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OBSKURA: Kurzinterview mit Boris Flügl

11.03.2014 | 07:38

Fünf Fragen, fünf Antworten! Boris Flügl von OBSKURA plauderte mit mir über den Werdegang einer symphatischen Untergrundband, die ihr Dasein inzwischen schon mehr als 20 Jahre genießen darf!

Auf "Into A New Age" sind ja eine Menge Einflüsse zu hören. Das Spektrum reicht von Old School Thrash bis hin zum Death Metal. Es gibt sogar viele melodiöse, ja in mancher Hinsicht sogar melancholische Parts. Teilweise würde ich einige Passagen sogar als Stoner Rock bezeichnen. Wer war dafür verantwortlich? Erzählt doch einfach etwas darüber, wie das Songwriting bei euch abläuft!

Es ist ist klasse, aus berufenem Munde solche Einschätzungen zu hören. Vielen Dank dafür! Wir denken aber, dass wir in unserem Songwriting wie viele andere Bands vorgehen. Wir arbeiten einfach von Probe zu Probe konsequent zusammen, hetzen uns nicht und geben jedem Einzelnen von uns die Gelegenheit sich einzubringen. Das Wichtigste ist uns dabei aber, und das haben wir uns auch ganz groß auf unsere Fahne geschrieben, dass wir miteinander und niemals gegeneinander spielen und agieren. Das soll heißen, dass man in unseren Reihen nie sehen oder hören wird, dass jemand den anderen an die Wand spielen will. Wir zählen nur als Ganzes, wir sind Eins und nur das Gesamtbild des Endprodukts zählt. Den Löwenanteil an Ideen muss man allerdings schon Jan zugestehen und das machen wir auch gerne, weil wir stolz darauf sind, ihn in unserer Band zu haben und dass er bei uns die Gitarre quält.

Bevor ich die verschiedenen Stile auseinanderdrösel, frag ich euch bei der Gelegenheit einfach mal selber. Wie würdet ihr euren Stil definieren? Fühlt ihr euch Genre-zugehörig?

Oh, wir freuen uns natürlich darüber, dass unsere Musik als vielfältig und vielschichtig empfunden wird. Wir sind immer bemüht viel in unsere Songs zu verpacken und zu integrieren, aber auch immer vorsichtig damit, den jeweiligen Titel nicht zu überladen. Der Metal an sich besteht ja bekanntlich aus unzähligen Genres und es fällt uns selber schwer uns einzuordnen, aber wir fühlen uns sichtlich wohl in der gesunden Mischung aus Death und Thrash der alten Schule der Neunziger.

Euch gibt es doch schon eine ganze Zeit. Ich hab Demos aus dem Jahr 1995 entdeckt. Erzählt doch ein bisschen was über die Bandgründung. Hattet ihr seit dieser Zeit ein konstantes Line Up?

Ja, das ist richtig, wir sind schon seit 1993 in Sachen Musik unterwegs. Bis 2012 haben wir noch als OBSCURA den Norden unsicher gemacht, uns dann aber dazu entschlossen, das "C" einem "K" weichen zu lassen. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen haben wir es mit einem kleinen Neuanfang verbinden wollen, weil unser damaliger Gitarrero Jörg die Band verlassen hat und wir fast übergangslos Jan verpflichten konnten. Zum anderen wollten wir nicht, dass man in Versuchung kommt, uns mit den Technikgöttern aus München zu vergleichen, denn das geht schlicht und einfach nicht. Wir haben im Laufe unseres Bestehens schon einige Wechsel in der Besetzung mitgemacht, aber sie haben uns auch immer gut getan und weiter gebracht. Wir hatten mit jedem einzelnen unserer Bandmitglieder immer eine gute Zeit. Guido und ich sind seit Anfang an fester Bestandteil von OBSKURA. Seit jüngster Zeit haben wir nun auch Marco ersetzen müssen, der noch "Into A New Age" mit eingespielt hat. Für ihn ist nun Danu an der Klampfe im Team und Marvin strapaziert seine Stimmbänder. Die Zwei haben sich nahtlos eingefügt und so soll und darf es nun auch gerne bleiben, denn es macht uns allen zusammen unendlich viel Spaß.

Ihr gehört zum Untergrund, seid fleißig in der D.I.Y-Konzertorganisation. Was habt ihr in dieser Zeit auf die Beine gestellt? Erzählt doch ein bisschen etwas über eure Liveerlebnisse.

Do it yourself ist gut, ja. Tja, es ist nicht einfach etwas auf die Beine zu stellen, wenn man sich in dieser Musikrichtung bewegt und in einem Gebiet ansässig ist, das nicht gerade als Ballungszentrum bezeichnet werden kann. Es kostet meist einiges an Taler und die hat ein Hobbymucker bekanntlich nicht übrig. Aber in unserem Raum tut sich gerade etwas ganz geniales auf. Die "Meltdown-Crew" in Schleswig lässt eine tolle Szene entstehen und haucht dieser mit ihren Events immer mehr Leben ein. Tolle Bands entstehen und sie helfen sich gegenseitig, um ein absolut vorzeigbares Miteinander vorzuleben. DIVIDE und REZET gehören beispielsweise zu dem Kreis. Aber auch andere geile Bands wie RAMPAGE. Um nun aber wenigstens noch eine Anekdote anzubringen, so kann ich berichten, dass wir mal auf einem Open-Air gespielt haben, bei dem wir sage und schreibe vielleicht 5 Minuten auf der Bühne verbracht haben. Nachdem wir den lieben langen Tag bestes Wetter hatten, fing es genau ab dem Zeitpunkt an sekündlich zu blitzen und zu donnern, als wir endlich am späteren Abend dran waren. Aus Sicherheitsgründen und aufgrund des Unwetters musste das Event dann abgebrochen werden.

Kann man eigentlich zu alt für Heavy Metal werden?

Mit "Nein!" wäre eigentlich schon alles gesagt. Solange man gesund und fit bleibt, sich noch schnell und präzise genug für diese Art von Musik bewegen kann, spielt das Alter keine Rolle. Metal und alles, was dazu gehört, ist eine Lebenseinstellung und eine der besten Gelegenheiten, die tollsten Menschen kennen zu lernen. Nein und nochmals nein!

Zum Schluss möchte ich natürlich an alle Metalheads den Appell richten, den Untergrund zu unterstützen, und euch nochmals die Gelegenheit geben, ein paar letzte Worte an die Leser von POWERMETAL.de zu richten.

Vielen lieben Dank für diese Gelegenheit und überhaupt dafür, hier dabei sein zu dürfen. An die Freunde der handgemachten Musik da draußen bleibt nur eines zu sagen: Es ist so geil, dass es euch gibt und dass ihr diese Musik und diese Szene mit eurem Interesse am Leben erhaltet. Macht weiter so und lasst uns gemeinsam noch viel Spaß mit und an der Musik haben! Vielen Dank für euren Support. Bang your head! Eure Freunde von OBSKURA!


Redakteur:
Michael Sommer

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