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OBSCENE PRODUCTIONS: Interview mit Curby

01.01.1970 | 01:00

Obscene Productions - zu deutsch: unzüchtige, obszöne Produktionen. Mit Bands wie FLESHLESS oder INGROWING ist es eines der größten Underground-Labels aus Tschechien. Und veranstaltet dort gleichzeitig eines der größten Festivals: das von Powermetal.de in diesem Jahr präsentierte Obscene Extreme. Im 120 Kilometer nordöstlich von Prag gelegenen Trutnov geht es auch in diesem Jahr vom 8. - 10. Juli unzüchtig-zünftig zur härteren Gangart-Sache - perfektes Gambrinus-Bier für 60 Cent je halben Liter paart sich mit Mugge von Death Metal bis Grindcore. Das musikalisch-alkoholische Inferno spielt sich auf einem idyllischen Gelände ab: Mitten vor einer Freiluftkino-Leinwand steht die Bühne, in einer Art Rondell sind lange Sitzbänke fest im Boden verankert. Drumherum spenden hohe Bäume enorm viel Schatten. Also: Sitzen zum Trinken, Moshen fast ohne Sonnenbrand, von mehr als 50 Bands gibt’s eins auf die haarschüttelnde Kartoffel. Cheffe von Label wie Festival ist Curby: Ende 29, tätowiert, gepierct; und wohl einer der freundlichsten Label-Bosse dieses Planeten. Wenn da mal kein Interview fällig ist... (Bild: Macabre, Curby und sein Sohn Nat)

Henri:
Hallo Curby. Wie weit sind denn die Vorbereitungen für das nächste Obscene Extreme gediehen?

Curby:
Hi Henri! Es ist alles bereit. Wir haben gerade den endgültigen Zeitplan festgelegt und natürlich die Festival-CD vorbereitet, die jeder der anwesenden Fans als unser Dankeschön für sein Interesse an extremer Musik bekommt, hehehe. Wir haben nur noch ein paar Tage Zeit, aber wir haben hart wie immer gearbeitet und ich denke, dass alles wirklich okay sein sollte, bis das Fest beginnt...

Henri:
Kannst du ein bisschen von der Geschichte des Obscene Extreme erzählen? Wie fing es an?

Curby:
Es startete 1999, als ich ein kleine Party zu meinem 25. Geburtstag machen wollte. Das Ganze artete dann zu einem Fest mit 40 Bands aus, zudem lud ich alle meine Freunde ein. Das war das erste Obscene Extreme. Nach den überwätigenden Reaktionen der Fans, meinen Freunden und den Bands musste ich natürlich weitermachen, sonst hätten sie mich getötet, hehehe. Ich bin sehr zufrieden mit der musikalischen Richtung des Festivals und ebenso mit der sehr freundlichen und freundschaftlichen Atmosphäre, die jeder bei diesem Ereignis fühlt. Das ist das Wichtigste: Spaß zu haben, die Musik zu genießen und Freunde aus aller Welt zu treffen...

Henri:
Wie würdest du einem deutschen Metalfan das Obscene Extreme beschreiben, um ihn dieses Jahr dorthin zu locken?

Curby:
Wir haben viele deutsche Anhänger seit 1999 und sie sind immer glücklich, zurück in Trutnov zu sein. Ich denke, das ist das Beste, was ich sagen kann. Ich traf auf dem vergangenen Fuck The Commerce eine Menge Fans und sie sagten mir, dass es so etwas wie ein Virus ist: Du willst immer wieder zurück auf das Obscene Extreme oder du bist wirklich traurig, wenn du es verpassen solltest.

Henri:
Wieviele Besucher erwartest du für dieses Jahr auf dem Obscene Extreme? Auf welche speziellen Sachen können sie sich einstellen?

Curby:
Ich rechne, dass rund 3000 extreme Musikverrückte kommen werden. Und spezielle Events? Am Eröffnungstag, also am Donnerstag, wird es eine sehr spezielle Show von hell.cz geben - eine extreme Piercing-Show. Man darf dabei extremes Piercing, Stechen, Hängen an Haken, Live-Folterungen, Nadeln, Drähte, Blut und Schmerzen erwarten, eingebettet in eine dunkle, infernalische Atmosphäre. Außerdem werden die beiden Extreme-Metal-DJs Tom und Devij an diesem Tag wirklich brutales Zeug für euch spielen.

Henri:
Euer Land ist nun in der europäischen Union. Glaubst du, dass das irgendwelche Veränderungen für euer Festivals oder die anderen Konzerte bringen wird? Was hältst du generell von der EU-Osterweiterung?

Curby:
Wer weiß? Vielleicht werden die Leute definitiv begreifen, dass wir keine "Primitiven", sondern "normale" Nachbarn wie in Deutschland oder Österreich sind. Aber ich bin fast sicher, dass alles einfacher als vorher sein wird. Zum Beispiel reicht zur Überquerung der Grenze nur noch der Personalausweis. Zudem wird der Euro überall in Tschechien akzeptiert, Probleme beim Bezahlen fallen weg. Und meine Meinung zur EU? Es ist bloß ein gut sortierter Trick der Politiker. Natürlich haben sie gute Gründe wie das einfachere Reisen oder die einheitliche Währung für einen gesamten Kontinent. Aber zum Beispiel missbrauchen unsere Politiker den EU-Beitritt, die Steuern sind nun höher und sie lügen immerzu. Das ist, so sagen sie, wegen der EU, aber die Realität ist viel differenzierter. Sie kümmern sich nicht genügend um das Geld in unserem Land und sie brauchen immer mehr und mehr und mehr davon für sinnlose Kampfflugzeuge, Bomben und all solchen Scheiß. Deshalb fühle ich mich total verraten, weil ich das erste Mal wirklich eine politische Meinung unterstützt habe: Ich sagte beim Referendum zur EU natürlich "Ja"!

Henri:
Themenwechsel. Wie würdest du denn die tschechische Metalszene in drei Sätzen beschreiben?

Curby:
Hahaha, schwer zu sagen. Unsere Szene ist sehr stark und extrem für so ein kleines Land wie die Tschechische Republik. Ich bin sehr stolz auf die Szene und die Bands, Festivals, Labels, Studios und Magazine aus meinem Land!!!

Henri:
Wie ist bei euch generell die gesellschaftliche Akzeptanz für Metal? Beschreibe uns doch bitte die Entwicklung.

Curby:
Das ist keine leichte Frage. Ich denke, Metal ist von einem Großteil der Bevölkerung ganz gut akzeptiert. Ich erinnere mich daran, dass alle großen Labels wenige Monate nach der Revolution Verträge mir unseren besten Metalbands wie KRABATHOR, KABAT, MASTER’S HAMMER, TORR oder ROOT abschlossen. Sie gewannen viel Geld durch diese Bands, zum Beispiel verkauften KRABATHOR 20.000 Kopien von ihrem ersten Album alleine in Tschechien. Deshalb denke ich, dass ihre alten Fans heute leicht ihre Manager sein können. Jetzt bekommen Metalbands wirklich gute Unterstützung von kleineren und mehr zum Underground hin orientierten Labels - das ist cool für mich. Natürlich denken unsere Eltern, dass das bloß mistiger Krach ist, aber wen interessiert das schon?! Ich liebe diese Musik seit Jahren und werde sie immer lieben... Sie ist einer der wichtigsten Werte meines Lebens.

Henri:
Die Fans in Tschechien sind berüchtigt, dass sie ziemlich dolle abgehen - warum ist das eigentlich so?

Curby:
Ja, sie sind herrlich wild!!! Ich denke, dass hier in Tschechien eine der besten Grindcore-Szenen überhaupt besteht. Deswegen kennen auch viele Fans Grindcore-Zeug und wenn du einmal in diesem "real kickass" Musikstil drin bist, besonders live, dann musst du offensichtlich wild werden und zu Grind-Bands heftig moshen. Ich erinnere mich an früher, als NAPALM DEATH, OBITUARY, DISMEMBER und andere auf ihrer "Campaign For Musical Destruction"-Tour 1992 in einer Sporthalle vor 10.000 Verückten spielten - das war so verdammt wild, eine erstaunliche Erfahrung! Seit diesen Zeiten hat sich hier einiges ganz schön verändert, weil wir nun jedes Wochenende viele Clubshows haben und den Sommer hindurch fast an jedem Wochenende ein Festival stattfindet. So können die Fans zwischen echten Top-Qualitäts-Shows und Festivals auswählen, das ist beinahe so wie in Deutschland. Manchmal kommen eben viele Fans, manchmal nur ein paar...

Henri:
Welches Bild haben tschechische Fans von deutschen Metalheads?

Curby:
Ich denke, dass die meisten von uns die deutschen Fans als sehr leidenschaftlich ansehen und als fest verwurzelt in extremer Musik. Schon auf den ersten Blick verstehst du, dass ihre Leidenschaft direkt aus dem Herz kommt. Deswegen fühle ich, dass sie uns sehr ähnlich sind, auch wenn wir uns aus einer anderen Kultur und von einem anderen Hintergrund her ableiten.

Henri:
Was würdest du sagen, sind die besten drei Bands aus deinem Land?

Curby:
Es ist unmöglich, da eine Wahl zu treffen. Wir haben so viele tolle Bands wie INGROWING, FLESHLESS, AHUMADO GRANUJO, ISACAARUM, CEREBRAL TURBULENCY, PIGSTY, etc., etc.!

Henri:
Und welche Bands aus deinem Land sind unterbewertet?

Curby:
Das ist schwer zu sagen. Es gibt immer noch eine große Barierre, die verhindert, dass gute osteuropäische Bands so populär werden wie viele andere Gruppen aus höher entwickelten Ländern.

Henri:
Und wo siehst du die tschechische Szene in der Zukunft?

Curby:
Gute Frage, unsere Szene ist ziemlich eng mit dem weltweiten Underground verbunden und das ist der wirkliche Weg. Tschechische Bands können defintiv auf Tour durch Europa gehen, sogar durch die USA. Deshalb kann ich sagen, dass sich unsere Stellung verbessert.

Henri:
Du hast ja auch dein eigenes Label, eben Obscene Productions: Was ist die musikalische Idee dahinter?

Curby:
Grinder-Ohren müssen weggeschleudert werden. Ich fing an mit dem Label, als die tschechische Underground-Szene sich gerade bildete. Es ging darum, den Bands von hier zu helfen. Ich halte immer noch stark an diesem obersten Ziel fest.

Henri:
Was sind denn die nächsten Veröffentlichungen auf deinem Label? Was können die Fans jeweils erwarten?

Curby:
Gerade jetzt bringe ich die Wiederveröffentlichung eines kultigen Gore-Grind-Hammers heraus, die Split-CD von MALIGNANT TUMOR und SQUASH BOWELS. Es ist komplett neu gemastert, besitzt ein neues Cover sowie Bonustracks und ist musikalisch ein sagenhafter Gore/Grind/Splatter-Genozid. Zurzeit arbeiten wir heftig an zwei DVDs. Die eine ist die "OBSCENE EXTREME 2003"-DVD - eine komplette Sammlung aller Bands, die dort gespielt haben. Es ist eine extreme Liveshow für eure Augen, fast vier Stunden lang wirklich extreme Musik - sie kommt Ende Juni heraus. Die zweite DVD ist von CRIPPLE BASTARDS und heißt “Blackmails & Assholism”, eine anthologische DVD, eine Geschichte mit Bildern. Es ist die lang erwartete Dokumentation über eine der kontroversesten italienischen Bands aller Zeiten und geht tief zurück zu den Wurzeln ihrer extremen und irrsinnigen Karriere. Die vierstündige Sammlung enthält ihre komplette Show beim Obscene Extreme 2003, ein anderes Kaiptel ist ihrer US-Ostküstentour mit PHOBIA im Oktober 2003 gewidmet. Außerdem wird darauf sein: Eine Kollektion von gutklassigen Shows im jetzigen Line-up, ein Ritt durch die frühen CRIPPLE BASTARDS-Jahre mit Video-Aufnahmen von 1988 bis 1998, außerdem Interviews mit “The Bastard”, “The Crippler” und Michele Hoffmann plus Berichten vom kroatischen und französischen Fernsehen. Zusätzlich gibt es viel rares und verloren geglaubtes Material zu sehen, außerdem Interviews mit den jetzigen Bandmitgliedern... und noch mehr. Wir arbeiten zur Zeit daran. Giulio "The Bastard", der Kultsänger von CRIPPLE BASTARDS, ist hier und wir beide versuchen unser Bestes, das Dokument über diese einzigartig extreme Band in maximaler Qualität fertig zu machen. Die DVD wird dann wohl im Laufe des Jahres erscheinen. Im Juli werden wir zudem noch das neue Album von ABORTION “Gonna Be Worse” herausbringen - sie spielen Grindcore, Mince und Hardcore. Außerdem kommen noch zwei Killer-Mini-CDs von den amerikanischen Grind-Helden PHOBIA auf den Markt, exklusiv nur für Europa: "Get Up And Kill" und "Grind Your Fucking Head In".

Henri:
Auf den Covern der Bands von Obscene Productions sind oft wirklich blutige Szenen zu sehen, außerdem spielen die Bilder oft mit bizarren Sex-Praktiken: Hast du manchmal Angst, dass Kinder bei diesen Covern etwas falsch verstehen? Allgemein gefragt: Glaubst du, dass es eine Verbindung von Gewalt und Musik gibt?

Curby:
Die Konzepte und Grafiken der Obscene-Platten sind hauptsächlich für das pfiffige und intelligente Individuum gedacht. Deshalb fühle ich mich nicht schuldig für die, welche nicht “open-minded” genug sind, ihren Kernpunkt zu begreifen. Es geht um Freiheit des Ausdrucks und um das tiefere Durchdringen von Dingen statt eines kurzen Blicks und eines schnellen Fazits. Was die Gewalt betrifft - die meisten Bands mit extremer Musik ziehen einen gesunden Nutzen aus Gewalt, weil diese Gruppen sie hauptsächlich durch ihre Musik und Kreativität kanalisieren und damit versuchen, die Gewalt aus der alltäglichen Realität herauszulösen. Gewalt in extremer Musik hat eher etwas von einem durch die "Fuck-ups" dieser Welt inspirierten Ausbruch und ist kein Zufluss, um einige solcher Ideen und Phantasien in unsere privaten Gewohnheiten eindringen zu lassen.

Henri:
Wie würdest du denn den Stil von Grindcore am treffendsten beschreiben?

Curby:
BLUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRGGGGGGGGGGGGHHHHHHHHH!!!

Henri:
Hörst du eigentlich privat auch solch brutales Zeug? Nenne einfach einmal deine jetzige Playlist und deine Alltime-Faves.

Curby:
Ja! Musik ist meine wonnige Besessenheit und ich höre sie den ganzen Tag. Es ist nicht nur für das Festival, aber wie sonst könnte ich die Bands auswählen, die ich einlade oder deren Platten ich über mein Label veröffentlichen will. Aber natürlich ist mein musikalischer Geschmack extrem weitläufig und nicht auf die Gebiete der brutalen Musik beschränkt. Zum Beispiel findest du in meiner Sammlung gleich in der Nähe der Earache-Klassiker-Alben von MADONNA, ABBA, BONEY M., SMOKIE, MOTÖRHEAD...! Sei’s drum, meine Alltime-Faves sind BRUTAL TRUTH "Extreme Conditions...", NASUM "Inhale/Exhale", DEAD INFECTION "A Chapter Of Accident", NAPALM DEATH "From Enslavement...", TERRORIZER "World...", CARCASS "Swansongs" und noch Tonnen anderer Alben. So weit es meine momentane Playlist betrifft: Also inklusive Liveshows würde ich sagen, die Gigs von NASUM, GENERAL SURGERY and SKITSYSTEM auf dem Fuck The Commerce (Schweden rockt!!!), CRIPPLE BASTARDS und ISACAARUM auf unserem "Obscene Society"-Fest vor nicht allzu langer Zeit an einem Wochenende und die Platten von DISFEAR "Misanthrophic...", SQUASH BOWELS "No Mercy", CATHERER/F.U.B.A.R. "Split-CD" sowie EXHUMED "Anatomy...".

Henri:
Zurück zum Festival: Was ist für dich die beste Band dieses Jahr und warum? Hast du einen Geheimtipp?

Curby:
EXTREME NOISE TERROR, Bruder!!!!!!!!! Sie sind zurück zu ihren Wurzeln gekehrt und ich bin glücklich, dass sie auf meinem Festival spielen - zum ersten Mal überhaupt in Tschechien. Meine anderen Empfehlungen lauten UNCURBED, EXHUMED, LE SCRAWL, GRONIBARD and many, many more...

Henri:
Es gibt ja nur vegetarisches Essen auf dem Obscene Extreme. Warum eigentlich?

Curby:
Darauf gibt es eine einfache Antwort. Ich bin Veganer und respektiere die Rechte von Tieren zu 100 Prozent. Ich kann wirklich kein Festival machen, auf dem meine Freunde sterben würden. Ich denke, dass ich eine intelligente Person und kein Höhlenbewohner bin, wenn ich fleischlos bleibe und diesen Lebensstil unterstütze. Ich lebe schon seit langer Zeit so. Zu guter Letzt habe ich dadurch einen inneren Frieden gefunden, der mich mein Verhältnis zur Welt und ihren Arten innerlich positiver fühlen lässt. Es ist außerdem keine große Belastung, einmal drei Tage lang Fleisch zu vermeiden. Ich habe vollen Respekt für jeden Gast. Aber seit ich mein Bestes versuche, um ein Top-Festival auf die Beine zu stellen, kann das Publikum, um meine Leistung zu "bezahlen", auch diesen kleinen Schritt tun, indem es meine Ethik akzeptiert.

Henri:
Was waren denn deine größten Enttäuschungen in der Geschichte des Obscene Extreme?

Curby:
Die größte war mit VITAL REMAINS beim Obscene Extreme 2000. Der Typ von VITAL REMAINS sandte mir viele E-Mails und fragte, ob ich sie einladen würde. Ich bin kein großer Fan der Band. Aber ich weiß, dass viele Fans auf diese Band abfahren. So lud ich sie letztendlich ein und sagte okay zu all ihren Wünschen. Dann war ich wirklich geschockt, als mich ein Freund von der Band PANDEMIA anrief - sie hatten gerade mit VITAL REMAINS eine fünf- oder sechswöchige Tour gemacht und sollten in den nächsten zwei bis drei Wochen durch Osteuropa weiterfahren. Er telefonierte mit mir also am selben Nachmittag, an dem VITAL REMAINS eigentlich bei uns Headliner sein sollten und erzählte mir, dass die Band schon auf einem Flughafen in England wäre und ohne triftigen Grund gerade zurück in die USA fliegen wolle. Und diese Band bringt ein Album mit dem Namen “Forever Underground” heraus. Macht das einen Sinn, was denkst du? Und was noch schlimmer ist: Sie schrieben mir niemals zurück um vielleicht Entschuldigung zu sagen oder um zu erklären, was passiert war.

Henri:
Kannst du dich noch an ein paar lustige Festival-Storys erinnern?

Curby:
Da gibt es viel zu erzählen. Das Erste, was mir ins Gedächtnis kommt, ist ein komplett betrunkener Keijo von ROTTEN SOUND, der auf dem Boden vom Backstage-Bereich eine ganze Nacht lang schlief, während die Leute über ihn drüberstiegen. Außerdem noch Giulio von CRIPPLE BASTARDS, angezogen im Mafiastil mit Anzug und Krawatte bei einem ihrer vielen Auftritte bei uns. Und dann noch ein Bursche, der sich in ein großes Fass mit Feuer während der M.A.C. OF MAD-Show warf und plötzlich mit brennenden Haaren und Klamotten mitten durch das Publikum rannte.

Henri:
Welche Festivals wirst du denn dieses Jahr in Deutschland besuchen?

Curby:
Ich war gerade auf dem Fuck The Commerce und das hat mich schon ganz schön enttäuscht. Du weißt, dass ich dieses Festival liebe und ich war dort seit 1998 immer dabei. Dank dieser Festival-Inspiration begann ich überhaupt erst das Obscene Extreme zu organisieren. Aber dieses Mal war zum einen richtig schlechtes Wetter, aber noch schlimmer war die extrem schlechte Organisation. Wie kann NASUM erst um drei Uhr nachts spielen? Ich war todmüde, fast schon eingeschlafen und nur ein paar Fans standen noch da, um ihre Show anzusehen. Aber ich wünsche dem Festival alles Gute und ich hoffe, dass es nächstes Jahr mit besserer Organisation wieder stattfindet. Wie es eben auch immer schon war. Außerdem würde ich dieses Jahr ganz gern aufs With Full Force, aber ich habe eine große Geburtrstagsparty hier, weil ich 30 Jahre alt werde. So: No way for me!

Henri:
Hast du noch einige letzte Worte?

Curby:
Danke vielmals für deine Zeit, Henri. Und mein ganz besonderer Dank geht an all diese Verrückten der extremen Musik, die das "Obscene Extreme"-Festival unterstützen, nur Dank euch können wir es jedes Jahr organisieren. See you all in summer!!!

Redakteur:
Henri Kramer

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