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FIDDLER'S GREEN: Interview mit Tobi Heindl

14.04.2019 | 12:34

Es wird wieder grüner und ausgelassener als am St. Patricks Day. Die Erlanger von FIDDLER'S GREEN sind mit einem neuen, abermals großartigen Album am Start und sorgen wieder einmal mit neuen Ohrwürmern für Schunkel- und Mitgrölfreude. Klar, dass uns da ein paar Fragen auf der Seele brannten, die uns Violinist Tobi auch brav beantwortete.

Tobi, schön, dass es mit dem Interview klappt - vielen Dank hierfür. Bevor es ans Eingemachte geht: Wie geht es euch? Wie ist die Stimmung bei FIDDLER'S GREEN?

Uns geht es bestens. Danke der Nachfrage. Nachdem wir ja bereits Happy-"Heyday"-Release am 8. März hatten und die dazugehörigen Pub-Shows gespielt sind, sind wir, nach kurzer Ausnüchterungsphase, b(e)reit für die großen Bühnen. Die Stimmung ist blendend und wir fiebern aktuell natürlich unserem Charts-Entry entgegen. [Platz 7 in den deutschen Album-Charts ist es geworden. - Anm. d. Red.]

Seit eurem letzten Album "Devil's Dozen" sind knapp drei Jahre ins Land gezogen. Was hat sich in dieser Zeit bei euch so getan? Was gibt es Neues?

Eine ganze Menge würde ich sagen! Wir waren im Herbst 2017 zum ersten Mal auf Tour in Japan. Die Reise ging, zusammen mit unseren finnischen Kumpeln KORPIKLAANI, nach Osaka, Nagoya und Tokio. Ich würde behaupten, das war ein Mega-Erlebnis und ich träume heute noch davon. Unser Label in Japan bastelt aktuell bereits an Terminen für Oktober 2019. Ich freu mich! Wir hatten natürlich davor eine geile "Devil's Dozen"-Tour, waren unplugged unterwegs und haben das ein oder andere Festival im In- und Ausland aufgemischt. Nix wirklich Neues also.

Nun steht mit "Heyday" euer neues Album in den Startlöchern. Mit welcher Zielsetzung seid ihr an die Arbeiten herangetreten und wie lange haben diese gedauert?

Unsere Zielsetzung ist bei all dem, was wir immer so anstellen, Maximum Spaß und Maximum Energie. Sei es auf der Bühne oder im Studio. Da gibt es keinen Unterschied. An "Heyday" haben wir relativ früh angefangen zu arbeiten. Wir wollten der Vorproduktion Raum geben und haben so lange wie bei keinem Album davor in uns hineingehört. Die Bedingungen im Prinzipal Studio sind dafür wie geschaffen. Eine Oase! Und Jörg Umbreit, unser Produzent, ist ein Meister der Geduld, wenn es um verrückte Musiker geht, die ihren kreativen Spaß zusammen haben.

In all euren Werken, wie auch in "Heyday", steckt eine unglaubliche Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Seid ihr privat ähnlich leichtfüßig?

Ich denke, ja! Aber du kannst natürlich mit einer gewissen Lebenserfahrung, die wir als 30-jährige Band haben, nicht immer nur sorglos durchs Leben dribbeln. Das ist unrealistisch. Die Musik schenkt uns diese Leichtfüßigkeit. Sie ist Teil von uns geworden. Und das spürt man auf Platte und Bühne.

Eure Meinung ist gefragt: Wie unterscheidet sich "Heyday" vom Vorgängeralbum in musikalischer Hinsicht?

"Heyday" ist sowohl rockiger als auch folkiger geworden. Wenn das nicht die Quadratur des Kreises übertrifft! Der Sound nochmal ein Stück druckvoller und auf der Bonus-CD auch punkiger. Ich denke man hört die Zeit, die wir in dieses Album gesteckt haben, um unsere gemeinsamen und individuellen Stärken voranzubringen.

Welche neuen Songs eignen sich eurer Meinung nach am besten dazu, künftig auch live performt zu werden? Für mich steht klar 'No Anthem' auf der Pole-Position.

Es gibt da bestimmt eine Reihe von Songs, die nur darauf warten, auf das Publikum losgelassen zu werden. Aktuell haben es acht neue Nummern in unser neues Programm geschafft. Welche? Verrate ich noch nicht! Macht auf jeden Fall tierisch Spaß diese Nummern zu proben und das Live-Potential zu spüren.

Und wer ist 'John Kanaka'?

'John Kanaka' ist ein sogenannter Shanty aus der Südsee, ein Seemannslied, das beim Hissen der Segel gesungen wurde. Viele Hawaiianer arbeiteten als Matrosen auf Schiffen, die den Pazifik befuhren. Die Englisch sprechenden Seemänner hatten oft Probleme, deren Namen korrekt auszusprechen und nannten sie "Kanaka", entsprechend der hawaiianischen Bezeichnung "Mensch", also quasi "Mann aus Hawaii".

Und wer steckt hinter dem Freak von Enniskillen?

Vor Jahren war Albis Freund Thomas in Irland unterwegs und landete an einem verregneten Nachmittag in Enniskillen. Thomas saß eine ganze Weile bei Tee und Scons in einer gemütlichen Pubecke, an deren gegenüberliegender Wand allerlei gerahmte Zeitungsausschnitte hingen. Auf einem davon sah man ein halbvergilbtes Foto, auf dem ein schief grinsender Mann abgebildet war, Bildunterschrift "Is he a Freak?" oder so ähnlich. Als die FIDDLER'S schließlich für den Song noch keinen Text hatten und nach einer Idee suchten, fiel ihm aus irgendwelchen Gründen die Szene wieder ein und er erzählte Albi davon. Wir FIDDLER'S haben uns dann mit ihm zusammengesetzt und rumgesponnen, was der Freak so alles anstellen könnte und Tom hat eine wunderbar abgedrehte Story draus gebastelt; der Anfang mag auch von "Der seltsame Fall des Benjamin Button" inspiriert sein.

Ihr habt nun fast unglaubliche 30 Jahre auf dem Buckel. Retrospektiv betrachtet, welche High- und welche Lowlights fallen euch spontan ein, wenn ihr auf die letzten drei Dekaden zurückblickt?

Natürlich gibt es viele, viele Ups und Downs. Wenn man die aber aus heutiger Sicht betrachtet, hatte wohl alles so seinen Sinn. Uns geht es gut. Wir haben mit "Heyday" (Blütezeit) auch namentlich programmatisch ein Ausrufezeichen gesetzt. Und freuen uns auch weiterhin zusammen Musik zu machen. Frei nach dem Motto "Schlimmer geht immer!"

Gibt es eigentlich schon Pläne, wie ihr euren runden Geburtstag im kommenden Jahr feiern möchtet?

Die gibt es! Wir werden wohl im Herbst 2019 schon wieder im Studio sein und am Jubiläumsalbum basteln. Inhaltlich verraten darf ich da allerdings noch nix. Nur so viel, dass wir was ganz Besonderes vorhaben. Eine Jubiläums-Tour ist dann für Herbst 2020 geplant.

Tobi, damit wäre ich auch am Ende mit meinen Fragen und bedanke mich noch einmal herzlich. Euch gebühren die letzten Worte. Was möchtet ihr euren Fans und unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Folk's Not Dead! Wir sehen uns auf der "Heyday"-Tour. [Und die startet am 26.04.2019 - Anm. d. Red.]

Redakteur:
Marcel Rapp

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