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In der Gruppentherapie: ARMORED SAINT - La Raza

26.03.2010 | 17:13

"La Raza" heißt das neue Album von ARMORED SAINT, das unsere Redaktion komplett überzeugen konnte, wie Platz 2 im März-Soundcheck beweist. Und das, obwohl es eine deutliche, aber ehrliche Soundverschiebung in Richtung Classic Rock gegeben hat. Aber mit John Bush am Mikro kann eben nix schief gehen.


Dass ich gespannt war auf dieses Album dürfte nicht überraschen, schließlich verfolge ich die Band bereits seit "March Of The Saint". In meinen Augen haben die Herren in den vielen Jahren kein einziges schlechtes Album abgeliefert, und auch diesmal stimmt die Qualität wieder. Natürlich liegt das neben der großen Erfahrung der Musiker, die wahrscheinlich gar keinen wirklich schlechten Song schreiben können, vor allem an John Bushs großartiger Stimme. Trotzdem braucht das Album einige Durchläufe bis es zündet, abgesehen von dem genialen Opener 'Loose Cannon', der sofort alles wegfegt. Und selbst dann gibt es einige untypische, relaxte Songs, die "La Raza" einen neuen Charakter geben und länger brauchen, um ihre wirkliche Wirkung zu entfalten, namentlich 'Chilled', 'Blues' und 'Black Feet'. Immer wieder aber riffen sich die Heiligen so typisch durch die Rillen wie lange nicht mehr, zum Beispiel in 'Get Off The Fence'. Das Ding hätte locker auf "Symbol Of Salvation" stehen können! Hallo ARMORED SAINT, schön, dass ihr wieder da seid. Wir haben euch vermisst.

Note: 8,5/10

[Frank Jaeger]

Ich würde mal sagen, im SAINT-Lager ist alles im Lot. Nicht mehr, nicht weniger. "La Raza" ist ein erwartet starkes Album mit leichten Abstrichen geworden, auch wenn diese Aussage beinhaltet, dass "La Raza" nicht gegen die Altlasten der Band anstinkt. Die Band zeigt sich dennoch spielfreudig und detailverliebt und nach wie vor röhrt hier einer der besten Sänger seiner Zunft, was ARMORED SAINTs neuer Scheibe einmal mehr beeindruckend den Stempel aufdrückt.
Allerdings sei erwähnt, dass "La Raza" entgegen meinen Erwartungen ein wenig gebraucht hat, um sich in meinen Lauschlappen festzubeißen, es teilweise auch nicht schafft. Denn neben den typischen Göttergaben der Marke 'Get Off The Fence' oder 'Loose Cannon' stehen die zähen 'Blues' und 'Black Feet'. So habe ich es mit einem Album zu tun, das mich als ARMORED SAINT-Fan nicht enttäuscht, mir aber ungewohnte Toleranz abverlangt. Im Bandkontext heißt das für mich, dass ich als Wegbegleiter der ersten Stunde ein wenig begrenzter werten muss. Die Note ist zwar deswegen nicht wirklich schlecht, spiegelt aber die Diskrepanz zu meiner, zugegebenermaßen durch die Fanbrille sporadisch gezückte 10-Punkte-Wertung wieder. Heißt? Ein gutes Album. Und dennoch bin ich eine qualitativ wertigere Konstanz gewohnt. Einige Hänger bedeuten mindestens 2,0 Abzug. Und das ergibt immerhin 8,0 dicke Zähler.


Note: 8,0/10

[Alex Straka]

Kaum zu glauben, dass "Revelation", das sehr gelungene Comeback der headbangendsten Band Los Angeles' nun auch schon wieder gute zehn Jahre auf dem Buckel hat. Doch kein Wunder, besteht diese "Band Of Brothers" doch aus gefragten Sessionmusikern erster Güte. Der Fan ist es daher gewohnt, lange auf Neuigkeiten aus dem Hause ARMORED SAINT zu warten. Ebenso erwartet er gewohnt hohe Qualität wenn nun endlich mit "La Raza" das erst sechste Studioalbum der gepanzerten Heiligen in die Läden kommt. Diese Qualität liefert die neue Scheibe aus meiner Sicht auf ganzer Linie, auch wenn der eine oder andere Nörgler betonen möchte, dass A.S.2010 nicht so metallisch orientiert ist wie in der alten Zeit. Das mag zwar zutreffen, doch das ist mir persönlich ziemlich egal, wenn mir eine gut gelaunte und perfekt eingespielte Truppe mit einem monströsen Groove rockende Songperlen wie den Opener 'Loose Cannon' serviert, die direkt in die Beine gehen und natürlich nach wie vor mit John Bush, einem der coolsten Rock- und Metal-Shouter aller Zeiten gesegnet sind. Die herrlichen Gitarrenharmonien und Leads von Jeff Duncan und Phil Sandoval sowie die verspielte rhythmisch Glanzleistung der Herren Gonzo Sandoval und Joey Vera setzen der Sache die Krone auf.

Note: 9,0/10
[Rüdiger Stehle]


Ein neues Lebenszeichen von der wohl besten Liveband, die dieser Planet aktuell beherbergt. Eine Dekade nach "Revelation", auf dem die Heiligen bereits ein paar Schritte weg vom reinen Heavy Metal hin zur kraftvollen Rockmusik gemacht haben, serviert uns das sympathische Quintett mit "La Raza" den lange überfälligen Nachfolger. Auch wenn ich es nicht wirklich erwartet hatte, hätte ich mich natürlich über ein reinrassiges US-Metal-Scheibchen gefreut, wie der altbekannte Schneekönig. Allerdings sind die gepanzerten Musikanten so clever von Beginn an klar zu machen, dass sie dieses Album aus reinem Spaß an der Freude eingespielt haben. Ohne alte Beweislasten, ohne aufgesetztes "Hart"-Image. Und so bietet "La Raza" halt genau das, was die Jungs am besten können: Tief ehrliche, relativ harte, Rockmusik, die von einer unglaublichen Stimme begleitet wird. Der kraftvolle, aber gleichzeitig sehr warme Klang des Albums passt dabei hervorragend zur musikalischen Gesamtausrichtung, die die ganz frühen Wurzeln von "L.A.'s finest" sehr deutlich zum Vorschein bringt: THIN LIZZY, early SCORPIONS, WISHBONE ASH. Wer die "Nod To The Old School" kennt, weiß, wovon ich schreibe. So bekommen wir erstklassige Gitarrenarbeit auf allen Nummern geboten, die von extrem treibenden Rhythmen unterlegt sind. Dabei entsteht mal metallisches Sperrfeuer ('Loose Cannon'), mal irisch-afrokanisches Hüftschwingmaterial ('Little Monkey') und mal auch unerwartet entspannte Rockmusik ('Chilled'). Ihr merkt es: Hier geht es um Feeling, Energie und Abwechslung. Und um Bush. John Bush. Kaufen.

Note: 9,0/10
[Holger Andrae]

Seit dem 1991er Rundling "Symbol Of Salvation" haben sich ARMORED SAINT, was Studioalben betrifft, sehr zurückgehalten. Insofern ist ein neues Werk ein Festtag für die Fans, erst recht, da die Band sicherlich nie ein schlechtes oder auch nur mittelmäßiges Album an den Mann oder die Frau bringen wird. "La Raza" zeigt ARMORED SAINT erwartungsgemäß auf gewohnt hohem Niveau musizierend. Aushängeschilder sind dabei, ganz klar, die unwiderstehliche Gitarrenarbeit und der prägende Gesang von John Bush. Richtige Riffmonster gibt es auf diesem Album eher selten, stattdessen sind viele Songs im Midtempo-Bereich angesiedelt und bestechen durch Eingängigkeit und einen gewissen Groove. Doch trotz der Reduzierung der furiosen, ungezügelten Attitüde früherer Alben ist auch auf dem aktuellen Silberteller die Spielfreude zu jeder Sekunde hör- und spürbar. Durch die Entwicklung hin zu einem etwas entspannteren Klangbild braucht es allerdings auch ein paar Durchläufe, bis die Riffs so richtig zünden, aber irgendwann setzen sich die Songs im Hirn fest. Nun ist man zwar gerade von der Klassikern noch etwas mehr Durchschlagkraft im Songwriting gewohnt, was maßgeblich schon an deren insgesamt knackigeren Gangart liegt, aber sehr ordentliche acht Zähler verdient "La Raza" allemal.

Note: 8,0/10

[Stephan Voigtländer]

Redakteur:
Peter Kubaschk
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