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PARAGON: Interview mit Martin Christian

30.06.2007 | 09:48

PARAGON aus Hamburg haben in ihrer über fünfzehnjährigen Bandgeschichte etliche Alben veröffentlicht und sind auch live recht häufig präsent gewesen. Doch trotz harter Arbeit ist der Band der Durchbruch noch nicht so recht geglückt. Mit "Forgotten Prophecies" haben PARAGON dieser Tage ihr achtes Studioalbum veröffentlicht. Grund genug, einen kleinen Plausch mit Gitarrist und Bandgründer Martin Christian zu halten.


POWERMETAL.de- Martin:
Hallo Martin! Glückwunsch zur neuen Scheibe "Forgotten Prophecies"!

PARAGON- Martin Christian:
Danke.

POWERMETAL.de - Martin:
Allerdings muss ich sagen, dass ich die Backing Vocals bei einigen Refrains nicht gerade berauschend finde. Auch bei den Refrains selbst hätte man noch ein Pfund draufsatteln können. Die klingen teilweise nicht sonderlich prägnant. Das Riffing auf "Forgotten Prophecies" ist wie immer hammerhart und auch gut. Wie stehst du zu diesen Kritikpunkten?

PARAGON- Martin Christian:
Das hat viel mit der übernächsten Frage zu tun! Auf den letzten CDs waren die Backings eigentlich immer von Piet Sielck durchgeführt und nun mussten wir das selber auf die Reihe kriegen. :-) Ich muss dir zum Teil Recht geben, dass es sicher noch besser gehen würde. Aber wir hatten doch eine zeitliche Begrenzung und nicht den Vorteil eines "Instant"-Chors.

POWERMETAL.de - Martin:
Vergleiche doch bitte einmal "Forgotten Prophecies" mit dem letzten Studioalbum "Revenge"!

PARAGON- Martin Christian:
"Forgotten Prophecies" ist etwas kompakter und rauer als "Revenge", was ein gewollter Effekt war, da wir einige kleine Änderungen vornehmen wollten. Die Songs sind kürzer und die Durchschnittsgeschwindigkeit ist höher.

POWERMETAL.de- Martin:
Was war der Ausschlag gebende Punkt, dass ihr die Tourtechniker des "Metal Bash Road Kill", Steve Quellmalz und Arne Wachtmann, mit der Produktion beauftragt habt? Wart ihr mit der Produktion von "Revenge", das ja wie alle Alben seit "Steelbound" (2001) von Piet Sielck produziert wurde, nicht so zufrieden oder wolltet ihr einfach etwas Neues ausprobieren?

PARAGON- Martin Christian:
Wir wollten eher mal was Neues probieren. Piet hatte selbst gesagt, dass es für ihn schwer werden würde einen draufzulegen oder ganz andere Sounds aufzufahren. Wir wollten außerdem etwas ungeschliffener und näher am Livesound der Band sein. Da boten sich natürlich Steve und Arne an, da sie die Tour begleitet hatten und nun ein günstiges Studio am Start hatten, wo wir mit unserem Live-Equipment aufnehmen konnten.

POWERMETAL.de- Martin:
Ich las kürzlich ein Review eines Online-Magazins, in der man euch soundmäßig eher im Stile der NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal) ansiedelt, was ich definitiv nicht unterstreichen würde. Wie verortet ihr selbst eure Musik und welche Bands würdet ihr als wichtige Einflüsse nennen?

PARAGON- Martin Christian:
Na ja, die NWOBHM ist ja ein großer Einfluss für alle. Aber damals gab es sicher keine grossen Doublebass-Attacken oder so. Uns in diesem Stil anzusiedeln ist etwas ungenau! Wir haben von den Riffs her 'ne Menge US-Metal im Sound stecken. Wir sehen Sachen wie METAL CHURCH, AGENT STEEL oder VICIOUS RUMORS als Einfluss. Dazu natürlich eine ordentliche Portion britischen Metal und fertig ist der Mix!

POWERMETAL.de- Martin:
Beobachtet ihr eigentlich aufmerksam die deutsche Metalszene und habt ihr eine Auge darauf, was die potenzielle "Konkurrenz", also Bands wie GRAVE DIGGER, U.D.O., IRON SAVIOR oder auch RUNNING WILD so auf die Beine stellen? Oder zieht ihr da keine Vergleiche?

PARAGON- Martin Christian:
Mittlerweile nicht mehr. Früher allerdings schon. Besonders GRAVE DIGGER fand ich vom Gitarrensound und von der Produktion her interessant, als Uwe Lulis dabei war. RUNNING WILD bis zu "Masquarade" waren auch cool. Damals hätte man gerne etwa diesen Erfolgslevel gehabt. Mittlerweile schwächeln die in meine Augen gewaltig und man blickt zufrieden auf CDs wie "Revenge" zurück!

POWERMETAL.de- Martin:
Mit der künstlerischen Selbstverwirklichung geht kommerzieller Erfolg oft nicht einher. Wie sieht es bei PARAGON aus? Wie siehst du dieses Spannungsfeld?

PARAGON- Martin Christian:
Tja, das lernt man in Laufe der Zeit. Zeitweise gab es ja einen Aufwind für traditionellen Metal, der im Moment etwas eingebrochen ist. Es war immer mein Ziel, coolen Metal zu machen, den ich mir selber anhören würde, da man oft enttäuscht wurde von seinen Lieblingsbands. Die CDs hatten nicht genug Power. Dass der Marktwert dieser Musik nicht sonderlich hoch ist, wussten wir schon immer. Natürlich hätten wir gerne einen Status wie z.B. GRAVE DIGGER oder GAMMA RAY. Die haben alle in den 80ern ihren Namen gemacht. (Ähm, GAMMA RAY sicher nicht! - Anm. d. Verf.)

POWERMETAL.de - Martin:
Jetzt mal angenommen, eine große Plattenfirma würde euch unter Vertrag nehmen, unter der Bedingung, dass ihr einen "glatter" klingenden Sänger rekrutiert und euren Sound auch etwas verändert. Kämen da von euch vehemente Einwände?

PARAGON- Martin Christian:
Ich würde so was nicht unter dem Banner PARAGON rausbringen, da besonders die Kombination von Gesang und Gitarren den Sound prägt und meine Metalmastermind-Gedächtnis würde mich ermahnen, dass so was immer gefloppt ist. :-)

POWERMETAL.de- Martin:
Steckt ihr euch konkrete Ziele für eurer Wirken mit PARAGON? Wollt ihr mal auf bestimmten Festivals auftreten, auf denen ihr bisher noch nicht wart oder mal in einem bestimmten Land spielen?

PARAGON- Martin Christian:
So konkret planen wir nicht. Wir wissen aber schon, was wir wollen und das ist tatsächlich: in Zukunft mehr Gas zu geben! Vor allem bei den Festivals und gerne auch mal dort, wo wir noch nicht waren.

POWERMETAL.de - Martin:
Vielen Dank für dieses Interview! Die letzten Worte gehören dir. Was willst du den Lesern von Powermetal.de und den PARAGON-Fans sagen?

PARAGON- Martin Christian:
Wir hoffen, euch irgendwo live zu überfallen, denn dafür sind wir bekannt! Plus eine kleine Werbung: Die Bonus-DVD zu unserem neuen Album "Forgotten Prophecies" ist echt cool geworden und weit besser als die letzte!

Redakteur:
Martin Loga

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