Gruppentherapie TESTAMENT-"Dark Roots Of Earth"

28.08.2012 | 21:31

TESTAMENT liefern mit "Dark Roots Of Earth" einmal mehr ein saustarkes, hartes wie melodisches Thrash-Album ab und dies katapultiert sie auf Rang zwei des August-Soundchecks. Ganz klar ein Fall für die Gruppentherapie.

TESTAMENT als Thrash-Urgestein meiner metallischen Anfangstage finden bei mir natürlich immer ein offenes Ohr und Wohlwollen. Chuck ist einfach ein großartiger Sänger, und ich konnte bislang noch jedem Album etwas abgewinnen, selbst bei ihrem Ausflug in die Death-Gefilde. Glücklicherweise sind sie wieder zurück und stehen mit beiden Füßen im alten TESTAMENT-Stil voller großer Gitarrenleads, Chucks melodischer Stimmlage abwechselnd mit seinen bösen Shouts und Growls. So ist der Band das erhoffte und erwartet starke Album gelungen, das bei mir nur deshalb auf der Achtermarke stecken bleibt, weil es gerade zu Beginn ein paar Songs gibt, die die Band schon besser hinbekommen hat. So könnte der Titelsong als Mischung aus "The Ritual" und "Souls Of Black" beschrieben werden, das war aber speziell auf der erstgenannten Scheibe schon mal besser. Und der Opener 'Rise Up' nutzt sich recht schnell ab und kann mit dem Material auf "The Gathering", mit der ich diesen Song vergleichen möchte, nicht ganz mithalten. 'True American Hate' passt dann irgendwie zwischen "Low" und "Demonic", aber hier ist der Gesang nur gut. Ich hätte nicht gedacht, mal zu sagen, dass Chucks Death-Growls hier sicher besser gepasst hätten. Trotz aller leiser Kritik sind aber alle Songs sehr gut, und dass es danach noch besser wird, hebt das Album locker über die "sollte man haben"-Marke. Auf jeden Fall ist es das abwechslungsreichste TESTAMENT-Album bislang. Für jeden etwas.

Note: 8,0/10
[Frank Jaeger]


cover


Gut Ding will Weile haben. Die Testamentsvollstrecker sind zwar nicht die Schnellsten, melden sich dafür aber gewaltiger denn je zurück. Obwohl "The Formation Of Damnation" schon vier Jahre auf dem Buckel hat, haben Chuck Billy und Co. wahrlich nichts verlernt, legen ein Thrash-Gewitter seinesgleichen dar und liefern ein weiteres Monument, das nächste Kapitel in der sagenumgewogenen TESTAMENT-Ära, ab, welches vor Vitalität, unbändiger Kraft, frischer Ideen und dem Magischen, welches die Veteranen seit Jahren mit sich tragen, nur so strotzt. "Dark Roots Of Earth" bietet exakt das, worauf man sich aus dem Hause TESTAMENT eingestellt hat. Billy singt, shoutet und grölt wie ein junger Gott, die Riffwände, die Peterson/Skolnick aus dem Boden hieven, sind einmal mehr unnachahmlich, und zur Schießbudenabteilung, für die sich Gene Hoglan verantworten darf, braucht man keine Worte zu verlieren. 'Rise Up' ist ein Opener, wie er im TESTAMENT steht, 'Native Blood' ist ein drum-lastiger Hammer und Bomber wie auch 'True bandphoto1American Hate', und 'Throne Of Thorns' kommt abwechslungsreicher und effektvoller denn je aus den Boxen. TESTAMENT sind zurück, man kann sich auf eine gewaltige, harte Rückbesinnung zu alter Stärke einstellen.

Note: 9,0/10
[Marcel Rapp]

Jaja, die altgedienten TESTAMENT machen auch noch Musik. Und das ja schon seit Mitte der 80er Jahre. Ein gutes Thrash-Album aufzunehmen ist für die alten Jungs also ein Fingerschnippen. Was anderes haben sie ja eh niemals gemacht. Und auch auf "Dark Roots Of Earth" tritt die Bande von Chuck Billy nicht aus ihrem Stilrahmen hinaus, aber warum auch? Das Anfangstrio 'Rise Up', 'Native Blood' und der Titelsong knallen gehörig aus dem Boxen und verleiten Jung und Alt zum Headbangen. Ob nun Chuck ein großartiger Sänger ist, wie Frank behauptet, ist natürlich Sache des Geschmacks, ich finde, bei der Halbballade 'Cold Embrace' macht er keine so schlechte Figur, aber ich bezweifel, daß das live was wird. Die Musik von TESTAMENT ist, wie immer, abwechslungsreich und interessant arrangiert und somit kurzweilig. Höhepunkt jedes Songs ist fürwahr das Gitarrensolo des Meisters Skolnick, ein Gourmethappen für jeden Shredder-Fan. Alles gut also? Leider ertappe ich mich immer wieder dabei, gegen Ende der CD die Aufmerksamkeit zu verlieren und den Wunsch zu verspüren, was anderes zu hören. Sie machen halt business as usual, was für einen langweilig wird, der eben schon 'used to' ist. Deshalb ist meine Note eigentlich "nur" eine gute sieben + einen Skolnick-Extrapunkt.

Note: 8.0/10
[Thomas Becker]



Anstelle von "Dark Roots Of Earth" hätte das Album auch "Get What You Expect" heißen können. Bei den ersten Durchläufen ging mir ständig ein "Ja. Japp. Genau." durch den Kopf, welches sich mit der Zeit zu einem "JA! JAA!!!" entwickelte. Billy, Skolnick & Co präsentieren uns auf diesem Album genau das, was sie am besten können: kurzweiligen, abwechslungsreich arrangierten Thrash Metal ihrer ureigenen Schule. Und um nicht noch einmal die TESTAMENT-typischen Trademarks aufzuzählen, die man auf der Platte allesamt wiederfindet, möchte ich stattdessen auf die Songs verweisen, die ein wenig aus dem Rahmen fallen: So ist der Siebenminüter 'Throne Of Thornes' weitschweifend sowie episch angehaucht und 'Cold Embrace' eine, wie von Thomas bereits benannt, interessante (Halb-) Ballade, bei deren Melodien ich mich häufiger an METALLICAs 'Fade To Black' erinnert fühle. Die restlichen Tracks sind mehr oder weniger typische TESTAMENT-Thraser, wie sie (fast) jeder kennt und (nahezu) jeder liebt. Mich reißt die Scheibe zwar nicht bei allen Nummern vollständig mit - dafür ist sie jedoch auch zu keinem Zeitpunkt langweilig. Feines Ding!

Note: 8,0/10

[Oliver Paßgang]


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Das ist wieder echtes Kraftfutter, was Chuck Billy und seine Bande mit "Dark Roots Of Earth" dem Gefolge kredenzen. Mit dem affenstarken Opener 'Rise Up', dem extrem ohrwurm-wütigen 'Native Blood' und dem mit Doublebass veredelten Mitbrüller 'True American Hate' haben TESTAMENT gleich drei Hammerstücke auf diese Scheibe gepackt, denen man ohne Wenn und Aber das Qualitätssiegel von Bandklassikern aufgedrücken kann. Klangtechnisch fulminant von Andy Sneap in Szene gesetzt bietet "Dark Roots Of Earth" genau das, was man von TESTAMENT erwartet. Das Duo Petersen/Skolnick läuft wieder zu absoluter Topform auf. Die Riffs und die unvergleichlichen Soli sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Sie sind nichts anderes als Musterbeispiele dafür, wie man harten, technisch hochwertigen und zugleich höchst melodischen Thrash Metal gestaltet. Nun gut, in der zweiten Hälfte ist die Hitdichte zwar etwas geringer, aber gegen Ende sorgen TESTAMENT mit 'Last Day For Independence' für einen echten Brecher, der zum Mattenschwenken auffordert. TESTAMENT bestechen 2012 mit einem starken Songwriting, einigen echten Hits und einer Produktion, die keine Wünsche offen lässt. Ein Pflichtkauf für Thrash-Gemeinde!

Note: 9,0/10

[Martin Loga]

Redakteur:
Thomas Becker

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