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LORDI und "Lordiversity" - Sieben auf einen Streich

11.11.2021 | 13:48

Das hat die Metal-Welt wohl auch noch nicht gesehen. Was ich im April dieses Jahres als Aprilscherz vermutete, wird nun Realität: Die finnischen Monsterrocker LORDI veröffentlichen sieben Alben auf einmal. Ein absolutes Mammut-Projekt, für das die meisten Künstler weit mehr als zehn, zwölf Jahre benötigen. Mr. Lordi und seine Monstercrew nutzten jedoch wie keine Zweiten die coronabedingte Konzertpause und zimmerten in nur wenigen Monaten (!) insgesamt 78 (!!) neue Songs zusammen, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können, aber in sich dennoch die deutliche Handschrift LORDIs tragen. Wir schauten für euch auf die Begleitumstände und etwas genauer auf die insgesamt sieben (!!!) neuen Alben aus dem Hause LORDI.

Nach dem neunten Studioalbum "Sexorcism" im Mai 2018 gelüstete es Herrn Lordi nach etwas Neuem, einer ganz neuen Zeitachse. Konnten in unserer realen Zeit die Finnen 2006 mit 'Hard Rock Hallelujah' den Eurovision Song Contest gewinnen und es auf eine sehr stolze Anzahl von Alben bringen, stellte sich das Obermonster die Frage, was passiert wäre, wenn LORDI seit Anfang der 1970er Jahre aktiv gewesen sei, durch verschiedene Epochen und musikalische Einflüsse gestolpert wäre und seitdem unzählige Hits an den Mann gebracht hätte? Richtig, eine Art Best-Of-Geschichte hätte die bisherige Karriere der Monster wunderbar zusammenfassen können, die Geschichte hinter "Killection" war geboren. Diese fiktive Compilation stellt sich vor, dass LORDI schon seit den 1970ern einen Hit nach dem nächsten an den Mann gebracht hätte und liefert alle Hitsingles aus den Jahrzehnten und so, wie sie geklungen hätten, wenn LORDI damals schon existiert hätte. Eine, wie ich finde, äußerst interessante Herangehensweise an ein nächstes Studioalbum, wenn man nicht lediglich "Get Heavy"-, "Deadache"- oder "Sexorcism"-Part 2 veröffentlichen möchte. Wer also LORDI in der Vergangenheit dafür kritisierte, nicht über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut und Neues gewagt zu haben, wurde also Ende Januar 2020 eines Besseren belehrt.

Getreu dem Motto "Not macht erfinderisch" war, wie jeder andere Künstler, auch LORDI dazu gezwungen, die laufende Tour aufgrund der Corona-Pandemie auf Eis zu legen. Und anstatt seiner fiktiven Best-Of-Geschichte lediglich ein neues LORDI-Album hinterherzupfeffern, blickte der Häuptling zurück auf den Aufnahmeprozess und die Entstehung von "Killection", ein Album, das auf einem bisher nicht existierenden Backkatalog der Band basierte. Bisher! Denn was könnte die "Killection"-Idee noch toppen? Richtig, die Aufnahme und Veröffentlichung besagten Backkatalogs. Das Ergebnis mündet in "Lordiversity", das insgesamt sieben brandneue LORDI-Alben enthält und entsprechend ihrer Entstehungszeit mit unterschiedlichsten Instrumenten und Ideen aufgenommen wurde, um so ein Höchstmaß an Authentizität zu erzeugen. Von Disco bis Thrash Metal ist hier also alles vertreten. Ein Mammutprojekt, ohne Frage, doch wir haben es uns für euch zur Aufgabe gemacht, jedes einzelne Album dieses Backkatalog-Boxsets, beginnend mit "Skelectric Dinosaur" und "Superflytrap" über "The Masterbeast From The Moon", "Abusement Park" und "Humanimals" bis hin zu "Abracadaver" und "Spook Sextravaganza Spectacular", einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Den Anfang macht "Skelectric Dinosaur", das aufgrund des Retro-Artworks und der Aufnahme auf einem 24-Spur-Band schon erahnen lässt, wo die monströse Reise ihren Anfang hat. Ein Orgelsound mit bedrohlichen Chören leitet das fiktive LORDI-Debüt recht unheilvoll ein, ehe uns eine Frauenstimme auf die Monster vorbereitet. Was passiert? Es wird im klassischen KISS-, ALICE COOPER-, DEEP PURPLE- und URIAH HEEP-Stil gerockt! Im Fokus steht das Riff, die echte Hammond-Orgel klimpert angenehm im Hintergrund, der Blues ist allgegenwärtig und Mr. Lordis leicht kratziges Stimmchen passt sich dem 70's-Rock auf "Skelectric Dinosaur" sehr gut an. Und was soll ich sagen? Die zehn Songs hätten tatsächlich vor 45 Jahren aufgenommen worden sein können. Ein erdiger Sound und astreine Rock-Refrains wie in 'Spitfire', im schwungvollen 'Maximum-O-Lovin'' oder im von Stanley, Simmons und Co. sehr deutlich beeinflussten 'Phantom Lady' machen Laune und zeigen, woher die Einflüsse der Monsterrocker kommen und wie wandlungsfähig sie sind. Was ist mit dem Rest? Nun, 'The King On The Head Staker's Mountain' ist kalt wie eine Hundeschnauze, mit 'Carnivore' lässt LORDI die Monsterpuppen tanzen, dank 'The Tragedy Of Annie Mae' kommen deutliche ALICE-COOPER-Assoziationen hoch und 'Blow My Fuse' überzeugt aufgrund des starken Blues'. Abgerundet wird "Skelectric Dinosaur" zu guter Letzt mit einem sehr untypischen, verregneten Piano-Instrumental, obgleich der plötzliche Sturzbach dem positiv trockenen Image der Scheibe das gewisse Extra verleiht. Mit einem Outro wie '…And Beyond The Isle Was Mary' hätte man zwar nicht gerechnet, doch wenn eine Band zu überraschen weiß, dann ist es eben LORDI mit dieser blueslastigen und lässigen 70's-Rock-Platte.

Fiktiv springen wir einige Jahre weiter und knöpfen uns "Superflytrap" vor. Und wie bei den Kriegern in Satans Sold – "Detroit Rock City"-Fans wissen, worauf ich anspiele – zog es auch LORDI fiktiv in die Disco-Richtung. Immens schwungvoll kommen die Einflüsse von EARTH, WIND & FIRE, BONEY M, ABBA und BEE GEES zum Vorschein, aktuelle Parallelen zu Björn Strid und THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA sind auch nicht von der Hand zu weisen, spielen aber im fiktiven "Killection"-Kontext keine Rolle. Wie dem auch sei, auf "Superflytrap" wird das Tanzbein geschwungen, die Rhythmen machen unheimlich viel Spaß und die gesangliche Kombination zwischen Mr. Lordi und den Damen hätte besser nicht passen können. Die Discokugel blinkt, die Tanzfläche ist voll und "Uh-Ah"-Chöre sorgen für den Rest. Stellvertretend hierfür zaubern 'Macho Freak', die Mitklatsch-Nummer 'Believe Me' oder das melancholische Herzschmerz-Stück 'City Of The Broken Hearted' auch dem fiesesten Monster ein Lächeln auf die Lippen. Selbst wenn sich der härteste Rocker vom damaligen Discofieber nicht anstecken ließ, so muss er doch neidlos anerkennen, dass 'Bella From Hell', das schmissige 'Gonna Do It (Or Do It And Cry)' oder ' Zombimbo', die noch deutlichste Brücke zwischen "Skelectric Dinosaur" und der vorliegenden LORDI-Disco-Platte, schlicht und ergreifend gute Songs sind. Und spätestens beim abschließenden 'Cinder Ghost Choir'-Refrain darf auch gerne eine kleine Träne die Wange herunterkullern. Hier steckt LORDI unheimlich viel Gefühl und Ausdruck in den Song, der zwar nicht unbedingt zur "Superflytrap"-Ausrichtung passt, für sich genommen aber sehr starke Momenten hat. So ist auch LORDI-Platte Nummer zwei eine stimmige Sache, die nicht nur die Rocker auf die Tanzfläche lockt, sondern auch die einen oder anderen Aha-Momente bereithält.

Wie geht es nun weiter? Mit welchen Bands kann man die nächste Platte am ehesten vergleichen? Welche Pfade durchquert LORDI auf dem nach "Killection" dritten Album? Die Antworten sind "The Masterbeast From The Moon", RUSH, PINK FLOYD, YES und GENESIS sowie die Pfade des progressiven Artrocks. Vorab gefällt mir das stimmungsvolle und zu LORDI durch und durch passende Artwork, doch vorweg wirkt die "Masterbeast"-Platte ein wenig zusammenhangslos, wird ein ums andere Mal doch der rote Faden über Bord geworfen. Für sich genommen sind die Halbballade 'Spear Of The Romans', das dezent an JETHRO TULL erinnernde 'Moonbeast', das sehr fantasievolle und von Mr. Lordi teils geflüsterte 'Bells Of The Netherworld' sowie das Prog-Herzstück 'Church Of Succubus' mit stolzen 12 Minuten Spielzeit tolle Songs, doch wollen die Zusammenhänge zwischen ihnen nicht so recht funktionieren. Das muss nicht unbedingt an LORDI liegen, sondern kann auch meinen Prog-Artrock-ungeübten Ohren geschuldet sein. Trotzdem zeigt die Scheibe wie keine Zweite der "Lordiversity"-Zeitreise, dass LORDI eine der vielfältigsten Bands der Neuzeit ist. Auch wenn ich mich mit dieser These weit aus dem Fenster lehne, kannte man die finnischen Monsterrocker bis dato fast ausschließlich im Schock-Rock-Mantel mit gewissem Hymnenpotential, doch selbst im progressiven Rock oder zuvor im Discofieber wirkt kein einziger Ton aufgesetzt oder gar erzwungen. Nein, alles hat bei LORDI Hand und Fuß und kommt ungemein authentisch herüber, wenn man sich nur die Mühe macht und sich dieser Monsteraufgabe öffnet. Warum "The Masterbeast From The Moon" jedoch zwei Outros benötigt, will mir nicht so recht in den Sinn.

So langsam sind wir allerdings in den 1980ern angelangt, einer Zeit, in der Bands wie W.A.S.P., TWISTED SISTER, SCORPIONS, QUIET RIOT und MÖTLEY CRÜE ihre ersten Höhepunkte erleben durften. Und inmitten dieses nostalgischen Flipperspiels stehen zumindest gedanklich auch LORDI und "Abusement Park", die sich im Glam Rock und -Metal von einst hörbar wohlfühlen. Erinnert das Intro noch an Blackies 'The Big Welcome' vom "Inside The Electric Circus"-Album, geht es im weiteren Verlauf wesentlich bissiger und zielstrebiger als zuvor zur Sache, die Refrains gehen von Beginn an ins Ohr, die Mitsingchöre sorgen für entsprechendes Volumen und das Tempo für eine tolle Dynamik. Die Songs – ob nun das Titelstück, die Mitsinghymne 'Grrr!' trotz teils sehr merkwürdiger Chewbacca-Geräuschkulisse, das schleppende, aber atmosphärische 'Ghost Train' sowie der heimliche Albumhit 'House Of Mirrors' inklusive knackiger Mitklatscheinlage – zünden gleich beim ersten Durchgang und zeigen, dass die Band in ihrem Element angekommen ist. Der eine oder andere Song hätte auch auf regulären LORDI-Alben seinen berechtigten Platz gehabt. In erster Linie denke ich an das mächtige 'Carousel', das hart rockende 'Pinball Machine' oder das 'Nasty, Wild And Naughty'-Statement, die auch ohne Gruselfaktor sehr gut gefallen. Leider flacht das Niveau dem Ende hin ein wenig ab, das in der wohl absichtlich so skurrilen Weihnachtsnummer 'Merry Blah Blah Blah' mündet. Dennoch: Lässt man sich auf die fiktive Zeitepoche ein, hätte "Abusement Park" wohl für den Durchbruch LORDIs sorgen können, der perfekte Soundtrack, wenn in den frühen 1980er Jahren nachts der Vergnügungspark zu einer Monsterparty einlädt.

Wir springen wieder ein paar Jahre weiter und sind in der AOR-Hochphase angekommen, in einer Zeit also, in der Bands wie BON JOVI, EUROPE, SURVIVOR und WHITESNAKE mit ihren teils schon ersten Alben beachtliche Erfolge feierten und den Stadionrock zelebrierten. Das Artwork der vorliegenden "Humanimals"-Scheibe jedenfalls ist selbst für LORDI-Verhältnisse sehr untypisch, passt zum sonnigen, lebensfrohen Gemüt der elf Stücke aber recht gut. Und so ist auch der Schritt zu dieser Scheibe nachvollziehbar, wird nach wie vor das Hauptaugenmerk auf die Refrains gelegt, die auf LORDI-Scheibe Nummer fünf aber deutlich luftiger und massentauglicher die Stadien füllen. Stellvertretend sorgen 'Borderline', das recht eindringliche 'Victims Of The Romance', das schmissige 'The Bullet Bites Back', 'Girl In A Suitcase' mit tollem Keyboardeinsatz und das abschließende Titelstück dank tollem Gitarrensolo für Gefallen und den einen oder anderen Ohrwurm. Erneut wird wie schon auf "Superflytrap" die stilistische Nähe zu THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA und Konsorten deutlich. Passenderweise ist die schon auf "Killection" packende Nummer 'Like A Bee To The Honey' gemeinsam mit HANOI ROCKS-Legende Michael Monroe auch auf "Humanimals" ein Dosenöffner, der von Paul Stanley persönlich mit Allrounder Jean Beauvoir geschrieben wurde. Richtig, die KISS'sche Duftmarke zieht sich nicht nur durch die reale, sondern auch fiktive Geschichte der Monsterrocker aus dem hohen Norden. Auch wenn einige Songs auf "Humanimals" recht vorhersehbar sind, nach der üblichen Erfolgsformel konzipiert wurden und ein ums andere Mal in der "ganz nett"-Ecke vor sich hin pfeifen, ist diese fluffig-luftige Zuckerwattescheibe doch ein wunderbarer Kontrast zu dem, was auf "Abusement Park" gezaubert wurde und uns auf der kommenden Scheibe entgegengepfeffert wird.

Auf "Abracadaver" habe ich mich im Vorfeld unheimlich gefreut, reisen wir mit dem fiktional sechsten LORDI-Album ins Jahr 1991, das noch sehr deutlich vom feinsten Thrash Metal nach ANTHRAX-, METALLICA-, SEPULTURA- und bisweilen auch PANTERA-Art beeinflusst war. Ein harter Cut nach "Humanimals", zugegeben, sorgt dieser Umstand jedoch dafür, dass "Abracadaver" mit viel Zugkraft und Wucht aus den Boxen gedroschen wird. Ein Western-Intro leitet das Unterfangen "Auf die Fresse" ein, ehe uns mit 'Devilium' der erste Offensivschlag mit hohen ROB HALFORD-Gedächtnis-Screams entgegengeschlagen wird. Doch auch hier macht Obermonster Mr. Lordi eine recht authentische Figur und weiß auch das immens drückende Titeltrack-Groove-Monster, den Headbanger 'Rejected' inklusive cooler Gangshouts sowie das sehr finstere 'Raging At Tomorrow' gut in Szene zu setzen. Natürlich kommt auch ein wenig "Black Album"-Feeling mit deutlicher 'Painkiller'-Note hoch, die eigene LORDI-Duftmarke ist aber nach wie vor präsent. Nackenbrecher wie 'Beast Of Both Worlds', das fiese 'I'm Sorry I'm Not Sorry', der KING DIAMOND-Querverweis 'Evil' und nicht zuletzt das ordentliche 'Vulture Of Fire' lassen das schwermetallische Thrash- und Groove-Metal-Herz höherschlagen. Instrumental weiß LORDI auch in dieser deftigeren Sparte zu gefallen – als hätten die Monster in ihrer langen Karriere nie etwas anderes fabriziert – und auch wenn nicht jeder "Abracadaver"-Song ein absoluter Sahnevolltreffer ist und wie auf dem Vorgänger auch zwei, drei Songs weniger locker ausgereicht hätten, gefällt der klare Cut zwischen "Humanimals" und der vorliegenden Abrissbirne und ebnet den Weg zum siebten und letzten LORDI-Album der fiktiven "Lordiversity"-Zeitachse.

Wir sind im Jahre 1995 angekommen: Alben wie "Demanufacture" und "Herzeleid" sind in aller Munde, MINISTRY bereitet sich gerade auf den "Psalm 69"-Nachfolger vor und DEVIN TOWNSEND sorgt mit STRAPPING YOUNG LAD für den ersten verrückten Faustschlag. Richtig, der Industrial Metal ist salonfähig und hat in Form von "Spooky Sextravaganza Spectacular" auch Zugang ins LORDI-Klanguniversum gefunden. Gleich zu Beginn fallen die 'Engel'-Parallelen auf ('Lizzard Of Oz'), eine Mischung aus "Heavy As A Really Heavy Thing" mit deutlichen CLAWFINGER-Tendenzen hält schützend die Hand über die Monster ('Demon Supreme') und selbst hauchzarte DEPECHE MODE-Einflüsse kann die Band nicht abstreiten ('Terror Extra-Terrestrial'). Doch trotz oder gerade wegen des Industrial-Einschlags wird die Parallele zum realen LORDI-Debüt "Get Heavy" sehr deutlich, denn allzu weit entfernt ist "Spooky Sextravaganza Spectacular" vom ursprünglichen Band-Sound nicht. Warum jedoch ein astreiner AOR-Disco-Swinger wie 'Killusion' seinen Weg auf dieses und kein anderes "Lordiversity"-Album gefunden hat, weiß ich nicht. Jedenfalls sorgt dieser Pepp für eine gelungene Auflockerung, von der das wieder heftigere 'Skull And Bones (The Danger Zone)' sowie das stark rhythmische 'Drekavac' mit tollem Dark-Rock-Flair profitieren. Das hundsgemeine 'Shake The Baby Silent' war schon Teil der "Killection"-Compilation und das recht abgedrehte 'If It Ain't Broken (Must Break It)' beendet mit entsprechender 'Anticlimax'-Bestätigung nicht nur "Spooky Sextravaganza Spectacular", sondern auch die wilde Achterbahnfahrt durch die fiktive Diskographie der Finnen.

Zugegeben, ich habe in den vergangenen Tagen kaum etwas anderes gehört als "Lordiversity", doch all die Mühe hat sich gelohnt: LORDI hat mit diesem Monsterprojekt ein Werk für die Ewigkeit erschaffen, gab es doch vorher und wird es wohl auch kaum einen anderen Künstler geben, der binnen kürzester Zeit gleich sieben tolle, facettenreiche und vollwertige Alben an den Mann gebracht hat und bringen wird. Mir gefällt nicht nur die Entstehungsgeschichte und Idee hinter "Killection", auch die Umsetzung des dazugehörigen Backkatalogs "Lordiversity" ist ein richtiger Volltreffer. Auch wenn nicht alle 78 Stücke gleichermaßen glänzen, so befinden sich doch zahlreiche Perlen in der monströsen Schatztruhe. Sieben Alben – jeweils mit Intro und Outro – begleiten den Hörer durch die fiktiven Jahrzehnte, in denen LORDI die verschiedensten Genres beackerte, die unterschiedlichsten Einflüsse, musikalisch wie popkulturell, aufsog und Alben entwarf, die zwar andersartiger nicht hätten ausfallen können, aber stets die deutliche Handschrift Mr. Lordis und seiner Monstertruppe tragen. Spannt man den Bogen weiter, folgt mit "Get Heavy" der nächste Schlag, ein folgerichtiges Schockrock-Album nach "Spooky Sextravaganza Spectacular" und der zusammenfassenden "Killection"-Best-Of-Compilation. LORDI, mit "Lordiversity" hast du dir ein Denkmal geschaffen!

"Lordiversity" erscheint am 26. November via AFM Records.

Redakteur:
Marcel Rapp
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