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In der Gruppentherapie: DOOMSHINE - "The Piper At The Gates Of Doom"

22.07.2010 | 22:08

Swabian Doom, der im Soundcheck gleich drei Mal 9 Punkte abräumt und damit auf dem zweiten Platz punktgleich mit den alten Recken von BLIND GUARDIAN einläuft? Da muss doch was dran sein, oder?

 

Nach "Thy Kingdoom Come" nun also "The Piper At The Gates Of Doom". Schon die Wahl der Albumtitel beweist, dass DOOMSHINE durchaus Humor haben. Dabei ist die Musik sicher nicht witzig, sondern vielmehr episch, majestätisch und eindringlich. Zwar benötigt der Hörer ein paar Durchläufe, um die meist überlangen Songs vollends aufzunehmen, doch mit jedem Spin setzen sich mehr Songs wie 'Sanctuary Demons', das mit herrlichen Melodien versehene 'Waltzhalla' oder das genial betitelte 'Hark! The Absurd Angels Fall' in der Großhirnrinde fest. Wem GRIFTEGARD zu sakral, CANDLEMASS zu schnell und EREB ALTOR zu viel BATHORY ist, der liegt bei DOOMSHINE goldrichtig. Wer davon abgesehen auf traditionellen, epischen Doom Metal steht, tütet diese Scheibe eh ein.

Note: 8,5/10
[Peter Kubaschk]


Breitwandepik, Theatralik und Dramatik, hier regiert die Schwere. DOOMSHINE stehen für das Traditionelle und Schleppende, das wenig wirkliche Hymnen und wenig Songs an die lavaverkrustete Oberfläche spült, die sich wirklich ins Gehirn brennen. Dafür zuhauf Songs, die auf hohem Niveau ihre Pflicht erfüllen. Heißt? Doom in Reinkultur, fesselnd, packend, aber leider arm an wirklichen Highlights. 'Waltzhalla' oder 'Hark' gehen hier noch am ehesten in die Lauschlappen. Der Rest braucht lange, entfaltet aber auch schlussendlich nicht die wirklich prägnanten Hooks. Das ist aber keine Schimpfe. Im Gegenteil! DOOMSHINE wissen was sie tun und sie wissen was ein Anhänger dieses Genres zum Atmen benötigt. Melodien für Millionen gehören nicht immer dazu. Starkes Album! Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Note: 8,0/10
[Alex Straka]

 

Mit ihrem aktuellen Werk "Piper At The Gates Of Doom" haben die aus Schwaben stammenden Schleicher DOOMSHINE gemeinsam mit BLIND GUARDIAN die Silbermedaille in unserem Soundcheck errungen. Ich stimme mit den Kollegen überein, dass DOOMSHINE instrumental hochwertigen, epischen Doom in petto haben. Abgesehen vom Eröffnungstitel 'Sanctuary Demon' blieb bei mir allerdings nach einigen Hördurchläufen leider kein Stück nachhaltig in den Ohren hängen. Insofern stufe ich dieses druckvoll produzierte, handwerklich prima umgesetzte Werk zwar als gutklassigen Output ein, aber ein Pflichtkauf ist "Piper At The Gates Of Doom" meines Erachtens mit Einschränkungen nicht, denn hierzu fehlen mir die wirklich überragenden Stücke. Anyway, für passionierte Doom-Fans haben die Schwaben Interessantes im Portfolio und fairerweise muss ich anmerken, dass meiner Wertung eine punktemäßige Tendenz nach oben innewohnt.

Note: 7,0/10
[Martin Loga]


Das zweite Album der deutschen Weltuntergangsbeschwörer ist ja nochmal einen Zacken besser als der bereits gutklassige Vorgänger. Dabei hatte ich die Band schon fast vergessen, immerhin sind sechs Jahre ins Land gezogen seit "Thy Kingdoom Come". Umso schöner ist es, dieses Album genießen zu dürfen, das handwerklich großartigen Doom umsetzt, ohne in eine der üblichen Fallen der Marke "jetzt mal was Zügiges, sonst sind wir keine Metaller" oder "könnten wir mit dem Song auch ins Radio kommen, wenn wir ihn etwas poppiger machen?" zu tappen. Statt dessen gibt es erdigen, gut produzierten und ehrlichen Doom, ohne Schnörkel und ohne jegliches Crossover. Dazu der tolle Gesang von Tim Holz, und fertig ist ein Highlight des Jahres, dem für mich keine Hooklines fehlen. Nein, liebe Kollegen, das ist subtil, aber sehr wirkungsvoll. Man muss halt ein wenig Zeit investieren, aber dann geht das Album auf wie die Königin der Nacht. Glücklicherweise aber wann immer ich will. Ein Anwärter auf das Jahresend-Treppchen!

Note: 9,0/10
[Frank Jaeger]

 

Nach sechs langen Jahren des Wartens auf ein neues Album ertönt nun endlich die neue Langrille von DOOMSHINE. Die verwendeten Attributierungen sind stets dieselben - episch, majestätisch, erhaben - aber genau das ist es, was den Doom der Schwaben auszeichnet. Hinzu kommt, dass ihre Spielweise derart einzigartig ist, dass man auch nach sechs Jahren sofort erkennt: Ah, das ist doch die Truppe, die schon auf "Thy Kingdoom Come" formidable Klangkunst zelebriert hat. Nun wird "The Piper At The Gates Of Doom" im Laufe der Zeit definitiv noch weiter wachsen, denn man kann nach ein paar wenigen Hördurchläufen sicher noch nicht alles erschlossen haben, was diese Scheibe zu bieten und hat, und doch: Im Moment hat das Debütwerk "Thy Kingdoom Come" für mich ganz klar die Nase vorn, denn die Klasse von fantastisch-eingängigen Doomhappen wie 'Shine On Sad Angel', 'Where Nothing Hurts But Solitude' oder 'Venus Day' erreicht keines der Stücke auf dem aktuellen Silberteller. In dieser Hinsicht war der Vorgänger doch eine ganze Ecke ergreifender und prickelnder. Zu achteinhalb Punkten reicht es dennoch locker für das feine und jederzeit unangebiederte DOOMSHINEsche Geschepper. Und eigentlich müsste es für die Wahl des kuhlen Albumtitels noch einen halben Zähler obendrauf geben. Empfehlenswert!

Note: 8,5/10
[Stephan Voigtländer]

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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