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Gruppentherapie: HARDCORE SUPERSTAR - You Can't Kill My Rock'N Roll

22.09.2018 | 22:56

7,56 Punkte im Durchschnitt hat das neue Album von HARDCORE SUPERSTAR im Soundcheck bekommen. Damit landeten die Schweden knapp hinter dem Podium auf Platz 4. Für uns ist "You Can't Kill My Rock'N Roll" aber allemal noch mehr Aufmerksamkeit wert.

HARDCORE SUPERSTAR fand ich schon immer irgendwie ganz cool, aber nie gut genug, um mir tatsächlich ein Album zu holen. Die Band steht für mich für gute Laune, fröhlichen Rock - aber nie für Belanglosigkeit. Und so geht es mir auch, wenn ich das neue Album "You Can't Kill My Rock'N Roll" höre - das ist richtig cool gemachter Rock, irgendwo zwischen GUNS N ROSES, TWISTED SISTER (mit besserem Gesang) und den BACKYARD BABIES. Dabei finde ich, dass HARDCORE SUPERSTAR schon in einer höheren Klasse spielt als zum Beispiel PSYCHOPUNCH. Das liegt zum einen daran, dass es einfach etliche coole Ohrwürmer gibt - auf dem neuen Album zum Beispiel das ziemlich Hard-Rock-lastige 'Never Cared For Snobbery', zum anderen daran, dass die Mischung aus fröhlichem Punk, rotzigem Sleaze, Hair Metal und klassischem Hard Rock einfach ausgewogen ist. Ich finde das Album jedenfalls ganz cool [Das war jetzt das vierte Mal "cool" in diesem kurzen Beitrag; wir - einschließlich Mario, wie ihr gleich lesen werdet - haben verstanden, Mr. Walzer. - Anm. d. Red.], auch wenn es mich jetzt nicht aus den Socken haut. Vielleicht steht ja doch bald eine der Scheiben in meiner Sammlung.

Note: 7,5 / 10
[Jonathan Walzer]

 

Ich kann Jonathan zustimmen, ich fand HARDCORE SUPERSTAR schon früher cool. Bei mir reichte es beim Debütalbum sogar zum Kauf und zur Dauerrotation. Songs wie 'Kick On The Upperclass' und insbesondere 'We Don't Celebrate Sundays' sorgen einfach für verdammt gute Laune beim Hören. Das war damals so und ist heute so. Auch wenn ich die Jungs danach ein bisschen aus dem Blickfeld verloren hatte (und wie ich zwischenzeitlich festgestellt habe, war das auch nicht so sonderlich schlimm), will ich mir nicht die Chance der Gruppentherapie nehmen lassen, mir wieder ein Bild der Rocker zu machen. Und es ist ein Bild, das mir auch heute gefällt. Zwar ist HARDCORE SUPERSTAR etwas softer geworden, aber dennoch rocken die Songs gewaltig. Und der Titeltrack 'YCKMRNR' ist ein absoluter Ohrwurm, den ich jetzt seit dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Das Stück hat das Talent zur Band-Hymne. Das ganze Album aber macht einfach Spaß und bringt gute Laune. Daher: Daumen hoch! Dieses Album wird wohl tatsächlich den Weg in meine Sammlung finden.

Note: 8,0 / 10
[Mario Dahl]

 

Dieser Silberling erscheint definitiv zu spät. Wäre "You Can't Kill My Rock'N Roll" im, sagen wir mal, Juni erschienen, wäre das ein klassisches Sommeralbum. Nein, es wäre wohl DAS Sommeralbum 2018. Die gute Laune, die HARDCORE SUPERSTAR auf der elften Veröffentlichung verbreitet, passt zu diesem unglaublich geilen Sommer, den wir hier - zumindest im Süden unseres Landes - erleben durften, schlichtweg perfekt. Wie meine beiden geschätzten Kollegen bin auch ich schwer begeistert von dem, was die vier Jungs hier verzapfen. Mir erscheinen Vince Neils MÖTLEY CRÜE vor dem geistigen Auge - und HARDCORE SUPERSTAR macht tatsächlich alles richtig, denn ich kann mit dem Hair/Sleaze/whatever, was die Gottväter der Szene und ihre Genossen so verzapfen, wenig anfangen. Mit "You Can't Kill My Rock'N Roll" ist das was ganz anderes. Die Schweden können nämlich richtig geile Songs schreiben und bauen nicht ausschließlich auf ihr Image. Egal ob der rasante Opener 'ADHD', 'My Sanctuary', der Stadionrocker 'YCKMRNR', das groovigen 'The Others' - ich spare mir jetzt, hier alle Titel aufzuführen - jeder Song strotzt nur so vor Melodien zum Niederknien. Wieso es dann "nur" zu 8,5 Punkten gereicht hat? Im Gegensatz zu Jhonny fehlt mir hier doch etwas der Rotz, der Schmutz - eben jene Elemente, die die frühen Langspieler von THE HELLACOPTERS oder den BACKYARD BABIES zu zeitlosen Meilensteinen machten. Hier wäre eine glatte Zehn drin gewesen!

Note: 8,5 / 10
[Haris Durakovic]

 

Nach viertägiger Dauerbeschallung steht für mich eindeutig fest, dass HARDCORE SUPERSTAR mit diesem Streich endgültig in der ersten Liga der Sleaze-Metal-Bands angekommen ist. Die aktuelle, top produzierte Scheibe der fantastischen Vier setzt sich durch seine zwölf enthaltenen Rock-And-Roll-Hymnen direkt an der Spitze ihrer bisherigen Discographie fest. Frontman Jocke Bergs Reibeisenstimme hat zwischenzeitlich noch mehr an Rotz und Eigenständigkeit gewonnen und gehört in diesem Genre mit zum Besten, was die Glam- und Sleaze-Szene aktuell zu bieten hat. Ich weiß nicht, ob es vielleicht am leicht blasphemisch anmutenden Cover liegt oder welcher Teufel auch immer unseren redaktionseigenen Prediger Jonathan geritten hat, dass er diese höllisch gute Scheibe trotz gutem Review mit lächerlichen 7,5 Punkten ("ein gutes Album, dem der letzte Kick fehlt, um es dauerhaft auflegen zu wollen") abspeist. Da auf die fachliche Kompetenz von unserem Sympathikus ansonsten immer blind Verlass ist, sei ihm dieser kleine Fauxpas durchaus verziehen.
"You Can't Kill My Rock'N Roll" verbreitet sowohl Glanz als auch Dreck einer schweißtreibenden Glam-Metal-Live-Show, wobei die Songs diesmal besonders vielseitig ausgefallen sind, aber am Ende des Tages doch als unzertrennliche Einheit funktionieren. Die Sleaze-Rocker bedienen sich durchaus auch gerne mal ganz frech bei der Konkurrenz, was aber überhaupt nicht verwerflich erscheint, wenn das Endresultat dafür sorgt, dass der hier schreibende Rezensent bei der Einfuhr selbigen Albums keine Sekunde stillhalten kann und unweigerlich das Tanzbein schwingt. Der Gitarren-Sound beim swingenden 'Hit Me Where It Hurts' klingt verdächtig nach RIVAL SONS, 'YCKMRNR' wurde mit einem fantastischen ZZ TOP-Vibe versehen und die Party-Hymne 'Bring The House Down' bringt das wohlige Gefühl alter SLADE-Tage zurück ins heimelige Wohnzimmer. Hinzu kommen noch Einflüsse von MÖTLEY CRÜE und THE BEATLES, die ja bekanntermaßen schon über viele Jahre den Göteborgern als Inspirationsquell dienen. Als wäre dem nicht schon genug, überzeugen die weiteren drei ausgekoppelten Videos zu 'AD/HD', 'Electric Rider' und 'Baboon' auf ganzer Linie, einzig der Titel 'The Others' will nicht ganz mit dem Rest der Scheibe mithalten. Diese göttliche Veröffentlichung schafft es mir ein partout nicht mehr verschwinden wollendes Dauergrinsen in mein Gesicht zu zaubern. So geht Glam-Metal im Jahr 2018!! "You Can't Kill My Rock'N Roll" dient nicht nur als Album-Titel, vielmehr ist dies als ernst gemeintes Statement der beteiligten Musiker zu sehen.

Note: 9,0 / 10
[Mahoni Ledl]

Redakteur:
Mario Dahl

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