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OVERTORTURE: Interview mit Joel Fombrant

20.03.2013 | 06:39

Schwedischer Death Metal erfreut sich seit vielen Jahren absoluter Popularität. Ausgefallen muss er aber sein, sodass man im hiesigen Veröffentlichungsdschungel nicht die Orientierung verliert. "At The End The Dead Await" ist ein Werk, welches über den Tellerrand hinausschaut und druckvoll sowie gewaltig aus den Boxen drischt. Wir hatten also einige Fragen an die Supergroup von OVERTORTURE, die diesen Hass-Braten in der Röhre hat. Es ging über selbiges Werk, früheren, namhaften Projekten und die Live-Zukunft der Jungs. Vokalist Joel Fombrant stand uns Rede und Antwort.

Hey Joey, Marcel von POWERMETAL.de hier. Zunächst möchte ich mich für deine Zeit bedanken. Wie geht’s dir? Seid ihr im OVERTORTURE-Lager in Anbetracht des Releases sehr aufgeregt?

Hallo Marcel, gerne beantworte ich dir einige Fragen! Hier ist alles in Ordnung. Natürlich sind wir super aufgeregt, endlich steht die Veröffentlichung des Albums an, obwohl ich noch eine physische Kopie für mich selbst haben muss. Das hat sich alles ein bisschen verzögert, aber ich denke, morgen wird es in der Post sein.

 

Erzähl uns doch ein wenig über die Band. Die Mitglieder haben in der Vergangenheit ja bereits in Bands wie GRAVE, WITCHERY, THE UGLY oder COLDWORKER gewerkelt. Sind irgendwelche Einflüsse dieser Gruppen im Sound von OVERTORTURE?

Nun, ich denke, da gibt es immer vergangene oder gegenwärtige Einflüsse anderer Bands, die Teil derer sind, ob sie nun wollen oder nicht. Seitdem Magnus alle Songs für das Album schrieb, gibt es natürlich einen Einfluss seiner ehemaligen Truppen, wie GRAVE oder INSISION. Ich hingegen schrieb die gesanglichen Muster und Texte, sodass du wahrscheinlich einige, typische COLDWORKER-Dinge erkennen wirst. Das lässt sich einfach nicht vermeiden, auch wenn man es gerne will. Aber wir haben uns nie hingesetzt und beschlossen, dass wir wie die anderen Bands klingen wollen. Wenn du also einige Dinge jener Gruppen erkennen solltest, handelt es sich mehr um einen glücklichen Zufall.

 

Ich muss euch zu eurem Debüt gratulieren, ich mag es. Würdest du uns etwas über den Ursprung und die Aufnahme dieses schwedischen Death-Metal-Opus erzählen?

Vielen Dank, schön, dass es dir gefällt. Die meisten Stücke wurden bereits 2011 und im Frühjahr 2012 geschrieben. Nachdem wir den Vertrag mit Apostasy-Records unterschrieben, haben wir das Album an verschiedenen Orten im Mai und Juni letzten Jahres aufgenommen und Ola Englund von SIX FEET UNDER hat es schließlich gemischt und gemastert. Ich selbst war nur bei den Aufnahmen der Vocals vor Ort und es war eine recht einfache Angelegenheit. Über ein Wochenende fuhr ich nach Stockholm und nahm dann die Shoutings auf, während Magnus als Produzent handelte und wir nebenbei ein paar Biere hatten.

“At The End The Dead Await” hat ein tolles Zombie-Artwork. Was hat es damit auf sich?

Nochmals vielen Dank. Das Artwork wurde von Gustav Germann erstellt, der auch für unser Logo zuständig war. Wir hatten lediglich ein Grundkonzept für das Cover und er hat dann seiner eigenen Interpretation freien Lauf gelassen. Ich denke, es ist ziemlich gelungen. Es hat einen Comic-Stil, unprätentiös und direkt auf den Punkt gebracht. Ich denke, keiner, der dieses Cover sieht, wird Zweifel daran haben, welche Art von Musik wir spielen. Ich kenne einige Leute, die es "cheesy" nennen, aber ich sehe es nicht so. Wenn man sich mal die alten Alben ansieht, damals, als das Death-Metal-Genre noch recht neu war, ist es eben diese Art von Coverartwork, die verwendet wurde. DEATH' "Scream Bloody Gore" ist ein passendes Beispiel.

 

Gibt es hinter den Songs ein Konzept? Wie würdest du das Artwork mit dem Konzept der Platte kombinieren?

Das Cover basiert auf den Lyrics des Titelstücks. Es handelt von mordenden Menschen, die im Jenseits Rache an ihre Mördern ausüben. Es ist eine Art Horrorgeschichte, die etwas von Edgar Allan Poe beeinflusst wurde, der über Live-Beerdigungen und so schrieb. Wie auch immer, wir dachten, dass das Konzept ziemlich gut zum Artwork passt, so kamen wir zu dem Typen, der seine eigene Beerdigung durchlebt, während er wiederum von toten Trauernden umgeben ist. Das Zombie-Ding war nicht von Anfang an so geplant, und war eher etwas, was auf Gustavs Interpretation basierte.

Für den Rest des Albums haben wir kein bestimmtes Thema, aber ich habe beim Songwriting versucht, die Texte in einem bestimmten Stil, nur mit verschiedenen Themen versehen. Ich mag es, sie als Analogie von Horrorgeschichten zu sehen.

 

Dann lass uns doch kurz über die Songs des Debüts reden. Meine Favoriten sind 'Black Shrouds Of Dementia', 'Murder For The Masses' und ‘The Outer Limits’, sie geben mir ein äußerst brutales Feeling. Was sind deine Lieblinge? Welcher Song würde die Musik von OVERTORTURE wohl am ehesten beschreiben?

Eigentlich mag ich alle Stücke, aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, wäre es 'Slaves To The Atom'. Es war der erste Song, der meine ungeteilte Aufmerksamkeit bekam, als ich mit dem Songwriting der Stücke anfing. Ich denke, dass sich die Lyrics und dazu gehörigen Vocals als genial herausstellten. Das Lied verkörpert schlicht und ergreifend alles, was ich am Death Metal liebe und ich denke auch, dass es jedes Element der OVERTORTURE-Musik abdeckt.

'The Outer Limits' würde ich aber auch noch nehmen, da es auch viele Dinge beinhaltet, die ich mag. Semi-melodische Parts, ein finsterer Breakdown und Lyrics, die für die Musik wie geschaffen sind.

Welche Ziele und speziellen Wünsche hast du mit OVERTORTURE in der Zukunft? Gibt es irgendwelche Pläne nach Deutschland zu kommen?

Der einzige, bisher gebuchte Gig findet am 22. März in Stockholm als Support von HYPOCRISY dar. Wir wollen natürlich auch noch weitere zukünftig spielen, aber da müssen wir erstmal nach dem richtigen Zeitpunkt suchen. Unser Drummer Fredrik zum Beispiel ist auch in anderen Bands aktiv und hat dadurch einen sehr hektischen, vollen Zeitplan und die meisten von uns müssen tagsüber jeweils zu ihren Arbeitsstellen. So ist es ein wenig schwierig, wenn es um Gig-Planungen geht.

Aber in Deutschland spielen wollen wir definitiv noch. Wir sind bei einem deutschen Label unter Vertrag und es ist einfach ein tolles Land für Metal. So wäre ich überhaupt nicht überrascht, wenn Deutschland der erste Auslandsabstecher für OVERTORTURE wäre. Hoffentlich früher als später.

 

Mit welcher Band würdest du gerne auf Tour gehen? Deiner Meinung nach, welche Bandkonstellation ist die brutalste Mischung, wenn es um schwedischen Death Metal geht?

Wow, das ist eine schwierige Frage. Meine Favoriten bewegen sich im alten, klassischen Raum, so würde für mich ein Traum wahr werden, wenn wir mit Bands wie ENTOMBED oder UNLEASHED auf Tour gehen könnten. VOMITORY wäre auch so eine Band, von der ich jahrelanger Fan bin. (Leider wurde mittlerweile die Auflösung von VOMITORY für das Ende 2013 bekannt gegeben. Anm. d. Red.) Und von den neueren Bands finde ich DEMONICAL gut, aber ich wüsste nicht, was passiert, wenn Fredrik dieser Doppelbelastung jede Nacht ausgesetzt wäre, haha. VOLTURYON sind auch ein brutaler Haufen, mit denen eine Tour einer Explosion gleichen würde.

 

Die letzten Worte gebühren natürlich euch. Joel, vielen Dank für das Interview, es war ne Freude. Ich wünsche euch ein erfolgreiches Jahr und alles Gute mit eurer neuen Death-Metal-Offenbarung.

Checkt auf jeden Fall unser Debüt "At The End The Dead Await" via Apostasy Records. Geht auch auf unsere Facebook-Seite und auf www.overtorture.se für Merchandise, Infos und Updates. Wir hoffen euch alle in nicht allzu ferner Zukunft zu sehen. Vielen Dank für alles und vielen Dank für das Interview.

Redakteur:
Marcel Rapp

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