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FIVE FINGER DEATH PUNCH: Interview mit Jason Hook und Jeremy Spencer

17.11.2013 | 11:15

"So entstehen magische Momente."

Jason Hook und Jeremy Spencer sprechen über die Verbindung der beiden "The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell"-Teile, Rob Halford und magische Momente.

Der FIVE FINGER DEATH PUNCH hat mit "The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell" gleich doppelt in diesem Jahr zugeschlagen. Nachdem der erste Teil in Deutschland bis auf #4 der Charts vorstieß, trafen wir Gitarrist Jason Hook und Schlagwerker Jeremy Spencer im Berliner Gibson Store, um über die beiden Teile von Himmel und Hölle zu sprechen.

Zum Zeitpunkt des Interviews war der erste Teil gerade in den deutschen Charts eingestiegen und schon wird der zweite Teil promotet. Von daher kann man natürlich sowohl zum ersten als auch zum zweiten Teil gratulieren. "Oh, vielen Dank. Ja, wir haben uns sehr über den hohen Charteinstieg in Deutschland gefreut. Damit haben wir nicht gerechnet.", eröffnet Schlagzeuger Jeremy. "Und du hast auch schon den zweiten Teil gehört? Was sind denn da deine Favoriten?", übernimmt er auch gleich mal die Führung des Gesprächs. Wie immer sind das mit 'Battle Born' und 'Cold' die eher melodischen Songs, wo Ivan Moody ausschließlich seine Gesangsstimme nutzt. Doch sprechen wir lieber über das Konzept, das es offensichtlich hinter "The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell" zu geben scheint. "Ja, das denken viele Leute jetzt, aber es gibt kein Konzept, das wirklich hinter den beiden Werken steht. Es ist viel mehr so, dass wir über 20 Songs hatten und mit denen so zufrieden waren, dass wir uns nicht entscheiden wollten, welche wir nicht veröffentlichen. Es jetzt als zwei Teile unter dem selben Titel zu veröffentlichen, liegt halt daran, dass man den Songs anhört, dass sie aus einer Phase in unserem Bandleben stammen. Beide Teile zusammen sind sehr homogen und klingen nicht besonders unterschiedlich.", erklärt Jason. Da kommt natürlich die Frage auf, warum nicht einfach beide Alben als Doppel-CD zum gleichen Zeitpunkt veröffentlicht wurden? "Wir waren der Meinung, dass das einfach zu viel für die Fans gewesen wäre. In der heutigen Zeit haben ja viele Kids schon kaum noch die Aufmerksamkeitsspanne für ein Album, da wollten wir ihnen nicht zwei Alben zum Verdauen vorsetzen. Von daher wollten wir einige Monate warten und erst dann den zweiten Teil hinterher schieben.", argumentiert Jeremy. Mittlerweile ist zumindest der Autor der Meinung, dass dies vielleicht sogar noch etwas zu früh geschehen ist. Zumindest der eigene Verdauungsvorgang ist noch nicht komplett beendet.


Während des gesamten Interviews zupft Jason an einer Gitarre herum. Ein FIVE FINGER DEATH PUNCH-Song entsteht aber nicht entspannt auf der Couch. "Die Gitarre gibt mir gerade nur Sicherheit.", gesteht Jason. "Aber nein, du hast jetzt wahrscheinlich nicht die erste Idee für einen neuen Song auf Band. Bei uns entstehen die meisten Songs, wenn wir gemeinsam jammen. Ich finde, es ist wichtig, dass bei der Ideenfindung das Hirn ausgeschaltet ist und man mehr mit dem Bauch arbeitet. Nur so entstehen auch magische Momente. Später, wenn man dann die Ideen zusammensetzt, darf auch das Hirn eine Rolle spielen, aber diese magischen Momente, die man beim Songwriting manchmal hat, erreiche zumindest ich nicht, wenn ich darüber nachdenke, was ich spiele. Und letztendlich geht es doch darum, möglichst viele dieser magischen Momente auf eine Platte zu packen, oder?" Dem kann man nur zustimmen. Und Jeremy ergänzt: "Für mich hat das aber auch damit zu tun, dass es viel mehr Spaß macht, zusammen im Proberaum oder beim Soundcheck einfach mal ohne echtes Ziel zu zocken. Mir bereitet das einen ungeheuren Spaß so zu arbeiten. Zu Hause am Drumkit kann ich nur trainieren, so kann ich dann auch kreativ sein."

Auf dem ersten Teil des Doppelpacks gab es mit Rob Halford, Max Cavalera, Jamey Jasta und Maria Brink einige hochkarätige Gäste zu hören, was jetzt auf dem zweiten Teil nicht der Fall ist. "Auch auf dem zweiten Teil haben wir mit einigen Gästen zusammengearbeitet, aber die Songs werden nicht auf den regulären Version des Albums sein, sondern vielleicht als Bonustracks hier in Europa und in Japan mit veröffentlicht (auf der europäischen Version ist kein solcher Song vertreten - PK) und da du die noch nicht hören durftest, werden wir jetzt auch nicht die Überraschung vorwegnehmen." Eine solche war auf jeden Fall Rob Halford, mit dem man wohl nicht unbedingt als Gast auf einem Werk der Jungs gerechnet hat. "Haha, ja, da waren wir auch überrascht.", erzählt Jeremy. "Als wir 'Lift Me Up' aufgenommen haben, meinte plötzlich jemand, dass das Riff durchaus an JUDAS PRIEST erinnern würde und so kamen wir auf die Idee Rob Halford zu fragen, ob er nicht Lust hätte den Song zusammen mit uns einzuspielen. Und zu unserer Überraschung sagte er relativ schnell zu."


In den heimischen Playern läuft JUDAS PRIEST bei den beiden allerdings nicht (mehr). "Als Kid habe ich viel Heavy Metal und damit natürlich auch JUDAS PRIEST gehört", erzählt Jason. "Heutzutage lege ich nur noch selten ihre Platten auf. Das liegt auch daran, dass ich nur noch selten Platten auflege und mir eher Playlists für meinen iPod zusammenstelle und mir mehr so persönliche Best Ofs mache. Wenn ein Album nur einige wenige gute Songs hat, warum soll ich dann das ganze Album hören? Da kann ich die junge Generation durchaus verstehen. Nur Alben, die bei mir einen hohen sentimentalen Wert haben, höre ich komplett am Stück." Jeremy ist viel mehr old-school. "Ich höre Alben immer nur am Stück und am liebsten auch auf Platte. Ich bin da total altmodisch."

Redakteur:
Peter Kubaschk

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