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POWERGOD: Interview mit Hama Hart

01.01.1970 | 01:00

Hart aber schmerzlich

`ne richtige Band mit konstanten Proben, einem festen Line-up, oder gar einem Proberaum sind Powergod nicht. Die beiden Köpfe Hama Hart (drums) und Riff Randall (guit, bass) wurschteln eigentlich alles direkt im Studio zusammen. »Evilution Part II«, die zweite Scheibe der Ruhrspottler, steht seit einigen Wochen in den Läden und, und wer von dem Debut der Chaoten angetan war, bekommt mit dem zweiten Album das volle Metal-Brett... und einen neuen Sänger: President Evil. Die musikalische Tätigkeit der Jungs beschränkt sich allerdings nicht nur auf Powergod, nebenbei gibt es noch eine Status Quo-Coverband und Tracy Lord. Mit letzteren arbeitet man gerade an einem Deal. Aber warum Hama und Riff sich gleich in so viele Nischen stecken müssen, erklärt der Drummer am besten selbst: „Diese Cover-Geschichte ist aus unserer Sicht eine Art Tribut an die Musik dieser Zeit und natürlich auch an die Band Status Quo. Insgesamt hat sich herauskristallisiert, daß bei Riff und mir eine Menge musikalisches Potential da ist, wobei aber manche Ideen zu diesem oder jenem Projekt nicht passen. Am Anfang unserer Zusammenarbeit standen eigentlich Tracy Lords, aber es waren auch einige Ideen für reinrassigen Metal da, die teilweise schon seit Jahren sozusagen bei uns in den Schubladen verstaubten. Diese Songs und Einfälle hätten zu Tracy Lords nicht gepaßt und umgekehrt ist das auch oft der Fall. Dennoch gefallen uns die meisten unserer Tracks und so bringen wir sie eben getrennt unter. Außer Musik machen wir nichts anderes, und es macht sich oft ein riesiger musikalischer Output bei uns bemerkbar. Auch, weil wir uns selbst stilistisch nicht limitieren.“ Die Powergod-Songs, die wir auf Platte eins und nun auf dem Nachfolger zu hören bekommen, haben so mitunter teilweise an die zehn Jahre auf dem Buckel. Der Qualität tut´s keinen Abbruch. Es hat zwar etwas gedauert, bis endlich mal ein Deal unter Dach und Fach war, aber für uns Metalköppe kann man glücklicherweise sagen: Lieber spät als nie.

Bevor Hama und Riff sich allerdings über den Weg liefen und seitdem als damisches Duo die Gegend unsicher machen, standen auch diverse andere Bands auf dem Programm. „Die Konstellation einer Band ist enorm wichtig. Der Kontakt kam eigentlich dadurch zustande, daß ich als Drummer bei Tracy Lords war, dann auch die Technik übernommen habe und schlußendlich die Entscheidung von Riff und mir fiel, alles komplett gemeinsam zu machen. Daraus entwickelte sich eben auch der Gedanke, den Metal-Stuff zu verarbeiten.“ Da die beiden, wie bereits erwähnt, nichts anderes machen, als sich der Musik zu widmen, kommen schon manchmal auch Jobs für andere Bands im Technikbereich und dergleichen auf die Powergod-Jungs zu. Man muß ja von irgendwas leben. Doch gerade die Zahlungsmoral für solche Aufträge läßt laut Hama sehr zu wünschen übrig: „Wir haben einen jungen Künstler zum Beispiel sehr unterstützt, auch eine Menge an Kosten gehabt und netterweise hat sich der Typ dann die Aufnahmen geschnappt und sie veröffentlicht ohne auch nur eine Mark zu bezahlen. Trotz Verträge bleibt man bei solchen Aktionen oft auf den Kosten sitzen, denn wo nix ist kann man auch nichts holen.“ Wer mit der Band noch nicht vertraut ist und sich über die Namen wundert: Ja, es sind Pseudonyme. Und von mir erfahrt die richtigen Namen nicht. Diese Ersatznamen haben allerdings nicht den Hintergrund, besonders auffallen zu wollen. Das tun die beiden eh meist, und genügend Selbstverarsche steckt ja auch dahinter. Der eigentliche Grund ist ein recht plausibler: „Man kriegt es ja mit, wie es läuft, wenn irgendwer, der bei Band XY war, eine neue Combo macht. Es werden Erwartungshaltungen aufgebaut, es wird verglichen und insofern wir die einem schon wieder ein bißchen die Luft als Künstler genommen. Die Leute sollten bei uns unvoreingenommen herangehen, und nicht von unseren Votgängerbands auf Powergod schließen. Obwohl es schon lustig ist: Im Heavy oder was? standen unsere richtigen Namen schon mal aber trotzdem wissen sie die wenigsten. Dabei sollte man doch meinen, Journalisten würden sich an allen Ecken und Enden informieren. Über Powergod müssen sie sowieso alles wissen. Und kaufen: T-Shirts, allen Merchandise-Kram.... vielleicht bringen wir auch mal Slips mit Original-Bremsstreifen.“ Nä, danke. In Japan mögen Automaten mit Inhalten dieser Sorte vielleicht sehr gefragt sein. Aber bei uns malt man die Buchstaben nicht in mühevoller Kleinarbeit. Also: Diese Idee bitte lassen. Aber eine andere feine Sache haben Powergod für dieses Jahr noch auf Lager. Was es allerdings genau damit auf sich hat, ist aus den Jungs nicht ganz herauszubekommen. Betriebsgeheimnis.

„Im Metal-Bereich wird schon genug abgekupftert. Da müssen Bands ihre Ideen nicht auch noch preisgeben. Wir werden dieses Jahr auf jeden Fall noch mit einer weiteren Veröffentlichung antanzen. Auch hinsichtlich der Promo ist das ein guter Zeitpunkt, denn die Band bleibt im Gespräch.“ Na, da werden wir uns wohl überraschen lassen müssen. Nett ist aber, wie ehrlich und aufgeschlossen sich Hama bezüglich seiner eigenen Person zeigt: „Ich bin ein 13-jähriger, gefangen im Körper eines 34-jährigen. Riff und ich reißen uns eh schon die ganze Zeit zusammen, weil sonst keiner mehr mit uns spielen will.“ Mitstreiter brauchen die beiden allerdings, denn nachdem bei der ersten Scheibe nicht alles perfekt ablief, wird sich demnächst herausstellen, mit wem und wann Powergod auf Tour gehen werden. Spielen werden sie auf jeden Fall - wenn nicht die andere Musikusse vorher das Handtuch werfen. Ein Date steht allerdings schon fest: 10.9. in Plauen. Dort gibt´s ein Festival,.... soweit und bekannt ist auch mit Running Wild und U.D.O.!

Eva-Maria Übelhack

Redakteur:
Gastautor

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