühle. Welcher Metal-Fan soll denn Euer Album kaufen?

Christer:
Unser Sound ist für jeden Metal-Fan interessant. Wir sind nicht auf einen Stil festgelegt, aber wir benutzen verschiedene Elemente der verschiedenen Stilrichtungen, um Musik zu machen von der wir denken, dass sie interessant und einzigartig ist.

Peter:
Woher nehmt Ihr eigentlich diese abgefahrenen Ideen für einen Song mit so vielen Breaks und freejazzigen Gitarren?

Christer:
Bisher haben wir einfach immer die Musik geschrieben, die uns gefällt. Wichtig ist für uns, dass die Songs originell sind und fortschrittlich, eben anders, sind.

Peter:
Ihr habt ein lang vergessenes Genre wieder zum Leben erweckt. Wie sehr haben Euch Bands wie CYNIC, ATHEIST oder ANACRUSIS beeinflusst?

Christer:
Gar nicht so sehr. Die einzige Band, die uns zweifelsohne im Songwritingprozess für "Synergy" beeinflusst hat, ist BELIEVER. CYNIC sind ebenfalls großartig. Ich wünschte, sie hätten mehr Alben mit einem besseren Sound herausgebracht.

Peter:
Erzähl mal ein bisschen was über das textliche Konzept von "Synergy".

Christer:
Bis auf Ole (Borud, gt., v. – d. Verf.) waren alle an den Lyrics von "Synergy" beteiligt. Es gibt also logischerweise verschiedene Stile und Vorgehensweisen bei den einzelnen Lyrics.
'Paradigms' und 'Nihilism 2002' setzen sich kritisch mit der sehr egoistischen und selbstsüchtigen, westlichen Gesellschaft auseinander. Es geht darum, wie die Medien diesen narzisstischen und konsumgeilen Lifestyle als den eigentlichen Lebensinhalt verkaufen.

Peter:
Und wie würdet Ihr eine 'Thrash Synergy' beschreiben?

Die 'Thrash Synergy' ist eine Beschreibung wie die Band zusammen arbeitet, wenn sie Musik macht und dabei eine Einheit ist.

Und natürlich ... Es ist eine 'Thrash Synergy', weil wir Thrash Metal spielen. :-)

Peter:
Und wer ist der 'Psychopath'?

Christer:
'Psychopath' wurde geschrieben, um ein Streitfrage in Worte zu fassen, über das in der christlichen Umgebung nicht viel gesprochen wird. Kirchen und gute Christen sind eine fruchtbarer Boden für Psychopathen. Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie Anführer die totale Kontrolle über ihre Mitglieder hatten. Diese Mitglieder haben praktisch keinen eigenen Willen mehr, weil ihre Anführer ihre Gedanken und Taten kontrollieren. Ihre Waffe Nummer 1 ist die Manipulation über Schuld. Die Opfer von Psychopathen enden dabei mit einem Identitätsschaden, weil sie völlig abhängig von ihren Anführern sind, um ihre eigene Identität zu schaffen. Das ist ein größeres Problem als es der christlichen Gemeinde bewusst ist.

Peter:
Das fantastische Cover hat Hugh Syme gestaltet, der unter anderem schon für DEF LEPPARD, RUSH und FATES WARNING gearbeitet hat. Wie seid Ihr mit ihm in Kontakt gekommen? Und war er nicht ziemlich teuer?

Christer:
Wir haben unseren Partnern von Century Media erzählt, dass wir Hugh Symes Coverartwork lieben und wir dafür töten würden, um ihn für uns zu gewinnen. Und dann hat er es gemacht. Ich denke schon, dass er ziemlich teuer war, aber es war ein guter Deal.

Peter:
Und was soll das Cover ausdrücken?

Christer:
Als wir Hugh erzählten, was hinter dem Titel "Synergy" steckt, war das das Ergebnis. In der Band gibt es einen Synergieeffekt, der uns musikalisch und spirituell stark macht, weil wir als eine Einheit zusammen stehen. Die Musik und alle Entscheidungen werden zusammen gemacht. Eine Band mit fünf Individualisten könnte nicht so gut arbeiten.
Auf dem Cover sieht man den Mönch innerhalb des Zaunes, der mit dem Tod kämpft bzw. spielt. Aber weil alle seine Mönchsfreunde außerhalb des Zaunes ihn unterstützen, hat er keine Angst. Das ist der Synergieeffekt, der entsteht, wenn Menschen zusammen stehen.

Peter:
Könntest Du Dir ein Album ausnahmslos mit cleanen Vocals vorstellen?

Christer:
Nicht mit EXTOL. Aber in einer anderen Umgebung wäre das sehr gut möglich.

Peter:
Was erwartest Du von eurem neuen Label Century Media?

Christer:
Wir haben bisher genau die Erfahrungen gemacht, die wir uns von einem Label vorgestellt haben. Sie behandeln uns gut und arbeiten sehr professionell. Ich bin sehr glücklich auf einem Label zu sein, das uns ernst nimmt und sehr hart dafür arbeitet uns zu promoten.

Peter:
Habt Ihr denn schon irgendwelche Tourpläne?

Christer:
Oh Yeah! Wir reisen jetzt in die USA für eine sechswöchige Tour. Das wird rocken! Für Europa gibt es noch keine speziellen Pläne, aber wir arbeiten daran eine Tour zustande zu bekommen. Am liebsten mit einer anderen Century Media-Band. (Vielleicht im Vorprogramm von NEVERMORE?? – der hoffende Verfasser)

Peter:
Wenn Du Dir ein paar Bands für Dein eigenes Festival aussuchen könntest, wer würde dann dort spielen?

Christer:
MESHUGGAH, BENEA REACH, SPIRAL ARCHITECT, KING'S X, FOO FIGHTERS, BELIEVER!!! und SIXPENCE NONE THE RICHER

Peter:
Spielt Ihr auf einem deutschen Festival in diesem Jahr?

Christer:
Bisher steht da, wie schon gesagt, nichts fest. Aber wir spielen beim Flevo Festival in Holland Mitte August. Das ist das Festival, welches Deutschland in diesem Sommer am nächsten kommt.

Peter:
Okay, das war es von mir. Irgendwelche Worte an die Fans oder ähnliches, kannst Du jetzt loslassen.....

Christer:
Just rock on!!

Redakteur:
Peter Kubaschk

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