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JAG PANZER: Interview mit Marc Briody

01.01.1970 | 01:00

Es ist schon etwas her, dass der aktuelle Longplayer der amerikanischen Metalgötter zum Abschuss freigegeben wurde und die Reaktionen der Presse und der Fans könnten momentan besser nicht sein. Wieder einmal haben es die Jungs geschafft, ein zeitloses, gitarrenorientiertes Stück Metal festzuhalten und in Sachen Entwicklung auch einige neue Wege zu beschreiten. In all dem Presserummel konnte ich dennoch Gitarrist Marc Briody einige Facts aus der Nase ziehen.

Alex:
Hi! Hier in Deutschland, aber eigentlich rund um den gesamten Erdball, sind JAG PANZER mittlerweile ein ziemlich standfester Begriff. Und das nicht alleine wegen des sagenumwobenen Fabelalbums "Ample Destruction". Kannst du ein wenig mehr in die Tiefe gehen und unserer Leserschaft eure Roots, musikalisch und abseits der Mucke, näher bringen?

Marc:
Drei von uns, nämlich Harry Conklin, John Tetley und ich, sind in der selben Nachbarschaft aufgewachsen. Ich hatte eigentlich überhaupt keinen musikalischen Background, doch Harry war Sänger im Schulchor, in deren zugehöriger Schulband John klimperte. Wir alle teilten seit frühesten Kindestagen die Liebe zum Heavy Metal. John und Harry waren riesige KISS-Fans, während ich eher DEEP PURPLE bevorzugte. Wir entschieden uns für eine eigene Metalband, als wir fünfzehn Jahre alt waren. Wir übten Tag für Tag wie die Irren und spielten im zarten Alter von 16 Jahren unser erstes Demo ein. Mit 18 folgte der erste Deal und die "Tyrants"-EP kam kurze Zeit später auf den Markt, gefolgt von "Ample Destruction".

Alex:
Euer neuer Teller "Casting The Stones" ist richtig düster und viel heavier als alles, was ihr vorher gemacht habt. Dennoch habt ihr euch die feinen Melodien behalten, die mittlerweile ein Stigma von JAG PANZER zu sein scheinen. Zumindest ich kann euch sofort an ihnen erkennen.

Marc:
Wir mögen es sehr zu experimentieren und zu sehen, was man alles aus unserer Musik herausholen kann. Sicher ist bei JAG PANZER nur eines: Die Art, wie wir unsere Melodien interpretieren. Das ist der Sound, den wir seit jeher entwickeln und den jeder sofort als JAG PANZER identifizieren kann. "Casting The Stones" schert zwar nach allen Seiten etwas aus, bleibt sich aber in dieser Hinsicht absolut treu.

Alex:
Ich spreche in meinem Review sogar von Parallelen zwischen euch und NEVERMORE. Kannst du das nachvollziehen?

Marc:
Nein, ich nicht. Aber alle anderen in der Band sind deiner Meinung. (lacht)

Alex:
Wie lange habt ihr gebraucht um "Casting The Stones" in trockene Tücher zu bringen?

Marc:
Etwa einen Monat.

Alex:
Das ist aber verflucht schnell!

Marc:
Naja, eine Woche für die Instrumente, zwei Wochen für die Vocals und noch mal eine für den Mix.

Alex:
Ich bin fast etwas sprachlos. Erzähl also besser du und zwar ein wenig über die Lyrics des Albums.

Marc:
Das meiste Material hat Harry verfasst. Es gibt eine historische Fiktion ('The Mission'), die gewalttätige Geburtsstunde eines Sterns ('Starlight's Fury'), einen Wahnsinnigen ('The Precipice') und die Ressourcen der Erde, die besser unberührt bleiben sollten ('Feast Or Famine'). Du siehst also, kein Konzeptalbum!

Alex:
"Casting The Stones" klingt sehr scharf, hat mächtig Druck und ist verdammt stark gemastert. Alles klingt aus einem Guss. Welche Hände waren dafür zuständig?

Marc:
Produziert hat wieder einmal Jim Morris, der ja schon einige unserer Studioalben soundtechnisch veredelt hat. Wir haben aber bewusst einige Sachen anders gemacht um diesmal ein etwas anderes Resultat zu erhalten. Wir haben andere Amps und Drums benutzt als bisher und auch mit tieferen Stimmungen experimentiert. Es ist uns sehr wichtig, mit jedem Album einen etwas anderen Sound zu erzielen.

Alex:
Eure Covergestaltung ist ebenfalls wie immer sehr gelungen. Wer hat es designed?

Marc:
Matthias Noren heißt der gute Mann. Ich mag seine Arbeiten für EVERGREY sehr und fragte einfach mal nach, ob er Interesse daran hat mit uns zu arbeiten. Ich war sehr dankbar, als er zusagte und finde auch, dass er einen super Job hingelegt hat.

Alex:
Marc, mal was ganz anderes. Zur Zeit ist die amerikanische Szene absolut bekannt für ihre New Wave Of American Metal und seiner Masse an extremen Metalacts. Kannst du mich szenetechnisch mal auf den neuesten Stand bringen und warum fahrt ihr Amis auf einmal auf das ganze brachiale Zeug ab?

Marc:
Amerika hatte immer diese zwei Szenen. Eine gigantische Mainstream-Welle, auf der dieser ganze Trendscheiß schwimmt und die kleine Undergroundszene, die absolut gesund ist und sich gut entwickelt. Was sich Jahr für Jahr ändert, ist die Größe des Undergrounds. Ich denke, sie wird größer und größer. Immer mehr Leute haben die Schnauze voll von diesen musikalischen Trauerspielen und suchen ihr Heil im Metal.

Alex:
Ihr seid ja sehr klassisch geprägt. Erreicht ihr in den Staaten überhaupt die Metalheadz oder seid ihr mit eurem vergleichsweise erdigen Heavy Metal zur Zeit etwas deplatziert.

Marc:
Deplatziert vielleicht nicht gerade. Wir haben aber nur eine sehr kleine, aber auch sehr treue Anhängerschaft, die aber mit der breiten Masse ebenfalls wächst.

Alex:
Heavy Metal ist ja auch eine Aussage, eine Lebenseinstellung. Kannst du unseren Lesern deine Lebensphilosophie zum Besten geben?

Marc:
Gar nicht so leicht! Ich versuche Menschen immer fair gegenüber zu treten und nicht zu lügen. Ich arbeite hart für meinen Erfolg, lange und viele Stunden. Ich hoffe, dass ich so zu einem guten Beispiel für meine Kinder werde, so dass auch sie ehrliche, stolze und hart arbeitende Menschen werden.

Alex:
Ihr seid ja schon ewig Bestandteil des Musikbusiness. Was willst du überhaupt noch mit JAG PANZER erreichen?

Marc:
Mein primäres Ziel ist es, jedem JAG PANZER-Album einen eigenständigen Sound zu verleihen. Sie alle müssen im Gesamtkontext wie JAG PANZER klingen. Doch nicht unbedingt vom Sound her, sondern von der Seele. Und gleichen sollten sich keine unserer Alben zu sehr. Das fände ich furchtbar.

Alex:
Jammt ihr eure Songs im Proberaum oder habt ihr klassische Songwriter, die alleine zu Hause über den Notationsbögen grübeln?

Marc:
Wir haben noch nie einen Songs gejammt. Manch andere Band mag das können, wir nicht. Chris und ich schreiben unsere eigenen Songs, die wir in Form von Demos dem Rest der Band vorstellen. Alles weitere erledigen wir gemeinsam.

Alex:
Mich interessiert brennend dein Musikgeschmack. Du bist ja auch nicht mehr der Jüngste. Was gibst du dir privat?

Marc:
Alles andere als Heavy Metal. Ich liebe KATE BUSH. Ihre Musik ist unglaublich und sie ist eine der größten Musiker der Welt.

Alex:
Wie sieht es 2005 mit einem Übersetzen nach Europa aus. Werdet ihr kommen?

Marc:
Klar und ich kann es kaum noch erwarten wieder bei euch zu sein.

Alex:
Was erwartet uns dann?

Marc:
110 %! Wir gehen jede Show an, als wäre es die beste unseres Lebens. Wir werden keinen einzigen Abend auf Halbmast spielen, wie man es von manch anderer Band kennt.

Alex:
Marc, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Grüß mir den Rest der Band und startet mal mit "Casting The Stones" ordentlich durch. Letzte Worte?

Marc:
Danke für euren Support. Kommt auf die Tour und lasst uns feiern.

Redakteur:
Alex Straka

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