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NAZARETH - Ein Ausflug in die Siebziger

01.05.2019 | 14:45

Zum 50. Geburtstag werden Klassiker auf Vinyl neu aufgelegt.

Die Gründung von NAZARETH hat letztes Jahr ihren 50. Geburtstag gefeiert. Von einer zehnjährigen Pause zwischen "Boogaloo" in 1998 und "The Newz" in 2008 abgesehen, waren die Schotten dabei immer sehr aktiv. Alleine zwischen 1971 (das Debüt "Nazareth") und 1991 ("No Jive") wurden 18(!) Studioalben veröffentlicht. In den 28 Jahren seitdem dann nur noch sechs. Hier geht es um die just als Vinyl neu aufgelegten Alben "Razamanaz" (1973), "Loud 'N' Proud" (1973), "Rampant" (1974), "Hair Of The Dog" (1975), "Expect No Mercy" (1977) und "No Mean City" (1978). Alle Alben kommen als farbiges Vinyl mit überarbeitetem Artwork und dem Sound der Remaster-Serie aus den Jahren 2009/2010 daher.

nazareth razamanaz

"Razamanaz"

Den Anfang macht also das dritte Studioalbum "Razamanaz", das mit dem gleichnamigen Titelsong, dem scharfkantigen 'Alcatraz', dem balladesken 'Vigilante Man', dem flotten Boogie-Rocker 'Bad Bad Boy' und dem melodischen 'Broken Down Angel' gleich diverse Hits an Bord hat und so zum ersten Charterfolg der Band wurde. Vor allem UK wurde im Sturm erobert, doch auch hier in Deutschland und in Kanada konnten erste Erfolge verbucht werden.

nazareth loud'n'proud

"Loud 'N' Proud"

Bis zum nächsten Album vergingen lediglich sechs Monate. "Loud 'N' Proud" beinhaltet dabei gleich drei Cover-Versionen mit 'Teenage Nervous Breakdown' (im Original von LITTLE FEAT), 'This Flight Tonight' (von JONI MITCHELL) und 'The Ballad Of Hollis Brown' (im Original von BOB DYLAN), dazu noch fünf eigene Kompositionen. Vor allem 'This Flight Tonight' entwickelte sich zum echten Hit und war hier in Deutschland tatsächlich sogar auf #1 der Charts zu finden, das gelang den Schotten danach nie wieder. Der Hard Rock mit Boogie-Anleihen und immer mal wieder sanften Tönen traf offensichtlich einen Nerv. Und so dauerte es nicht lange, bis NAZARETH zum nächsten Schlag ausholte.

nazareth rampant

"Rampant"

Wieder vergingen nur wenige Monate bis zum nächsten Album. Im April 1974 stand "Rampant" in den Regalen und ging wieder weg wie warme Semmel. Hohe Chartplatzierungen in UK, Österreich, Norwegen und Deutschland sprechen da eine deutliche Sprache. Der Hard Rock blieb angenehm ruppig wie in 'Silver Dollar Forger' und bringt mich zu der Annahme, dass ACCEPT neben AC/DC auch NAZARETH gehört hat, denn Dan McCaffertys Vocals sind schön schroff. Die Hits hören auf 'Shanghai'd In Shanghai', 'Sunshine' und das Cover des YARDBIRDS-Klassikers 'Shapes Of Things', das mit der eigenen Nummer 'Space Safari' verwoben wurde.

nazareth hair of the dog

"Hair Of The Dog"

Erstmals vergeht ein ganzes Jahr bis zum nächsten Album. "Hair Of The Dog" beinhaltet mit 'Love Hurts' und dem Titeltrack die wohl bekanntesten Songs der Band. Von daher ist es fast verwunderlich, dass die damaligen Chartplatzierungen in Deutschland oder Österreich nicht an die der Vorgänger heranreichten. Dafür war das Album aber der Durchbruch in den USA und in Kanada. Top20-Platzierungen bedeuteten in den Siebzigern noch viele hundertausend verkaufte Platten. An der musikalischen Ausrichtung hat sich über die Jahre nicht wahnsinnig viel geändert. Die Schotten blieben eine bodenständige Hard-Rock-Band, die sich nie verbogen hat und dennoch einen fast zehnminütigen Song wie 'Please Don't Judas Me' einbauen kann.

nazareth expect no mercy

"Expect No Mercy"

Wir überspringen die beiden Alben "Close Enough For Rock 'N' Roll" und "Play'n' The Game", die beide im Jahr 1976 erschienen und kümmern uns um "Expect No Mercy", das im November 1977 veröffentlicht wurde. Der flotte Titeltrack gibt hier das Tempo vor und ist dabei nicht mal eine der diversen Single-Auskopplungen. Hier fällt vor allem auf, dass die Gitarrenarbeit origineller und nicht mehr so Riff-lastig ist. Die Erfolge kamen eher mit dem relaxten 'Gone Dead Train', 'Shot Me Down' oder dem schönen 'Place In Your Heart'. Insgesamt kann aber nicht mehr an die großen Erfolge aus der Phase von 1973 bis 1975 angeknüpft werden.

nazareth no mean city

"No Mean City"

Die Reise wird beendet mit "No Mean City", das im Januar 1979 veröffentlicht wurde und das erste Album ist, das nicht in der Ur-Besetzung Dan McCafferty (v.), Manny Charlton (gt.), Pete Agnew (b.) und Darrell Sweet (dr.) veröffentlicht wurde. Aber nicht, weil eines der Gründungsmitglieder ausstieg, sondern weil mit Zal Cleminson ein zweiter Gitarrist angeheuert wurde. Eine Maßnahme, die man Songs wie 'Star' oder 'May The Sunshine' auch anhört. Beides Songs, die vor allem in UK noch einmal für einen Popularitätsboost sorgten, der allerdings auch nötig war, war die Band doch in ihrer Heimat seit einigen Jahren auf dem absteigenden Ast.

Wer sich noch nie mit dem Hard Rock von NAZARETH beschäftigt und sich zudem auf Vinyl spezialisiert hat, der bekommt hier eine ausgezeichnete Gelegenheit, in die Diskographie der Band einzutauchen. Hardcore-Fans streicheln mittlerweile wahrscheinlich bereits ihr Vinyl. Viel Spaß dabei!

Redakteur:
Peter Kubaschk

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