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MATHYR: Interview mit Sagrim

01.01.1970 | 01:00

Nachdem mich die CD der Thüringer MATHYR stark überzeugt hatte, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mit Sagrim, seines Zeichens Frontmann dieser Black / Death Metal-Band in Kontakt zu treten und ihm ein paar Antworten auf meine Fragen abzuluchsen.

Daniel:
Gib uns doch als Erstes einen kurzen Einblick in die Band und euren musikalischen Werdegang bis zum jetzigen Zeitpunkt. Wenn ich nach dem Foto in der CD gehe, dann seid ihr deren vier. Seit wann gibt es euch in dieser Formation und wie verteilt sich das Line-up?

Sagrim:
Phlegiaz (dr.) und ich (voc., g.) spielen schon seit einigen Jahren zusammen. Vor ca. 1 1/2 Jahren kam dann erst M.H.F. (g.) und etwas später Vod (voc., b.) hinzu. Zu diesem Zeitpunkt hoben wir das Projekt MATHYR aus der Taufe.

Daniel:
Eine der beliebtesten Fragen: Was verbirgt sich hinter dem Namen MATHYR? Meine Recherchen diesbezüglich verliefen sich, vorallem im Netz, wo man ja sonst alles findet, recht schnell im Sande. Was gab den Ausschlag, die Band so zu benennen?

Sagrim:
Hinter MATHYR verbirgt sich überhaupt nichts. Dieses Wort erhält seine Bedeutung ausschließlich durch uns und wird mit uns wachsen.

Daniel:
Wenn ja, welches Label steht hinter Euch? Könnt ihr sagen, dass es relativ unproblematisch war, eines zu finden, das eure CD veröffentlichte? Oder wurden euch diesbezüglich Steine in den Weg gelegt? Man hört ja nicht selten, dass sich Bands mit Demos "dumm und dusslig" schicken.

Sagrim:
Ein Label hat uns zur Zeit noch nicht gefunden. Allerdings konnten wir Morbid Records als bekannten und renommierten Vertrieb gewinnen. Dort kann man also die CD unter www.morbidrecords.de ordern.

Daniel:
Da schicke ich gleich eine Frage der Zukunft hinterher: Was kann man in nächster Zeit erwarten? Bleibt euch genug Zeitraum, euch der Musik zu widmen, vorallem hinsichtlich Live-Auftritten? Habt ihr in der Hinsicht genügend Möglichkeiten? Schließlich seid ihr, denke ich, neben der Musik auch beruflich andersweitig involviert? Wo seid ihr demnächst zu sehen?

Sagrim:
In nächster Zeit vor allem Live-Auftritte, es folgen Gigs in Erfurt, Berlin, Dresden und Schalkau. Desweiteren sind wir dauernd am Ideen sammeln und Songwriting. Die Zeit, die wir für die Musik benötigen, werden wir uns immer nehmen. Speziell bei Phlegiaz und mir ist es sowieso einfach, da wir aufgrund unseres Musikstudiums den ganzen Tag eh nichts anderes machen. Bei den anderen beiden steht alles andere zurück. Es wäre naiv zu glauben, erfolgreich zu sein ohne 100% oder mehr zu geben, das ist uns allen bewusst.

Daniel:
Zur CD: Wann wurde sie veröffentlicht und wie gestaltete sich das Feedback darauf?

Sagrim:
Die CD wurde vor einem halben Jahr veröffentlicht und das Feedback war und ist erfreulicherweise durchweg sehr gut.

Daniel:
In meinem Review zu eurer CD habe ich euch ganz ungeniert als Black / Death Metal-Band bezeichnet. Wie würdest du eure Musik beschreiben und welche Einflüsse aus der Metal-Szene (Bands, usw.) nehmt ihr auf bzw. spielen eine Rolle? Mein Eindruck ist allerdings eher so, das ihr so ziemlich euer eigenes Ding macht, schon deshalb, da ihr mit dem Tempo und eurer Spielart meiner Meinung nach sehr gut umgeht und somit sehr variantenreich erscheint. Ich habe die CD schon zigmal gehört und muss sagen, dass ich es immer wieder tun könnte und sie mich absolut nicht langweilt, was ich als sehr positiv empfinde.

Sagrim:
Diese Beschreibung trifft die Sache genau auf den Punkt. Natürlich könnte ich jetzt versuchen, eine Lanze für uns zu brechen und losphilosophieren, was wir doch alles neu und anders machen, doch das wäre vollkommener Blödsinn. Wir wollen einfach nur das rauslassen, was in unseren Köpfen und Herzen ist. Das Einzige, was uns wichtig ist, ist einem gewissen Anspruch zu genügen, den wir an uns und unsere Musik stellen.

Daniel:
Was denkst du in diesem Zusammenhang darüber, dass in letzter Zeit desöfteren bei Platttenveröffentlichungen größtenteils sofort der Stempel irgendwelcher
Vergleiche herausgekramt wird?

Sagrim:
Wer diese Vergleiche und Schubladen braucht, von mir aus. Damit mussten schon ganz andere Leute kämpfen.

Daniel:
Um was dreht es sich in euren Texten, um einmal auf die lyrische Seite MATHYRs einzugehen. Wer zeichnet sich dafür verantwortlich?

Sagrim:
Die Verantwortung für die lyrische Seite muss ich wohl auf meine Kappe nehmen. In den Texten dreht es sich um alles Mögliche. Nimm zum Beispiel "Morpheus", in diesem Song geht es um das Verhältnis zwischen Kälte und Schlaf. Schlafen ist ein elementares Bedürfnis des Körpers. Ohne Schlaf funktioniert es nicht lange. Doch schläfst du in der Kälte ohne Schutz ein, wirst du erfrieren. In dieser Situation befindet man sich (im übertragenen Sinne natürlich) jeden Tag. Oder nimm "Passion", hier geht es um den zunehmenden Voyeurismus in unserer Gesellschaft.

Daniel:
Das Internet ist zum Beispiel für mich eine sehr gute Recherchequelle. Über euch war relativ wenig zu erfahren, so dass ich jetzt ein wenig auf dem Schlauch stehe - wie kann man mit euch in Kontakt kommen, um zum Beispiel die Daten eurer Live-Auftritte zu erfahren oder um die CD zu ergattern? (By the way: Ich hätte auch gern noch eine...)

Sagrim:
Zum in Kontakt treten steht auf der CD eine Telefonnummer. Die CD gibt es wie gesagt bei Morbid Records. Vielleicht gibt es irgendwann eine Homepage für Daten der Live-Auftritte - mehr muss man nicht wissen.

Daniel:
So, jetzt zum Ende hinkommend etwas Persönliches: Was hörst du privat und was sind deine momentanen fünf Faves?

Sagrim:
Eigentlich höre ich von der Renaissance bis zur Moderne alles. Wenn du dir die Fülle des Materials vorstellst, wirst du sicherlich verstehen, dass es schwer fällt, sich für fünf Faves zu entscheiden. Kleiner Anspieltipp: "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky (die Orchesterfassung), und daraus "Das große Tor von Kiew". Was den Metal-Bereich betrifft, beschränkt sich mein Hörbereich auf EMPEROR, SATYRICON und IMMORTAL.

Daniel Schmidt - Gothicparadise.de

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