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Gruppentherapie ASPHYX - Deathhammer

01.03.2012 | 08:58

ASPHYX ist mit "Deathhammer" eine Todesbleiwalze vor dem Herrn gelungen. Das finden auch alle gut bis auf jene, die für sowas zu weich sind. Wer das ist lest ihr im Folgenden.

Cover

Gnadenlos. Das ist wohl der passendste Begriff, den es zu dieser Dampfwalze namens "Deathhammer" gibt. Egal, ob uns der Tod mit dem 'Deathhammer' erwischt oder das 'Minefeld' ultraheavy über uns herfällt: Hier werden keine Gefangenen gemacht. Martin van Drunens Growls sind extrem eigenständig und erkennt man aus Heerscharen von Genrekollegen locker raus, ist zudem immer gut verständlich und ist so das große Plus von ASPHYX. War "Death...The Brutal Way" schon ein starkes Genrestück, so ist "Deathhammer" der Maßstab an dem sich die Death-Metal-Gemeinde anno 2011 messen muss. Ich bin gespannt, ob UNLEASHED da kontern können. Verdammt geil.

Note: 8,0/10

[Peter Kubaschk]

 

Oh, vor etwa sechs Jahren habe ich mal eine ASPHYX-Scheibe an meinen Bruder verschenkt. Wenn ich nun "Deathhammer" höre, lieber Bruder, dann bereue ich das schon ein wenig. Wehe, die staubt bei Dir ein, das werde ich kontrollieren kommen! Dass die Band aus Holland eine der Konstanten der Death Metal-Historie ist, verrät die Albumliste und auch die hohe, ja fast erschreckend stilsichere Qualität dieser brandaktuellen Titelsammlung. Der doomige Anteil ist nahezu gleich geblieben, die typische van Drunen-Kratzröhre tost vertraut gekonnt auf den Hörern auf und ab. In 'Of Days When Blades Turned Blunt' zum Beispiel versammeln sich vom ersten Ton an die Tugenden der Destruktivgitarrenmusik und werden so selbstbewusst aus der geübten Kralle heraus gespielt, dass Urfels Martin van Drunen sogar einen fast selbsterhöhten Lacher spontan dazwischen schieben kann. Die Kunst in ASPHYX' Walzen war und ist die, auch den nicht-schnellen Parts eine Rasanz abzugewinnen, die fast keine Vergleiche findet. So etwas nennt sich wohl: Gelungene Handschrift mit hohem Wiedererkennungswert. So etwas wie 'Reign Of The Brute' wird in Sachsen "Rotzer" genannt. 'Vespa Crabro' ist ein "Schnicker". Wie Mann und Frau mit angeschlossenem Death Metal-Interesse das auch dreht und wendet: Es gibt da kaum etwas besseres. Und Konstanteres. Ignoriere dabei acht Jahre Pause von 2000 bis 2008. ASPHYX sind wieder da.

Note: 8,0/10

[Mathias Freiesleben]

 

Band-Photo

 

Oh, mein Gott, was geht ab mit meinen Kollegen? Ich hab mich doch schwer gewundert, daß bei solch starker Konkurrenz ausgerechnet ASPHYX auf Platz drei des Soundchecks gelandet sind. Habe ich da wohl etwas überhört? Also packe ich "Deathhammer" noch einmal rein und versuche zu verstehen, was hier denn so gut sein soll.
Nun, über Sound kann man streiten. Ich kann einem Gitarrensound, bei dem alle Verstärker auf 12 stehen und maximum Distortion reingedreht wird, nix abgewinnen. Noch dazu, wenn er übersteuert ist. Mir verursacht das, vor allem Im Auto, Druck auf den Ohren. Und dann der Gesang. Gesang? Okay, wird sind ja beim Death Metal, also Gesang: Seltsam, der Sänger klingt für mich so, als wären ihm Deathmetal-Growls irgendwie zu anstrengend. Also versucht er etwas anderes, was aber gar nicht überzeugend klingt, zumindest mal nicht evil. Aber darum geht es doch gerade beim Death-Metal, oder?
Nun kommt der zweite Song und irgendwie frage ich mich, was da der Unterschied zum ersten ist? Ich finde keinen. Gepolter allerweil. Der dritte Song heißt dann 'Minefield'. Oha, es wird also langsam und schlürfig und der Sänger macht 'Bäääääääh'. Ich habe Angst! Seltsamerweise habe ich bei dem Sound immer die Assoziation eines spielenden Kindes, das mit bloßen Händen in einem Kuhfladen rumwühlt und dann seine Finger in den Mund nimmt. Ja, genau: Bäääääääh. Mit sieben 'ä'.
Nun muß ich der Band in der Folge jedoch attestieren, daß es ihr tätsächlich gelingt, durch manch kranke Harmonie hin und wieder eine morbide Atmosphäre aufzubauen und so etwas wie Flair zu entwickeln, vor allem, wenn die Kotzbowle mal ihren Schnabel hält. So sammelt "Deathhammer" immerhin mal 6 Punkte ein. Dennoch würde ich in den seltenen Fällen, in denen ich so eine Musik brauche, eher zu alten OBITUARY oder der anderen Panzerdeathmetalband, BOLT THROWER, greifen.

Note: 6,0/10

[Thomas Becker]

 

Die ASPHYX-Scheibe hat mir schon in der internen Diskussion ein paar verwunderte Kommentare eingebracht. Warum? Weil ich den Gesang für zu häufig knapp am Ton vorbei empfinde. Was die einen als "gut und außergewöhnlich" empfinden, finde ich "nervig und unpassend". Dabei sind ungewöhnliche Sänger für mich eigentlich ein Reinhörkriterium, allerdings eben nicht immer auch ein Grund, das Resultat wirklich gut zu finden. Bei diesem Todeshammer ist das umso unangenehmer, weil die Musik selbst nämlich das Zeug zu einem absoluten Highlight hat. Abwechslungsreich und mit intelligenten Riffs versehen möchte ich sie mögen, und verdammen kann ich sie auch nicht, aber leider auch nicht immer wieder hören. Da ich aus dem Genre aber sowieso nur gelegentlich Alben wirklich mag, muss ich zugeben, dass ich in diesem Fall einfach mal alle Augen zudrücken muss, denn die Instrumentalfraktion ist einfach zu zwingend. Gesang hin oder her - das ist schon ein feines Brett, das man kennen sollte.

Note: 7,0/10

[Frank Jaeger]

 

Band-Photo-2

 

Dieser Todeshammerstoß macht vor niemandem halt. Denn das, was ASPHYX hier auf die Menschheit loslassen, ist mit allen Wässern gewaschen, gnadenlos und unbarmherzig. Die Songs fräsen sich wie eine Kettensäge tief ins Mark, treffen mit ihrem eleganten Spagat zwischen Moderne und Tradition sowohl den Zahn der Zeit als auch den Geschmack aller Jünger der älteren, von Thrash – bis Death-Metal mit Doom-Einflüssen geprägten Schule. Dabei macht "Deathhammer" ab dem ersten Ton mächtig Spaß und nimmt enorm viel Fahrtwind auf. Die Shouts passen sich meiner Meinung nach bestens in das brachiale Songgefüge ein, der Opener 'Into The Timewastes' prescht von 0 auf 100 binnen eines Augenzwinkerns, das Titelstück strapaziert die Nackenmuskeln aufs Äußerste, das Mienenfeld an der dritten Position rollt sich unaufhaltsam wie ein Panzer in die Ohrmuscheln und 'Reign Of The Brute' tritt immer härter und härter in die Magengegend. Aber auch die restlichen Beiträge unserer niederländischen Kollegen können sich hören lassen und treffen meinen von Thrash-Metal geprägten Geschmack zu 90%. Und auch wenn der eine oder andere Kollege den Burschen keine sonderlich hohe Punktzahl gönnt, so ist es beachtlich, dass es solch ein Fausthieb auf das verehrte Treppchen geschafft hat. Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten, sodass mir einige sicherlich Recht geben werden und mir zustimmen, dass diese Dampfwalze, dieses Nachfolgebollwerk des 2009er "Death...The Brutal Way", ein bärenstarkes Album darstellt.

Note: 9,0/10

[Marcel Rapp]

 

Vorab sollte erwähnt werden, dass ich derzeit eigentlich eher ein Freund der todesmetallischen Raserei bin, bei der langsame Abschnitte liebevoll "Breaks" genannt werden und einzig und allein als Verschnaufpause und/oder kurzes Headbanging-Intermezzo zu verstehen sind. Und trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen?) können mich ASPHYX mit ihrer neuen Attacke vollends begeistern. Vermutlich wird in neun von zehn Reviews auf die symbolträchtige Bedeutung des Albumtitels hingewiesen werden, aber mehr "Arsch auf Eimer" geht nun einmal nicht: "Deathhammer" ist ein Album, auf dem mit ganz einfachen Zutaten eine wirklich großartige Henkersmahlzeit kredenzt wird, die einen ohne Gnade aus den Latschen kippen lässt. Eingängig und sich ins Hirn fräsend sind die zehn Songs, die uns die Holländer hier um die Ohren hauen. Dabei ist es sogar komplett egal, ob die Songs nur 2:26 (wie beim Titeltrack) oder sogar 7:51 Minuten (beim grandiosen Finale 'As The Magma Mammoth Rises') dauern. Das ist über die gesamte Albumlänge einfach nur richtig starkes Songwriting von vier Herren, die ihr Handwerk wirklich verstehen und wissen, worauf es ankommt; für die (neue & alte) Erkenntnis, dass auch langsam zelebrierter Death Metal vollkommen großartig sein kann, bin ich ASPHYX mehr als dankbar. Das heiserne, kernige Gebrüll ist bei der ganzen Geschichte dann das sogenannte i-Tüpfelchen - ich bin begeistert. Hammer!

Note: 9,0/10

[Oliver Paßgang]

Redakteur:
Thomas Becker

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