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PILEDRIVER: Interview mit Gord Kirchin

25.10.2007 | 18:49

PILEDRIVER: "Unterstützt eure Lieblingsbands, indem ihr auf Livekonzerte geht und kauft die Musik dieser Bands über saubere Kanäle!".


Totgesagte leben länger, sagt man. Dies trifft auch auf Gord Kirchin, dem legendären PILEDRIVER zu, der in den Achtzigern mit "Metal Inquisition" (1984) und mit Abstrichen "Stay Ugly" (1986) zwei (viel)geschätzte Underground-Perlen veröffentlichte. Vor über zweieinhalb Jahren ist Gord wieder auf der Bildfläche aufgetaucht. Und er hat auch schon etliche Konzerte in Europa mit seiner Band gespielt, die nun unter dem Namen (THE EXALTED) PILEDRIVER firmiert (der Einfachheit halber wird im Interview von PILEDRIVER die Rede sein). Obwohl schon seit nunmehr fast zwei Jahren neue Demos auf der offiziellen Website erhältlich sind, ist noch kein neues Album in Sicht. Für mich war dies ein guter Grund, dieses ominöse Metal-Urgestein per E-Mail zu kontaktieren, um mehr zu erfahren über die Zukunft der Band. Metal-Urvieh Gord Kirchin schrieb sich auf meine Fragen hin die Finger wund. Herausgekommen ist dabei ein Interview, welches das in der heutigen Musikwelt regelrecht inflationär gebrauchte Wort "Kult" tatsächlich verdient. Viele Stunden hat es gedauert, den abgefahrenen O-Ton von "Piley" treffend zu übersetzen und seinen kanadischen Slang möglichst originalgetreu ins Deutsche zu transportieren. Nun lest selbst, was "Piley" so alles zu erzählen hat!


Martin:
Hi Gord! Du hast PILEDRIVER unter dem neuen Namen THE EXALTED PILEDRIVER vor zweieinhalb Jahren wieder Leben eingehaucht.

Gord:
Ja. Im August 2004 hatte PILEDRIVER sein zwanzigjähriges Jubiläum und ich dachte, dass man vielleicht etwas machen könnte, um die alten Fans daran zu erinnern. Und ich wollte auch selbst die Band wieder aufleben lassen, weil ich dachte, dass es eine Schande ist, dass PILEDRIVER niemals als funktionierende Band livehaftig in die Öffentlichkeit kamen. Leider hat das zeitlich nicht ganz so geklappt. Aber egal, wir befinden uns auf der Zielgerade zum 25-jährigen Jubiläum, wenn wir bis dahin nicht tot sind.

Martin:
Wer oder was war denn die treibende Kraft, um PILEDRIVER zu reanimieren? Warum hat das so lange gedauert? Ich meine: Euer letztes Album wurde ja schon 1986 veröffentlicht.

Gord:
Der Grund war der, dass es keine Band gab. Denn PILEDRIVER bestanden nur aus mir. Das musst du doch wissen, dass die beiden PILEDRIVER-Alben nur Studioprojekte waren, die von einer geldgeilen, strunzdummen Plattenfirma vorangetrieben wurden, oder? Wir als Musiker waren als junge, lernbegierige Hinterwäldler nichts anderes als ein Spielball dieses Typen. In den 1980ern, eine paar Jahre nach der Veröffentlichung der Alben, versuchte ich, selbst eine Band zusammen zu bekommen, ohne die Unterstürzung eine Labels. Aber ich hatte kein Glück damit, ein Line-up zu haben, das lange genug stabil war, so dass wir einen Gig hätten spielen können. Ich machte schließlich mit der Band DOGS WITH JOBS weiter und versuchte später ein "Soloprojekt" namens SOFA-Q zu machen. Aber das nahm nicht wirklich Gestalt an.

Ich bin dann künstlerisch komplett von der Bildfläche verschwunden und habe im Bereich der Produktion und des Engineerings gearbeitet. Als ich dann 1995 das Internet für mich entdeckte, sah ich zum ersten Mal, das mich Plattenfirmen all die Jahre nur belogen hatten und dass die PILEDRIVER-Alben KEINE Fehlschläge waren, sie waren sogar Underground-Klassiker! Und da reifte bei mir erstmals der Gedanke, PILEDRIVER wieder zum Leben zu erwecken. Diese Gelegenheit ergab sich dann, als Ray Wallace, der Ex-Manager von SACRIFICE, Interesse bekundete, mir beim Neubeginn von PILEDRIVER behilflich zu sein. Also habe ich meinen Arsch hochgekriegt und Dampf gemacht, um eine großartige Metalband zu gründen. Um das musikalische Erbe dieser beiden großartigen Alben für die Zukunft würdig fortzuführen. Was Ray anbetrifft, so hat die Zusammenarbeit mit ihm leider nicht funktioniert und ich arbeite seitdem nicht mehr mit ihm zusammen.

Martin:
Hast du denn viel an Fanpost über die Jahre hinweg erhalten, seitdem PILEDRIVER auseinanderbrachen?

Gord:
Also noch mal: Es gab keine Band im eigentlichen Sinne. Also auch keinen Split. Man könnte die Situation eher damit beschreiben, dass ich wieder aus dem Schleier des Mysteriösen herausgetreten bin. Um schließlich den Fans PILEDRIVER zu geben, egal was die frühere Plattenfirma oder die Liedschreiber dazu sagen. Was, die wollen mich davon abhalten, für sie Geld zu verdienen. Ich denke, dass sie das nicht tun werden. Ich mache das für jeden verrückten PILEDRIVER-Freak, den es da draußen gibt. Und für alle, die sich immer wünschen, diese verrückte Metal-Kreatur live zu sehen.

Dank des Internets bin ich schließlich ständig in Kontakt mit den Fans und das ist echt aufregend. Das zeigt wirklich, wie sehr ich eine Art Fossil bin, das seine Beine in unterschiedlichen Welten hat. Eines steht in der Vergangenheit, mit seiner Briefpost und dem traurigen Mysterium über den Lieblingskünstler, auf dessen Schreibmaschinen-erstellter Biographie nebst einem kleinen Foto man Monate lang gewartet hat. Und ein Bein steht fest in der Gegenwart mit ihrer digitalen Direktheit und ihrer ständigen Erreichbarkeit und dem sofortigen Vergnügen, jedes nur erdenkliche Bild, jeden Song und jeden Videoschnipsel, den der Künstler publiziert hat (oder vielleicht auch noch nicht veröffentlicht hat) bekommen zu können. Man kann das alles auf der eigenen Festplatte abspeichern, ohne im Prinzip überhaupt den Raum verlassen zu müssen und auch nur irgend etwas außer den Kosten für den Internetzugang bezahlen zu müssen.

Ja, die Fanpost war und ist überwältigend und das treibt mich an. Von daher bin ich voll überzeugt, PILEDRIVER wieder zu voller Stärke zu führen.

Martin:
Gord, du hast ja mit den neuen Bandmitgliedern 2005 ein Demo namens "Metal Manifesto" eingespielt, das über die offizielle PILEDRIVER-Website erhältlich ist. Warum habt ihr denn noch immer kein Comebackalbum veröffentlicht?

Gord:
Das liegt hauptsächlich daran, dass ich bis vor etwa einem Jahr einfach keine so starke Bandbesetzung hatte, wie ich es erwartete. Aber schließlich habe ich doch die richtigen Leute gefunden. Und: Verdammter Mist, wenn diese drei nicht die coolsten und lustigsten Leute sind, von denen ich für den Rest meines Lebens umgeben sein will. Wenn es mit diesem Line-up nun nicht funktionieren sollte, dann war es das! Dann steige ich aus! Ich würde es niemals mehr versuchen, PILEDRIVER weiterzuführen. Weil es einfach viel zu Nerven strapazierend und sehr schwierig war, eine Band mit Mitgliedern zusammenzustellen, die wissen wie "Pile" [also der Meister selbst - Anm. d. Verf.] tickt und welche Rolle die Bandmitglieder in meiner Welt spielen. Und die Welt von "Pile" kann nicht mit dem verglichen werden, was die Bandmitglieder vorher gemacht haben.

Wenn bei einem von denen der Antrieb versagt, dann wird die Maschine zusammenbrechen. Kinky, Lobo und Glace SIND verdammt noch mal PILEDRIVER. Denn bei vielen der Einträgen in unserer Biographie von sogenannten früheren Bandmitgliedern handelte es sich nur um vorübergehende Platzhalter, während ich auf die Ankunft der wahren PILEDRIVER-Band wartete. Auf Leute, die tatsächlich Attribute wie "mächtig" oder "erhaben" verdienen. Glaub mir! Jetzt, nachdem wir uns mehr als ein Jahr lang bei Tourneen aufeinander einstellen konnten, und wir genug Songmaterial angehäuft haben sowie bildlich gesprochen unsere physischen Grenzen ausgetestet haben. Wir haben unsere gemeinsamen Bindungen geschmiedet und gefestigt und wir gewinnen auf diese Art und Weise neue musikalische Perlen, indem wir Ende Oktober 2007 ins Studio gehen. Die weltweite Proklamation von "Metal Manifesto" ist nahe!

Martin:
ANVIL zum Beispiel sind sehr enttäuscht, was Labels anbetrifft und sie verbreiten ihr neues Album "This Is Thirteen" in Eigenproduktion. ANVIL verkaufen es selbst. Wie wäre es denn, wenn ihr "Metal Manifesto" selbst produzieren würdet und es auf Konzerten oder über einen Mailorder an die Fans brächtet?

Gord:
ANVIL verkaufen sich für meine Begriffe unter Wert. Sie wissen nicht, wie sie sich am Markt richtig positionieren sollen. Sie benehmen sich auch nicht wie die Metal-Legende, die sie angeblich sind. Sie agieren kurzsichtig und daher erreichen sie nicht viel. Ich will kein "do-it-yourself"-Typ sein (aber es ist jetzt nicht so, dass ich das nicht in manchen Situationen bin), weil ich will, dass "Metal Manifesto" ein wertiges Album ist, das gut aufgenommen, gemixt, gemastert und produziert ist. Ein Album, das überall erhältlich ist und vernünftig vertrieben wird. Ich habe nicht viele positive Erfahrungen beim Versenden von Dingen über den normalen Postweg gemacht. Etliche Päckchen sind auf diese Weise schon verloren gegangen. Von der Post wird man tendenziell doch nur beschissen. Also: Wir sind nicht ANVIL. Wir sind nicht RAZOR. Wir sind nicht EXCITER. Und ebensowenig sind wir SWORD oder SACRIFICE. Wir werden verdammt noch mal machen, was wir wollen und wann wir es wollen. Für meine Begriffe ist das Material für "Metal Manifesto" noch nicht vernünftig produziert und aufgenommen. Es wird etwas länger dauern, bis das Album von demjenigen veröffentlicht werden wird, bei dem ich die Scheibe gerne veröffentlicht hätte. So einfach ist das. Ich habe doch nicht geschlagene 23 Jahre darauf gewartet, mir heftigst den Kopf darüber zu zerbrechen, meine lang erwartete Rückkehr auf der Metal-Bildfläche mit einem Album vorzubereiten, um dann unzählige Kompromisse zu schließen. Und auch nicht, um mit einem schwachbrüstig produzierten, stinkbanalen und einem mich selbst kopierenden, langweiligen Album zurückzukehren!

Nein, "Metal Manifesto" muss einfach das Album sein, das definiert, was PILEDRIVER waren und was PILEDRIVER sind. Gleichzeitig muss es einen markerschütternden Pfad für die Zukunft der Band vorgeben. Das richtige Team muss am richtigen Ort sein, um jedem PILEDRIVER-Fan dieses Album zugänglich zu machen. In vernünftiger Art und Weise und in wertiger Form.

Martin:
Wie viele Plattenfirmen hattest du denn bereits kontaktiert, bevor ihr den Plattenvertrag bekommen habt?

Gord:
Wir haben inzwischen einen großartigen Deal mit einem noch bis dato geheimen Label ausgehandelt und die Welt wird im nächsten Jahre durch "Metal Manifesto" verdunkelt werden. Seit 2004 haben wir selbst etwa zehn bis fünfzehn Plattenfirmen kontaktiert. Wir erhielten sowohl positive auch als negative Antworten, was ja auch wiederum toll ist. Ich bin schon immer der Meinung, dass es besser ist, eine deutliche Antwort zu bekommen, egal ob sie gut oder schlecht ist, als in der Mitte des Nirgendwo zu stehen und nicht zu wissen, was man von der Antwort halten soll. Es war schwierig, sich durch die positiven Antworten durchzuarbeiten und die Plattenfirma zu finden, die wirklich zu uns passt und die unsere Erwartungen erfüllen kann. Aber DIESE Plattenfirma und besonders der Besitzer der Plattenfirma ragten haushoch über alle anderen Labels hinaus, was den Ruf des Labels und die Persönlichkeit des Besitzers anbetrifft. Nicht zu vergessen die Ehrlichkeit, die er uns entgegenbrachte. Und so sind wir nun bei diesem Label. Wir freuen uns schon auf die großartigen Dinge, die in den nächsten Jahren auf uns zu kommen werden. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann war das nicht unser Versagen, und es war auch nicht das Versagen des Labelschefs und seiner Firma, sondern es war allein EUER Fehler, hahaha!

Martin:
Ist es denn wirklich so schwierig, eine vernünftige und faire Plattenfirma zu finden?

Gord:
Das WEISST du doch, verdammt! Die Suche nach einer vernünftigen Plattenfirma beziehungsweise einer gesunden Label/Künstler-Konstellation ist nervenaufreibender und kostet mehr Verstand als die Suche nach dem Heiligen Gral oder dem Jungbrunnen. Während ein vernünftiger Plattenvertrag beidem gleich kommt, so ist es oft so, dass der Lohn dieser Mühen oft der ist, dass man von manchen Personen emporgehoben wird. Aber nur ganz knapp außerhalb der Reichweite von Lügern und Scharlatanen, die sich als dein bester Freund und als Partner nach außen geben. Und diese Freunde und Partner haben eine Menge an "Ratschlägen" für dich parat, um dich voll unter Kontrolle zu haben, damit du dich in ihrem Bann befindest. Während sie auf deiner Seele herumtrampeln und dir eine Zukunft auf der Grundlage einer durchtriebenen, gewieften Buchführung und skrupellosen Geschäftspraktiken versprechen und alles nur, damit allein sie im Endeffekt davon profitieren.

Aber um es mal kurz zu formulieren: Nein, es gibt keinen FAIREN Plattenvertrag. Der Musiker ist am Ende immer der Verlierer. Wir sind momentan einfach froh, jemanden gefunden zu haben, der uns einen Plattenvertrag angeboten hat, der gerade in der heutigen Zeit näher als alles andere an dem dran ist, was man als fair bezeichnen kann.

Martin:
Besonders die Demotracks 'Blood Bath' und 'Metal Manifesto' sind wirklich überragend aus meiner Sicht. Sag mal, sind diese alles neue Songs, die in den letzten Jahren entstanden sind oder wurden die schon während der "Stay Ugly"-Ära geschrieben?

Gord:
Ja, vielen Dank. Nein, die sind alle neu. Nun ja, etwas älter als ein oder zwei Jahre. Wart's mal ab, bis du die ganz neuen Titel hörst. Wie zum Beispiel das monumentale Gemetzel, das wir letzte Nacht aufgenommen haben! Oder bis du das überarbeitete, gestählte und fett niederwalzende 'Volatile' gehört hast! "Whooo!! Sweeet-ass killer shit, mein Freund!"

Martin:
Es gibt massig Bootlegs der beiden PILEDRIVER-Alben auf CD. Soweit ich weiß, gibt es keine offizielle CD-Veröffentlichung, in die du mit einbezogen wurdest oder aus der du irgendwelche Erlöse aus Plattenverkäufen bekommst. Ist das so? Und besteht da keine Chance, die Rechte an diesen beiden Alben zurückzuerlangen?

Gord:
Das wird nicht geschehen, solange es keine Möglichkeit gibt, auf Leute einzuwirken, die absolut unvernünftige Arschlöcher sind. Aber ernsthaft: Ich sch***e auf diese Leute, wenn sie nicht so klug sind, um miteinander auszukommen. Die Egos dieser Leute sind viel länger, also das Publikum irgendeiner Band aneinandergereiht ist. Glaub mir.

Von alledem mal ganz abgesehen: Das beste PILEDRIVER-Album wird erst noch veröffentlicht werden, meine Freunde! Ich habe gelernt, mich nicht mehr über die Vergangenheit zu ärgern und mich stattdessen der Zukunft zuzuwenden. Ich habe vielleicht noch nicht einen Penny Geld für diese beiden Alben erhalten, aber diese Leute werden auch keinen Penny aus Erlösen von künftigen PILEDRIVER-Alben erhalten, oder von den DVDs oder den Klingeltönen, den bedruckten Unterhöschen und den Lunchboxen ... was auch immer. Die Vergangenheit interessiert mich nicht mehr. Es geht einfach darum, dass ich etwas zu beißen habe und dass ich dann in der Metalwelt wieder ordentlich mitmische, so wie ich es hätte schon lange tun sollen. Ich habe mein Team jetzt am Start. Das Vorspiel endet jetzt und ich bin der Typ, der das durchzieht. Let's rock!

Martin:
Du hast ein ziemlich abgefahrenes Bühnenoutfit. Worher kam denn die Inspiration, dass du es dir zugelegt hast?

Gord:
Na ja, es war einfach und recht roh, aber es transportierte alles, was es braucht, um etwas über die Musik der Band zu erfahren und über den Typ, der hinter dem Mikro steht. Das Outfit hatte etwas von der Figur, die der Musiker Fee Waybill der Band THE TUBE darstellte. Die nannte sich "Quay Lude" [ziemlich abgefahrener Kram aus den 1970ern - Anm. d. Verf.]. Etwas von der Kaputtheit eines ALICE COOPER mit ein wenig mehr SM-Einschlag und etwas Rock'n'Roll-Piraterei, gepaart mit einem lüsternen, stampfenden Rhythmus und einem ordentlichen Metal-Inferno.

Alice Cooper war damals weg von der Bildfläche und ziemlich abgesoffen. Die Welt brauchte einfach wieder ein verrücktes Metalmonster. Und Marilyn Manson war damals noch in der Grundschule, folglich übernahm ich das, der Piledriver.

Martin:
Denkst du eigentlich öfter darüber nach, die Maske wegzupacken und im Keller zu verstauen? Ich meine: Unter dem Ding muss es doch saumäßig heiß sein...

Gord:
Waaasss? Und dann soll ich wie ein hässlicher Schnarchzapfen auf der Bühne aussehen? Nee, lieber mache ich etwas auf der Bühne, das zumindest ungewöhnlich, wenn nicht interessant aussieht, als dass ich wie jemand aussehe, der Paletten von Krautköpfen auf einen Laster packt. Ich versuche wenigstens, wie ein Rock-Monster auszusehen. Die Bühne ist für das Spektakel gedacht. Und so sollte sie auch gesehen werden. Trag deine schlechtesten Klamotten am Arbeitsplatz und lebe die Kunst und das Spektakuläre in der Musik mit... oh, wie hast es noch gleich genannt? ...mit deinem "Bühnenoutfit". Übrigens, willst du mal eine Herausforderung als Musiker? Versuch mal ein knapp fünfzehn Kilo schweres Sauna-Outfit zu tragen, das dich blind und taub werden lässt. Da möchte ich mal jemanden sehen, der mit diesem Outfit nicht versagt, während er zig Noten herunterspielt und dann noch Timing-sicher den nächsten Rythmuswechsel durch diese verschwitzte, heiße und miefende Gummi-Hölle nicht verpasst.

Also jetzt mal im Ernst: Meine Bandmitglieder sind die besten Musiker, die ich in 23 Jahren hätte ausfindig machen können. Das sind die Jungs, mit denen ich in der Welt aufmarschieren werde, weil sie es einfach verdienen, dabei zu sein. Die drei sind echt der Hammer. MIT den Masken! Du solltest uns mal in unserem Proberaum hören, wenn wir ohne Masken spielen: "...heh heh...hoooowheeeeee!!!!" Da fallen dir die Augen raus!

Martin:
Übrigens, wie lautet denn dein bürgerlicher Name? Heißt du wirklich Gord?

Gord:
Ja klar! Und du heißt doch "Allxtplazlor", oder? Und ich dachte, mein Name wäre seltsam!

Martin:
Dann mal danke für dieses Interview. Du kannst noch gerne eine Message an unsere Leser richten. Und natürlich an alle PILEDRIVER-Fans und Metalfans generell.

Gord:
Leute, unterstützt eure Lieblingsbands, indem ihr auf Livekonzerte geht und kauft die Musik dieser Bands über saubere Kanäle. Die Kosten, um eine Tour zu organisieren, die Promotionarbeit, die Studiokosten ... gestohlene Musik trägt nicht dazu bei auch nur irgend etwas davon bezahlen zu können. Haltet den Metal am Leben, indem ihr ihn unterstützt! Metal ist ehrliche Musik. Auch in den Herzen der Fans. Von daher ist es richtig, dass sie die Szene unterstützen, die sie so sehr lieben. Auch ein Hund stirbt, wenn ihr ihn nicht füttert, Freunde, egal wie sehr ihr ihn auch liebt. Haltet den Metal am leben, indem ihr gewährleistet, dass die Künstler auch durch den Kauf von CDs und ähnlichem eine Gegenleistung erhalten. Wenn ihr halt gerne das "Torrent"-Zeugs mögt, dann gebt die Mücken dem Künstler, der diese Musik erschaffen hat, indem ihr die richtige CD oder DVD kauft.

Wenn ihr leckere Apfelkuchen backen würdet und ihr müsstet davon leben, dann würde ich die euch nicht stehlen! Ich würde selbstverständlich für den Genuss bezahlen, dieses Stück kulinarischer Kunst verspeisen zu dürfen! Ich werde es nie verstehen, wie sich die Idee "kostenloser" Musik so tiefgehend in der Jugendkultur profilieren und verfestigen konnte. Diese Art von altruistischem Denken unterhöhlt sogar schon ganze Wirtschaftszweige. Ganze Gebäude stürzen ein wegen ihres schlechten Unterbaus. Wenn ihr dem Feuer den Sauerstoff entzieht, dann stirbt es. Ganz einfach.

So, genug von meinem Gejammere, das dem einer Unternehmerhure gleicht! Geht mal auf folgende Seiten: www.myspace.com/theexaltedpiledriver und www.sofa-q.com und dort bekommt ihr KOSTENLOSE PILEDRIVER-Demos in voller Länge und andere Songs. Unser neues Album "Metal Manifesto" wird im nächsten Jahr erhältlich sein und ich hoffe, dass ihr eines oder zwei Exemplare davon kauft. "Pile" und seine scheußlichen Halbtoten werden 2008 in den USA musikalisch zuschlagen und 2009 nach Europa zurückkehren. Ausflüge nach Japan, Südamerika und Neuseeland und dazwischen sind auch möglich. Und wir werden natürlich unser unsterbliches Metal-Mantra an Bord haben: "If You're Not A Metal Head ... You Might As Well Be DEAD!".

Redakteur:
Martin Loga

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