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POWERMETAL.de - The Essentials: Platz 1

07.09.2018 | 09:03

Da ist nun endlich! Die goldene Medaille geht an das wohl beste Konzeptalbum der  Metalgeschichte. "Operation: Mindcrime" von QUEENSRYCHE führt unsere Top 100 an und geht als glasklarer Sieger über die Ziellinie.

Wenn es um Konzeptalben geht, führt kein Weg an "Operation: Mindcrime" vorbei. Eine emotionale Achterbahnfahrt, und trotzdem gibt es auch noch gradlinige Rocker, die jeder Verkopfung vorbeugen, sodass die Scheibe zwischen großem Bombast, heftigen Ausbrüchen und Rocksongs für die Hüfte und den Kopf hin und her pendelt. Obendrein ist es eine wenn auch nicht einzigartige, so doch zumindest originelle Geschichte, etwas, das auch nicht alle Konzeptalben von sich behaupten können.
[Frank Jäger]

Für Fans von Konzeptalben ist diese Platte natürlich ein absoluter Pflichtkauf, auch wenn sie nicht ganz an das unsterbliche "The Wall" von PINK FLOYD heranreicht. Viel fehlt aber nicht, denn die Truppe aus Seattle zaubert hier eine Perle nach der anderen aus dem Ärmel und schafft es, die ausgefuchste Story mit unwiederstehlich starkem Songwriting zu kombinieren. Bei all den Hits ist es dann auch kein Wunder, dass der Silberling auch nach bald 30 Jahren nichts von seiner magischen Wirkung verloren hat
[Tobias Dahs]


An einer anderen Stelle erwähnte ich bereits, dass ich "Operation: Mindcrime" für eines der besten Konzeptalben halte. Hiervon rücke ich auch nicht ab. Was QUEENSRYCHE hier exakt drei Wochen vor meinem Geburtstag veröffentlicht hat, ist nach wie vor das Maß vieler Dinge – ein Album, das nicht nur eine hochinteressante, packende Geschichte erzählt, das nicht nur aufgrund des glasklaren Sounds einfach zeitlos ist, das nicht nur Kollege Kubaschk, Jäger und Co. in völlige Ekstase versetzt. Die Seattle-Helden, die sich mit – aber nicht nur – diesem Album unsterblich machten, entführen uns eine Stunde lang in eine andere Welt. Eine Welt mit musikalischem Hochgenuss. Eine Welt, die an Genialität fast schon nicht mehr zu übertreffen ist. Eine Welt, die beginnend mit 'I Remember Now' und endend mit 'Eyes Of A Stranger' alles zu bieten hat, was man sich in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hat. Wurde Musik auf "Operation: Mindcrime" neu erfunden? Hat QUEENSRYCHE hierdurch ein zumindest zu diesem Zeitpunkt unerreichbares Level erreicht? Ist dieses Magnus Opus in puncto Klasse, Spannung und Vielfalt bis heute unübertroffen? Fest steht jedoch, dass keine Bestenliste ohne "Operation: Mindcrime" auskommt – und sich QUEENSRYCHE hiermit endgültig unsterblich gemacht hat.
[Marcel Rapp]

Keine Ahnung, wie oft ich dieses Album in all den Jahren schon gehört habe, dieses Monument der Perfektion, das ich allerdings zu Zeiten der Veröffentlichung total verkannte. Es dauerte Monate, bis ich mit dem Material warm wurde. Ich kann nicht mal den Grund dafür nennen, denn die Platte ist trotz der technischen Perfektion überaus eingängig und liefert über die komplette Laufzeit nur Gänsehautmelodien, gepaart mit einer gigantischen Instrumentalarbeit und noch gigantischerer Gesangsleistung des damals jungen Geoff Tate. Nun denn, als junger, noch schulpflichtiger Mensch hat man ja eine Menge Zeit, es gab damals auch nicht 178686 Veröffentlichungen pro Tag, und so lief die Platte immer und immer wieder. Und dann hörte ich die Stimme Gottes, die mir dieses Wahnsinnswerk lautstark in die Ohren hämmerte und mir folgendes Gebot mit auf den Weg gab: "Es gab, gibt und wird NIEMALS ein besseres Konzeptalbum im Heavy Metal geben!". Das sah ein gewisser Blackie Lawless damals wohl etwas anders und erschuf ein paar Jahre später mit "The Crimson Idol" eine weitere Gottheit. Von wegen "du sollst keine weiteren Götter anbeten". Aber zumindest bis zu dieser Zeit stand "Operation: Mindcrime" alleine auf weiter Flur und hat auch heute noch nicht viele ebenbürtige Gegner.

Aber was genau macht diese Scheibe aus? Eigentlich kann man es nicht erklären, man muss es selber erfahren. Ich selber hatte beispielsweise vor einigen Monaten die Situation, dass ich frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit Richtung Sonnenaufgang fuhr. Dazu dann die berühmten Worte des Intros, der Protagonist erzählt darüber, wie er sich an alles erinnert, als dann das zweite Intro ("Operation: Mindcrime" ist übrigens die einzige Platte, die von zwei Intros eröffnet werden darf!) 'Anarchy-X' erschallt, dieses gottverdammte Stück Ton, das einen einfach nur durchdrehen lässt. Ich glaube, ich habe nie zuvor das Autoradio lauter gedreht als an diesem Morgen, niemals lauter all diese Götterhymnen mitgegröhlt, mich niemals mehr von Musik wegtragen lassen.

Aber nochmal, was macht diese Scheibe aus? Und immer noch habe ich keine richtige Antwort auf diese Frage. Ist es etwa der Opener 'Revolution Calling', der gleich klar macht, was einen die nächste Zeit erwartet? Mit einem Refrain, der sich so hartnäckig im Ohr festsetzt, dass man sich das Ohr abschneiden müsste, um in wieder loszuwerden. Oder etwa der vom berühmten Telefonklingeln eingeleitete Titelsong aller Titelsongs? Vielleicht aber auch das melancholische 'The Mission', das mit Melodien inflationär nur so um sich wirft? Oder der noch melancholischere, von einem Chor eingeleitete Zehnminüter 'Suite Sister Mary', bei dem sich Geoff Tates Stimme fast überschlägt und dem Hörer eine Gänsehaut bis unter die Zimmerdecke beschert? Beim folgenden 'The Needle Lies' zerreißt es mich dann immer endgültig. Diese Brachialität, gepaart mit diesen Gottmelodien, dieses eine Gitarrenlick, das mich immer den Kopf auf den Tisch hauen lässt, bevor es dann nach einem kurzen Break wieder ins Hauptmotiv übergeht...

Wer jetzt aber dachte, das sei schon alles, der irrt gewaltig. Denn "Operation: Mindcrime" besitzt nicht nur einen der besten Opener aller Zeiten, den besten Titeltrack und die besten Songs in der Mitte. Nein, sie besitzt verflucht nochmal mit  'Breaking The Silence' (diese Melodie!), 'I Don´t Believe In Love' (diese Melodie zum zweiten!) und dem absolut perfekten, ALLES überstrahlenden Abschluss 'Eyes Of A Stranger' (ja, genau, MELODIEN!) das beste Rausschmeißer-Triple aller Zeiten! Ich könnte gerade wieder vor Freude heulend vor der Anlage knien und eine Doktorarbeit über dieses Götterwerk schreiben, würde es aber nicht auf die Reihe bekommen auch nur eine Sekunde so etwas wie Objektivität zu zeigen. Hier müsste eigentlich ein neues Bewertungssystem erfunden werden, um die Klasse dieser Bibel des Heavy Metal auch nur annähernd zu würdigen.
[Michael Meyer]

Kaum ein Metal-Album steckt so voller Spannung und Emotionen, kaum irgend etwas reicht an die Intensität und die Schönheit dieser Platte heran. Ohne Zweifel absolute Weltklasse, eine Sternstunde der Musik. Habe die Platte erst zwei Jahre nach ihrem Erscheinen gekauft, weil ich 1988 eher auf dem Speed/Thrash-Trip war. Zudem hatte das Album den Metal Hammer Soundcheck gewonnen und den gewannen damals meistens irgendwelche lackierten Poser. Heute gilt (frei nach Loriot): Ein Leben ohne "Operation: Mindcrime" ist möglich, aber sinnlos!
[Martin Van Der Laan]



Es war Sommer 1988, als ich im Fernsehen bei "Mosh" den Clip zu 'Eyes Of A Stranger' sah und in diesem Moment war ich verloren. Es war so sonnenklar wie der Himmel draußen, dass diese LP sich schnellstmöglich auf meinem immer noch ziemlich neuen (Weihnachten 1987) Plattenspieler drehen müsste. Es war die fünfte LP, die ich mir selbst kaufte. Es ist bis heute mein absolutes Lieblingsalbum. Mein Gefühlswelt steht immer noch auf dem Kopf, wenn mich 'I Remember Now' und 'Anarchy-X' in das Konzeptwerk hineinziehen. Ich habe es in meiner Rezension zum Album vor fast 17(!) Jahren bereits im Detail beschrieben und auch jetzt fühlt es sich keine Sekunde lang anders an. Obwohl ich viele neue Lieben gefunden habe, von denen manche mittlerweile sogar genauso stark sein dürften, hat "Operation: Mindcrime" auf ewig einen Sonderstatus bei mir inne. Es ist die Eine.
[Peter Kubaschk]

Ich hatte gerade meinen Zivildienst begonnen und durfte auf einen Lehrgang, der mich zwei Wochen lang jeden Tag mit meinem Opel Kadett C Coupe in die Lüneburger Heide fahren ließ. Im Auto lief eine Kassette, auf der die beiden großen Neuheiten der voran gegangenen Wochen waren: FLOTSAM & JETSAMs "No Place For Disgrace" und der dritte Longplayer von QUEENSRYCHE namens "Operation: Mindcrime".  Ohne jetzt die Flotzis schlecht schreiben zu wollen – was ja rein technisch schon gar nicht geht, da die Band und vor allem auch dieses besagte Album ganz großartig ist – war es natürlich dieses atemberaubende Konzeptalbum des Seattle-Fünfers, welches sich einen ganz besonderen Platz in meinem persönlichen Musiversum erspielt hat. Da meine Kollegen bereits alle erdenklichen Fakten nieder geschrieben haben, muss ich hier lediglich auf mein ganz persönliches Highlight hinweisen: 'Suite Sister Mary'. Dieser zehn Minuten lange Ohrgasmus ist das Herzstück der Story und verfügt über einen Aufbau und eine Instrumentierung, die seit dem ersten Durchlauf des Albums völlig in seinen Bann zieht. Pamela Moore als Sister Mary, die man vorher von den sehr guten RADAR-Demos her kannte, ist ein ebenbürtiger Duettpartner für Geoff Tate, die Chöre sorgen für Entenpelle und die Geschichte selbst ist ergreifend. Kurz: Dieser Song kann alles! Alles! Wie eben auch dieses Album!
[Holger Andrae]

Redakteur:
Holger Andrae

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