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PERIPHERY: Interview mit Spencer Sotelo

29.02.2012 | 07:25

Für die modernen Prog Metaller von PERIPHERY wird ein Traum wahr - Eine gemeinsame Tour mit DREAM THEATER! Ein offenes Gespräch mit PERIPHERY-Sänger Spencer Sotelo vor der Show in Hannover.

Hi Spencer! Wie geht es dir, bist du schon gespannt auf die bevorstehende Show?

Absolut! Ich kann, glaube ich, für alle sprechen, dass dies unsere Lieblingstour bisher ist. Wir hatten bisher noch nie die Möglichkeit gehabt auf derartigen großen Bühnen und vor solchen Publikumsgrößen zu spielen, es ist absolut großartig!

Eine gemeinsame Tour mit DREAM THEATER - Ein Traum wird wahr?

Ja, absolut! Ich zwar nicht so sehr, aber viele Jungs aus der Band sind mit DREAM THEATER aufgewachsen. Du kannst dir also vorstellen wie Verbunden wir uns fühlen, mit der Band, auf welche wir aufgeschaut und die wir bewundert haben, nun die Möglichkeit haben, die gleiche Bühne zu teilen. Es ist wirklich ein wahr gewordener Traum.

Wurdet ihr vom Publikum gut aufgenommen? Was sind deine Erfahrungen bisher auf der Tour mit DREAM THEATER?

In den meisten der Shows ja. Es gab eine Show in Düsseldorf glaube ich, in der wir ernsthafte technische Probleme hatten und in der Mitte des Sets abbrechen mussten. Das schien alles sehr unbeholfen und einige Fans riefen uns zu nach Hause und von der Bühne runter zu gehen. Wir lassen solche Dinge nicht so an uns heran, aber es war auch nur eine Show und generell läuft es sehr gut, wir haben nicht erwartet so gut akzeptiert zu werden von den DREAM THEATER-Fans wie bisher.

Das freut zu hören, denn eure Musik ist ja schon ein modernerer Sound als der von DREAM THEATER.

Ja, das stimmt. Aber wir sind eine Progressive-Metal-Band, DREAM THEATER sind eine Progressive-Metal-Band und dies ist, wo die Zukunft hinführt.

Du hast mir schon eben erzählt, dass DREAM THEATER ein großes musikalischer Einfluss für euch waren und sind. Was sind deine Einflüsse in Bezug auf die Texte?

Ich höre mir viele verschiedene Sänger an, aber ich versuche, dass sie mich nicht zu sehr darin beeinflussen, was ich mache. Denn ich möchte wie ein Original klingen und ich möchte etwas machen, das man nicht bei Anderen hört. Ich denke, das ist der beste Ansatz gesanglich: Mach dein eigenes Ding, denn der Gesang ist ein organisches Instrument, er kommt aus deinem Körper, weshalb man nicht versuchen sollte, jemanden zu imitieren, wie du es auf der Gitarre machen kannst. Denn die Gitarre ist nur ein Instrument, ein Stück Holz mit Saiten, auf dem man spielt. Aber der Gesang kommt von hier [zeigt auf seine Brust], deshalb solltest du deinen eigenen Sound rauskommen lassen.

Und wie kommst du auf die Inhalte der Songs? Sind sie ausgedacht oder haben sie persönliche Hintergründe?


Vieles ist ausgedacht bzw. Science-Fiction oder eigenartige Geschichten. Ich schreibe über fast alles. Ich gehe in den tiefen Untergrund, schreibe über Gesellschaften in der Welt und so weiter, aber ich versuche die Themen auszubreiten und nicht nur über eine Sache zu schreiben.

Die Veröffentlichung eures neuen Albums ist glaube ich für Mai angesetzt, ist das korrekt?

Jein, wir haben noch kein exaktes Veröffentlichungsdatum. Wir haben versucht das Album fertig zu stellen, bevor wir auf diese Tour gefahren sind, jedoch haben viele Dinge länger gedauert. Aber wir wollen versuchen es perfekt zu machen und nicht etwas rauszubringen, was nicht in unseren Ohren perfekt klingt, mit dem wir nicht zu 100% froh sein können. Darum haben wir uns dafür entschieden es erst mal liegen zu lassen, nichts zu überstürzen, sondern die Tour mit DREAM THEATER zu machen und dann nach Hause zu kommen und es fertigzubringen. Und wenn das geschafft ist, werden wir das Veröffentlichungsdatum bekannt geben. Ich vermute, es wird gegen Mai sein, anvisiert haben wir vor der Tour Anfang April, aber das mussten wir zurückstellen.

Wie verlief der Songwriting-Prozess zum neuen Album?

Ich weiß nicht ob dir bekannt ist wie der Songwriting-Prozess für das letzte Album lief…?

Nein, leider nicht.

Es war hauptsächlich Misha [Gitarre], der alles schrieb für das Album. Er hatte viele Demos an denen er über Jahre dran saß, es war also er mit sich selbst, mit keinem anderem aus der Band. Ich glaube Jake [Gitarre] war der einzige, der seine Hände mit ihm Spiel hatte bei 'Race Car', den Song haben er und Misha zusammen geschrieben. Aber die anderen meinten, das Misha das gesamte Album geschrieben habe. Du wirst eine große Veränderung auf dem bevorstehenden Album hören, denn jeder hat seine Hand beim Schreiben angelegt. Sogar Mark, unser neuer Gitarrist, schrieb tonnenweise Riffs für das Album. Ich schrieb dieses Mal auch alle Vocals, auf dem letzten Album kam ich gar nicht dazu, weil ich zur Band drei Wochen vor Beendigung der Aufnahmen stoß. Ich musste also viel Material lernen, einige Sachen abändern und den Gesang einfach fertig bekommen. Auf dem nächsten Album wirst du den Input von allen hören, es wird sich also eher wie eine komplette Band anhören und nicht nur eine Person sein, die alles schreibt.

Habt ihr schon einen Titel für das neue Album?

Es gibt ein paar Titel, die herumschwirren, aber es ist noch nichts hundertprozentig fest. Es gibt einige alberne Titel, ein paar seriöse, aber wir haben uns noch nicht entschieden.

Bevorzugst du Klargesang oder Shouts?

Bevor ich das letzte Album eingesungen habe, mochte ich Schreie und Shouts überhaupt nicht. Ich habe sie nur gemacht, weil ich sie machen musste, aber in den letzten fünf bis sechs Monaten habe ich meine Growling-Stimme weiterentwickelt und mittlerweile mag ich es sogar. Ich mag Klargesang immer noch etwas mehr, aber das Growling schafft mich nicht mehr so, ich liebe es zu machen. Es wird davon also viel vertreten sein auf dem neuen Album.

Werden wir heute Abend neues Material zu hören bekommen?

Nein, unglücklicherweise hatten wir nicht genug Zeit zwischen der Fertigstellung des Albums und der Tour, um die Songs mit der ganzen Band zu üben. Auf der nächsten Tour mit PROTEST THE HERO werden wir ein paar neue Songs spielen, das wird gegen Ende März oder Ende April sein.

Kommt ihr mit der Tour auch nach Deutschland?

Nein, das wird leider in den USA sein, das ist schade, sorry!

Die Musik von PERIPHERY ist voller krummer Takte, harmonischen Veränderungen und ist sehr komplex. Haben die Bandmitglieder eine musikalische Ausbildung absolviert?

Nein, keiner war auf einer Schule dafür. Unser Basser, der die Band Anfang des Jahres verlassen hat, Tom Murphy, war der Einzige, der auf eine Schule für Jazz-Bass ging. Darin war er sehr ausgebildet, der Rest von uns hat hart an sich selbst gearbeitet. Wir kennen uns hier und da etwas mit Musiktheorie aus, aber jeder, der derartige Musik spielt, sollte Verständnis von Taktarten und Metren haben.

Was denkst du darüber, dass PERIPHERY mit verantwortlich sind, das Djent-Genre gegründet zu haben?

[Lacht] Ich weiß nicht, was ich von diesem Djent-Genre halten soll. Es kam irgendwie aus dem Nirgendwo. Wir haben immer gesagt, dass wir eine Progressive-Metal-Band sind, dann kamen aber Behauptungen auf, dass wir eine Djent-Band seien und andere Bands haben sich auf uns als Djent-Band bezogen. Ich werde mich nicht dafür einsetzen, dass man aufhört uns als Djent-Band zu bezeichnen, aber ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Ich werde mich weder negativ, noch positiv dazu äußern [lacht].

Was war deine persönliche Motivation Musik zu machen?

Ich fing mit elf Jahren an Gitarre zu spielen und hörte viel Hardcore und Punk-Bands und eines Tages wollte ich anfangen zu singen, da war ich so 18, 19 Jahre alt. Jetzt bin ich 24, es war also eine lange Reise und letztendlich fangen die Dinge an, sich gut zu entwickeln.

Und was machst du, wenn du nicht in PERIPHERY singst?


Ich mache es nicht mehr, aber ich habe für eine lange Zeit Autos gewaschen, so vier bis fünf Jahre. Und sogar im ersten Jahr als ich bereits bei PERIPHERY war, habe ich es noch getan. Wir verdienen ganz gut momentan, aber ich habe nun die Möglichkeit als Gesangsproduzent zu Hause zu arbeiten, damit verdiene ich dort meinen Unterhalt.

Vielen Dank und eine gute Show!

Dank dir!

Redakteur:
Jakob Ehmke

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