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Galerie des Grauens: die 10 schlimmsten Plattencover aus dem Kindergarten

18.06.2020 | 21:51

Jeder von uns hat ein paar Alben im Schrank, die man eigentlich nur mit Sonnenbrille rausziehen und abspielen kann. Manche dieser Alben sind aber musikalisch zu gut oder die Band zu bekannt, um sie einfach zu vergessen. So wie diese hier.

Natürlich sind die finanziellen Mittel mancher Bands einfach begrenzt. Wie soll sich eine junge, aufstrebende Band einen teuren Künstler leisten? Allerdings ist das keine Entschuldigung, wenn das Cover aussieht, als hätte es die vierjährige Nichte gezeichnet. Dann lieber wie DIAMOND HEAD und einfach eine weiße Hülle verwenden. Hier sind zehn Schallplattenhüllen, bei denen Weiß die bessere Option gewesen wäre, die Alben selbst aber empfehlenswert sind.


HAWAII – One Nation Underground


Der Name Marty Friedman dürfte jedem Metaller ein Begriff sein, war er doch MEGADETH-Gitarrist von "Rust In Peace" bis "Risk". Aber davor nahm er bereits mit der Band HAWAII unter anderem dieses leicht punkige, speedmetallische Album auf, das Freunde des gepflegten 80er-US-Metal unbedingt einmal hören sollten, auch wenn Sänger Gary St. Pierre manchmal ziemlich die Sirene mimt. Trotzdem sind Lieder wie der Titelsong, das Melodie-Monster 'Escape The Night', die Brecher 'Living In Sin' und 'The Pit End The Pendulum' und natürlich der damalige Tapetrading-Hit 'Secret Of The Stars' absolut kaufenswert. Aber Vorsicht, es kostet Überwindung, das Album in die Hand zu nehmen, denn das Cover ist ausgesprochen scheußlich. Höhepunkt ist der brennend weglaufende Mensch rechts unten, der wahrscheinlich aus seinem feuerfangenden Kleinwagen in die falsche Richtung geflohen ist. Ist das Metal oder einfach nur Mist?

 

AC/DC – Dirty Deeds Done Dirt Cheap

Auch große Namen können mal geschmacklich daneben liegen. Die australische Ausgabe des Klassikers kostet einige Selbstbeherrschung, um sie aus dem Regal zu ziehen. Die Buntstiftzeichnung ist, zugegeben, sicherlich genau so geworden, wie der Künstler es sich vorgestellt hatte, und Angus' Bleistiftbeine sind bestimmt gewollt, aber warum geht Bon als Wespe, blitzen am Billardtisch überall irgendwelche Perlen auf und weswegen enthält das Tattoo einen Papageien, der aussieht, als würde er gleich mächtig Guano absetzen? Natürlich können wir uns streiten, ob das internationale Cover viel besser ist, aber egal, gut sind beide nicht.


PANTERA – Metal Magic


Dass die ersten drei Alben mit den späteren schwermetallischen Werken nichts zu tun haben, ist ja bekannt, denn mit Phil Anselmo kam danach neben fragwürdigen politischen Ansichten auch das Ende des guten Gesangs bei PANTERA. Doch zuvor hatte Terry Glaze drei Glam-Alben eingesungen, von denen vor allem die ersten beiden tatsächlich nicht übel sind. 'Ride My Rocket', 'I'll Be Alright' oder 'Widowmaker' sind auch nicht schwächer als das meiste Andere, was aus dieser Szene so veröffentlicht wurde, inklusive der meist schauderhaften Texte. 'Rock Out' erinnert gar an DEF LEPPARD. Nur was ist das für ein Viech auf dem Cover? Eine Bodybuilding-Katze mit Teufelsschwanz, sexy Gürtel um die Wespentaille und in der Hand dem Resultat seines ersten Versuchs, ein Käsebeil zu schmieden? Vor einer Skyline mit rosafarbenen Wolken? Das Erstaunlichste ist, dass der Künstler das Bild sogar mit seiner Signatur verziert hat. Respekt!

 

BATTLEAXE – Burn This Town


Auch in der New Wave of British Heavy Metal gab es zahlreiche schreckliche Beispiele für missglückte Albencover. Zum Beispiel verbarg sich hinter diesem Bild 1983 ein gutes Metalalbum, das vor allem bei den schnellen Songs wie 'Ready To Deliver' oder dem Titelsong eine gute Figur macht, aber sich auch mit Rockern wie 'Overdrive', 'Battleaxe' oder 'Hands Off' nicht verstecken muss. Nur versuchte man offensichtlich, auf dem Cover so viel Metal unterzubringen wie möglich. Ein Motorrad gehört ja wohl dazu, ganz besonders mit Metallspitzen am Sattel. Dazu lange Haare, eine bedrohliche Faust und Lederklamotten mit Fellbesatz und Wildlederstiefel mit Fransen. Moment mal, Fell? Fransen? Egal, natürlich fügt man noch eine Streitaxt hinzu und dem Titel entsprechend muss alles brennen. Inklusive des Titelschriftzugs, klar. Wenn jetzt noch der Bandname richtig bedrohlich aussähe, also, als ob er aus Metall wäre, das wäre toll. Oder eben nicht. Übrigens, spätere Versuche, das Problem zu lösen, endeten auch nur im Debakel:

 

LÄÄZ ROCKIT – City's Gonna Burn


Brennende Städte, die zweite. Ist ja auch nicht so leicht, nur sieht es in diesem Fall eher aus wie eine illegale Müllverbrennung auf dem Mittelstreifen einer zweispurigen Vorstadtstraße in Essen-Rüttenscheid. Warum dabei alle Fenster grün sind, erschließt sich wohl auch nur dem Maler. Übrigens, wenn man ganz genau hinsieht, ist da noch am oberen Bildrand neben dem Hochhaus ganz links ein rosafarbener Fleck. Landen da gerade noch die Aliens? Immerhin ist das Album durchgehend klasse und eine echte Empfehlung!

 

LOUDNESS – The Law Of Devil's Land


Fürchterlich kann man auch im Land der aufgehenden Sonne. Waren schon die ersten beiden Alben "The Birthday Eve" mit einem Mr. Spock-Baby in Kristallmantel und das folgende "Devil Soldier", auf dem nur noch die zerbrochene Schale des transparenten Reife-Kokons übriggeblieben war, von ausgesprochener Hässlichkeit, so konnte das dritte Werk "The Law Of Devil's Land" das Ganze noch toppen. Ein schwarzgeflügelter, nackter Junge auf einem zu großen Thron, dem ein Schwert irgendwie geschickt das Gemächt verdeckend aus der Anatomie fällt, während sich ein anonymer Riese im Gewitter ins Bild zu drängen versucht? Und die ganzen Verzierungen um die aus Letraset-Buchstaben zusammengesetzten Titel und Bandnamen erschließen sich mir auch nicht. Dafür kann ich aber 'In The Mirror', 'Mr. Yesman', dem rasanten Titelsong und dem passend betitelten 'Speed' eine Menge abgewinnen.

 

SAINT – Time's End


Für White Metal ist SAINT eine feste Größe, was aber nicht an den Albencovern liegt, sondern an der guten Musik und den wenig predigenden Texten, die sich häufig mit christlichen Endzeitszenarien beschäftigen und sogar immer noch tun, denn die Band gibt es seit über dreieinhalb Jahrzehnten. Musikalisch erinnert man auf "Time's End" frappierend an JUDAS PRIEST, aber auf dem Cover ist irgendjemand ausgerutscht. Wenn diese sabbernden, aquatischen Widder-Wölfe mit ihren mächtig überstehenden Vipernzähnen das Ende der Welt bringen, dann wohl eher, weil sich die Menschheit totlacht.

 

WOLF – Wolf


Es ist schwierig, die Proportionen einer Physiognomie ordentlich hinzubekommen, keine Frage. Aber was diese Mischung aus Mr. Hyde und einem Gorilla mit Fledermausohren mit einem Wolf zu tun hat, ist nicht ganz klar. Am besten gefallen mir die Augen auf den Fingern, oder was soll das sonst sein? Ist das etwa gar keine Klaue, sondern fünf Monster-Wattwürmer, die das Bild zu crashen versuchen? Einen Blick wert ist übrigens auch die surreale Rückseite, aber noch mehr ist das Album wert, ein Ohr zu riskieren, denn die Schweden liefern achtmal die reine Metal-Lehre in beachtlicher Qualität ab.

 

FATES WARNING – Night On Bröcken


"Heute probieren wir mal Wasserfarben aus." War das die Inspiration für das farbenfroh-scheußliche Design des Debütalbums einer der besten Bands der Welt? Natürlich zeigt die Szenerie die im Titellied besungende Situation, aber ich dachte, es sollte eigentlich bedrohlich wirken. Was ist bedrohlich an dem zündelnden Umhangträger mit dem viel zu großen Gandalf-Hut und den beiden asiatisch anmutenden Nachkommen Alberichs, die gleich von dem Jungtier eines typischen, norddeutschen Pumas gefressen werden? Dazu der Schriftzug aus den Letraset-Resten von LOUDNESS und fertig. Ach ja, noch zwei Punkte über das "o". Dass der Berg Brocken heißt und nicht Bröcken? Schwamm drüber. Lieber noch einen Geier in den Baum und die gefährdete Blonde leicht bekleidet auf die Erde in einer typischen Harzburger Tracht des 18. Jahrhunderts. Ja, so liefen die alle rum, in echt, bauchfrei! Immerhin ist das Album musikalisch absolut großartig und gehört einfach in jede US-Metal-Sammlung! Später dämmerte den Labels übrigens, dass das Titelbild unpassend war, und so wurde es ersetzt. Was es aber kaum besser machte, seht selbst:

 

ARTILLERY – Terror Squad


Den Vogel schießt aber dieses Bild ab. Nicht nur, dass man es offensichtlich vom Kindergarten Taastrup-Klovtofte anfertigen ließ, nein, man ließ auch Klein-Gitte nicht genug Zeit, um alles auszumalen! Dabei hatte sie sich so viel Mühe gegeben mit der Stachelmaus und dem Typen mit der Spritze, den die langhaarigen Fünf unbedingt drauf haben wollten. Okay, für den Mann links brauchte sie mehrere Versuche und das Bein gehörte immer noch nicht recht zum Körper, aber der dicke Finger war doch gut gelungen, fand sie. Warum musste das denn so schnell fertig sein, sie wurde doch heute so früh abgeholt, weil Oma Geburtstag hatte! Blöd auch, dass ihre Mama sie das fertige Album nie hören ließ, das wäre nichts für Kinder, sagte sie. So ein Quatsch, sie war doch schon sechs Jahre alt!

 

Gibt es da draußen jemanden, der diese Artworks gut findet? Oder schlimmere Exemplare kennt? Wir können das im Forum besprechen!

Redakteur:
Frank Jaeger

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