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Gruppentherapie: METAL CHURCH - Damned If You Do

16.12.2018 | 14:03

METAL CHURCH kennt eigentlich jeder Heavy-Metal-Fan. Uns ist das neue Album "Damned If You Do" nach Platz 6 im Soundcheck eine Gruppentherapie wert. Mit dem Album beschäftigen sich dieses Mal Mahoni, Tobias, Jakob und Jonathan.

Nach einigen Durchläufen komme ich zu der Feststellung, dass die Amerikaner vieles auf "Damned If You Do" richtig, beziehungsweise besser gemacht haben als noch auf ihren letzten Alben. Die Songs wirken wesentlich kompakter als auf ihrem etwas sperrigeren Vorgänger. Die Melodien treffen meist punktgenau ins Schwarze und auch die Refrains sind wieder um ein Vielfaches griffiger als zuvor. Das Gitarrenspiel von Kurdt Vanderhoof und Rick Van Zandt ist absolut formidabel und Mike Howe singt tatsächlich noch besser als auf "XI". Mit dem Titelsong 'Damned If You Do', welcher Assoziationen an die geniale Frühphase der Band weckt, dem an "The Human Factor" erinnernden 'The Black Things' oder dem Übersong der Scheibe 'Revolution Underway' und dem Hit 'Out Of Balance' befinden sich gleich vier absolute Hochkaliber auf vorliegendem Rundling. Im Gegensatz dazu schlichen sich mit 'Rot Away' und 'Monkey Finger' nur zwei Langweiler auf die Platte, denen es am letzten Feinschliff etwas fehlt. Der Rest des Materials pendelt sich im gehobenen METAL CHURCH-Standard ein und ist absolut hörenswert. "Damned If You Do" wurde ein Album, welches der Frühphase der Band bisher am nächsten kommt und dem es wirklich nur an kleinen Nuancen fehlt, um wieder in einem Atemzug mit ihren Meisterwerken genannt zu werden. Mit ziemlicher Sicherheit wird diese Scheibe noch öfters ihre Runden in meinem Player drehen und stellt einen weiteren, großen Schritt in die richtige Richtung dar. Wie schrieb unser Peter in seinem 8-Punkte-Review so schön: "Die Messe ist noch nicht gelesen" und dem stimme ich bedingungslos zu.

Note: 8,5/10

[Mahoni Ledl]

 

Ich muss ja zugeben, dass ich den Legendenstatus von METAL CHURCH noch nie so richtig nachvollziehen konnte. Natürlich hat die Truppe aus Seattle insbesondere in den Achtzigern einige starke Alben auf den Markt gebracht, doch für mich gehörten Kurdt Vanderhoof und seine Mitstreiter nie zu den ganz großen Namen des Genres. Entsprechend frei von Erwartungen kann ich auch an den ersten Hördurchlauf des neuen Albums "Damned If You Do" herangehen und muss direkt feststellen, dass das neue Material der Amerikaner überraschend frisch klingt. Die Produktion ist druckvoll, versprüht aber gleichzeitig dank des knarzigen Gitarrensounds genügend Retro-Vibe, um angenehm zwischen den vielen zu Tode produzierten Platten der heutigen Zeit herauszustechen. Ähnliches gilt auch für das Songwriting, das zwar immer wieder an die glorreichen Anfangstage des Fünfers zurückdenken lässt, ohne dabei abgehalftert und altbacken zu klingen. Stattdessen gibt es mit den von Mahoni bereits angesprochenen 'Revolution Underway' und 'Out Of Balance' zwei absolute Highlights, die sich auch auf lange Sicht beständig im Gehörgang festbeißen. Ebenfalls hat der Kollege auch richtig erkannt, dass sich der Großteil der restlichen Tracks aber nur im gehobenen METAL CHRUCH-Standard einpendelt, was für mich auch den Knackpunkt der Scheibe markiert. Außer den beiden Glanztaten bleibt bei mir von "Damned If You Do" auf lange Sicht etwas zu wenig hängen, um bei der Abschlussnote über 7,5 Punkte hinauszukommen. Fans dürfen hier aber trotzdem bedenkenlos zuschlagen, denn im Gegensatz zu vielen anderen alteingesessenen Genre-Vertretern haben die Herren auch nach über 35 Jahren ihr Pulver noch nicht veschossen.

Note: 7,5/10

[Tobias Dahs]

 

Eine Legende war METAL CHURCH für mich auch nie, der Umstand der späten Geburt mag das erklären oder auch nicht. Aber man muss nicht gleich den Legendenstatus bemühen, um zu attestieren, dass sich viele der 80er-Helden keinen Gefallen mit dem Versuch getan haben, bis in die Gegenwart zu überleben. Jung scheint Rock 'n' Roll irgendwie leichter von der Hand zu gehen. Natürlich, es gibt Ausnahmen, aber leider... METAL CHURCH gehört nicht dazu. Darum tue ich jetzt meinerseits der Band einen Gefallen und wische den ganzen Hintergrund mal weg. Völlig unvoreingenommen ist nämlich "Damned If I Do" ein solides Album mit starken Liedern ('Revolution Underway') und einigen Langeweilern. Altbacken klingt das wirklich nicht, da stimme ich Tobias zu, aber frisch ist auch irgendwie anders. Mittel halt, okay, in Ordnung. Und "Herausstechen" ist eine Eigenschaft, die ich mit diesem Album so gar nicht in Verbindung bringen kann.
Dann doch lieber hoffnungsvolle Retrobands wie etwa MIDNIGHT FORCE. Aber nie, wirklich niemals darf eine Band die eigene Kopie werden. Auch wenn es sich um eine gute Kopie handelt, wie in diesem Fall.

Note: 7/10

[Jakob Schnapp]

 

Den absoluten Legendenstatus hat METAL CHURCH für mich auch nicht. Trotzdem habe ich die Band zwei Mal live gesehen, finde das Debüt echt stark, und "XI" lief bei mir rauf und runter. So bin ich neugierig auf "Damned If You Do". METAL CHURCH ist weiter eine absolut relevante Band im Metalzirkus, die Alben auf gutem Niveau veröffentlicht. Klar werden damit die Jahrespolls nicht gewonnen, aber sie haben ihre Altform deutlich besser konserviert als viele andere Bands. Trotzdem ist das Album nach den ersten Spins etwas schwächer als der Vorgänger einzuschätzen. Das liegt daran, dass die ganz fiesen Ohrwürmer fehlen, die mir "XI" auch heute noch ständig ins Gedächtnis ruft. Manchmal geht mir auch etwas das Tempo ab. Mike Howe ist allerdings weiter ein wirklich großartiger Sänger, der auch durchschnittlichere Titel veredelt. Da aber die großen Hits fehlen, lande ich bei einer ähnlichen Einschätzung wie Tobias und Jakob - Mike rettet für mich das Album gerade noch über die 7 hinüber. Ach ja, die Produktion ist natürlich klasse (keine Selbstverständlichkeit bei Nuclear Blast, ich musste neulich die aktuelle KADAVAR-Scheibe hören), und das Artwork fein.

Note: 7,5/10

[Jonathan Walzer]

Redakteur:
Mario Dahl

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