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Gruppentherapie STORMWARRIOR - "Thunder & Steele"

28.01.2014 | 00:14

Lupenreiner Metal wird Zweiter im ersten Soundcheck 2014. Hier die Gruppentherapie dazu.

Die Hamburger Band STORMWARRIOR überzeugt das Soundcheck-Team, indem sie ihre Songs auf Basis rostfreien Edelstahls konstruiert. Allein schon das Cover verspricht pure Energie. Für Marcel ist das Hymnenarsenal auf "Thunder & Steele" am Rande der Perfektion (zum Review). Wir haben hier vier Meinungen ausserhalb der Soundcheck-Redaktion eingefangen, die das tolle Abschneiden in unserer Monatsbestenliste größtenteils untermauern. Doch nicht komplett kritiklos. Lest selber.



Zugegeben, für diesen Eröffnungssatz wären eigentlich fünf Euro ins Phrasenschwein fällig, aber trotzdem: Es gibt Bands, von denen möchte ich gar nicht, dass sie sich weiter entwickeln. Ganz sicher in diese Kategorie gehört STORMWARRIOR. Solange die sturmfesten Hanseaten das auf so hochseetauglichem Niveau tun wie auf Nackenbrechern der Marke "Northern Rage" oder "Heading Northe", dürfen sie gerne noch ein paar mehr Neuauflagen von "Walls Of Jericho" veröffentlichen. Schließlich gibt es kaum eine andere Band mehr, die den klassisch-lupenreinen Kai-Hansen-Speed-Metal mit solcher Klasse, Spielfreude und Durchschlagskraft interpretiert. Nachdem die Band auf "Heathen Warrior" zuletzt etwas schwächelte, gibt es auf dem neuen Tonträger mit dem so wunderbar innovationsfreien Titel "Thunder & Steele" zum Glück wieder die erhoffte Vollbedienung. Da geben sich erfrischend eingängige und herrlich klischeeschwangere Schlachtenhymnen die Klinke in die Hand, nach zwei Durchläufen kann man jeden begnadeten Ohrwurmchorus grandios mitgrölen und die Songtitel lauten 'Metal Avenger', 'Sacred Blade', 'Iron Born', 'Steelcrusader' et cetera. Alles in bester Ordnung also. Wer jetzt glaubt, Ironie oder gar Sarkasmus zwischen den Zeilen heraus zu lesen, ist aber so richtig "heavy on the woodway", wie der Franzose sagt. Ich meine das alles völlig ernst."Thunder & Steele" erfüllt nämlich zu annähernd 100% ein ganz zentrales Kriterium, an dem sich zumindest bei mir jede Heavy Metal-Scheibe messen lassen muss: Das Teil macht mir mächtig viel Spaß und extrem gute Laune! Enuff said.

Note: 8,5/10
[Martin van der Laan]





Eigentlich würde ich gerne genau so frei faustreckend-unbefangen wie Martin diese Platte feiern, aber (noch) gelingt mir das nicht so richtig. Dabei war ich nach Marcels Vorbericht schon dabei, unbesehen Höchstnoten zu vergeben. Zudem bin ich bezüglich Befürwortung der Entwicklungsresistenz gewisser Bands - auch STORMWARRIOR - voll mit dabei, denn der Stil stimmt ja. Den wenig mitreißenden Vorgänger hat das Quartett mit "Thunder & Steele" auf jeden Fall in die Tasche gesteckt. Was stört mich dann? Nun, momentan klingt mir das in sich alles etwas zu austauschbar (Phrasenschwein ahoi, und mir graust's vor mir selber, dass ich das in Bezug auf diesen Stil gesagt habe). Wenn man sich innerhalb derart fest gesteckter Grenzen bewegt, dann schreibt man entweder Hammer-Songs, oder eben nicht. Es liegt sicher nicht nur daran, dass die Truppe mit dem Titelsong als Opener eine der schwachen Nummern genommen hat. Auch kann ich nicht wirklich den "begnadeten Ohrwurm" für jeden Chorus bestätigen. Gerade die Refrains haben mir bisweilen zu wenig eigenen Charakter, gehen zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Das klingt jetzt alles schlimmer als es ist, aber ich habe mir eben etwas mehr erhofft. Selbstredend gibt es auch jetzt wieder den einen oder anderen sehr coolen Song, und die Soli sitzen perfekt wie eh und je. Zudem muss man ja sowieso jede Veröffentlichung dieser Art heutzutage unter Artenschutz stellen und darf sich glücklich schätzen, so etwas noch einmal zu Ohren zu bekommen. Mit einem kleinen Sympathiebonus gibt's dann knapp die unten stehende Note.

Note: 8,0/10
[Christian Schwarzer]

Innovation? Geschenkt. Eigenständigkeit? Drauf gepfiffen. Aber, auch von STORMWARRIOR kann man geile Songs erwarten. Und die gibt es auf "Thunder & Steele" leider viel zu selten. Was hilft es mir, dass das alles exzellent gespielt ist und Riffs und Soli einmal mehr klingen, als würde RUNNING WILD "Walls Of Jericho" aufnehmen? Das war beim stürmischen Debüt großartig, lief beim Nachfolger schon etwas ins Leere und "Heading Northe" war dann nur deshalb so fantastisch, weil die Melodien etwas mehr aus dem gesteckten Rahmen ausbrachen. Nun geht es wieder zurück zu den beiden Überalben der Bandgeschichte, aber mit so viel Angst vor der eigenen Kreativität, dass die Band einfach nur die eigenen Lieder nochmal aufnimmt. Ständig höre ich Passagen, die ich so schon mal von STORMWARRIOR gehört habe, und zwar deutlich besser. "Thunder & Steele" ist leider zu ängstlich, zu sehr auf Nummer sicher und zu wenig frei von der Leber weg, um im Vergleich mit den eigenen Vorgängern bestehen zu können. Schlecht geht anders, aber eine kleine Enttäuschung ist es dennoch.

Note: 7,0/10
[Raphael Päbst]





Da ist es nun endlich, das neue Werk der Hamburger Sturmkrieger. Genauso aggressiv und rücksichtslos, wie sie sich hier präsentieren, mag ich die Hansen-Zöglinge. Dabei haben sie auch ihr Gespür für einprägsame Melodien nicht verloren. Alle Kopisten-Vorwürfe verfliegen im Wind, sobald der erste Ton des eröffnenden Titelsongs die Ohren erreicht. Man weiss sofort, wer hier die Gitarre zerhackt, doch spätestens beim prägnanten Gesang, der mir im Übrigen schon seit der Hymne 'Heading Northe' immer das Gefühl von Heimat vermittelt, werden alle Zweifel an der Eigenständigkeit der Band ausgeräumt. Melodic Speed Metal ist ein relativ enges Genre-Gewand und es ist doch eh klar, dass da nicht jede Band einen Innovationspreis gewinnen kann. Für mich zählt wie schon für den Kollegen van der Laan nur: Hast du Spaß beim Hören oder kippst du vor Langeweile vom Stuhl? Kannst du dazu deinen Schädel schütteln und deine Faust recken oder hörst du aus Versehen doch den verschmähten, eierlosen Pop Metal? Hast du nach dem Hören einen Ohrwurm oder kannst du dich noch nicht einmal an den Namen der Band erinnern? Ich sag's euch: Bei allen drei Kriterien räumt STORMWARRIOR aber mal sowas von ab! Wer mir das nicht glauben mag, der höre nur den Epik-Hammer 'One Will Survive' oder das hymnische 'Child Of Fyre'. STORMWARRIOR ist zurück und auch wenn "Heading Northe" nicht ganz erreicht wird, kann man dem Jahr 2014 schon jetzt für den mehr als gelungenen Start gratulieren.

Note: 9,0/10
[Marius Luehring]

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Redakteur:
Thomas Becker

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