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POWERMETAL.de - The Essentials: Platz 6

23.08.2018 | 07:28

Wenn man es böse formulieren möchte, folgt nun eine weitere Band aus dem Umfeld von METALLICA. "Rust In Peace" heißt unser favorisiertes Album von MEGADETH.

Es dauerte etliche Jahre, bis mir das titelgebende Wortspiel mit "Rust" statt "Rest" aufging, aber musikalisch schlug speziell dieser MEGADETH-Rundling bei mir sofort ein. Dieses gottgleiche Gitarrenspiel bei 'Hangar 18' und 'Tornado Of Souls' - pronto war es um mich geschehen. Und was ist das überhaupt für ein furioser Einstieg in die Platte mit dem unerbittlichen Grundriff von 'Holy Wars - The Punishment Due'? Saustark!
Auch "Countdown To Extinction", "Peace Sells" und sogar der ruhigeren "Youthanasia" sowie der etwas moderneren "Cryptic Writings" kann ich einiges abgewinnen, aber "Rust In Peace" hat vor allem in punkto Gitarrenspiel/Riffing und Hitdichte klar die Nase vorn. Dies scheinen meine Kollegen ähnlich zu sehen, denn immerhin ist dies der einzige MEGADETH-Dreher in unserer gemeinsamen Redaktions-Bestenliste - und eben jener landet dann sogar direkt in der Top 10.
Ich will ehrlich sein, über Dave Mustaines Gesang muss ich heute manchmal etwas schmunzeln, obwohl er hier nicht so dünn klingt wie beispielsweise auf der "Peace Sells" (und nicht so gepresst wie später auf der "Countdown..."). Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Riffs noch amtlicher knallen als auf den deutlich melodischeren Nachfolgern "Countdown To Extinction" und "Youthanasia" und dass drei der größten MEGADETH-Songs aller Zeiten (eben die genannten) hier zu finden sind. Der Meilenstein schlechthin in der inzwischen sehr umfangreichen Diskographie von Mustaine und seinen zahlreichen Mitstreitern
[Stephan Voigtlander]

 

Wenn man auf Heavy Metal und anspruchsvolle Gitarrenarbeit steht, dann kommt man an 'Holy Wars' nicht vorbei: Ein absoluter Klassiker auf einem atemberaubenden Album. Außerdem sticht  'Hangar 18' auf "Rust In Peace" hervor. Dieser Titel verknüpft sich bei mir unvergessen mit dem Moment, als ich 2005 auf einer Autofahrt mit Josh Kramer (SAINT) die Nummer hörte und Josh staunend den Mund nicht mehr zu bekam.
[Stefan Lang]


Die mit Abstand beste Platte von Megadave und seinen Mitstreitern, auf der technisch perfekter Thrash Metal mit intelligenten Texten geboten wird. Für mich sind es dabei aber nicht einmal die bekannten Über-Hits, die den Reiz der Scheibe ausmachen, sondern viel mehr das famose 'Tornado Of Souls', das mit bissigem Riffing und dem perfekten Gitarren-Solo aus der Feder von Marty Friedman wohl einer der stärksten Songs aller Zeiten ist. Angesichts dieser Leistung werden auch Lars und James sicher damals mal gegrübelt haben, ob es die beste Idee war, Mustaine bei METALLICA vor die Tür zu setzen
[Tobias Dahs]


Ein geiles Album, es ist und bleibt ein geiles Speed-Thrash-Metal-Album. Mit seinem vierten Album steckt Megadave nicht nur die drei Vorgänger locker in die Tasche, sondern erschafft im Jahre 1990 scheinbar im Vorbeigehen ein Album für die Ewigkeit. Sowohl der immense Erfolg als auch die Tatsache, dass 27 Jahre später Hits wie 'Holy Wars', 'Hangar 18', 'Lucretia' oder 'Tornado Of Souls' immernoch ballern wie Sau, zeigt, dass sich MEGADETH hinter niemandem verstecken brauchte. Zugegeben, es gab in der kompletten Diskographie auch die eine oder andere Schwachstelle, doch speziell in den ersten zehn Jahren war alles, was Mustaine und Co. an den Mann brachten, einfach nur geil. Intelligentes, anspruchsvolles Songwriting, ein kultiges Artwork, eine superbe Produktion, die wunderbar Mustaine'sche Frickelarbeit und Geschwindigkeitsausbrüche – was sich auf den ersten drei Alben abzeichnete, fand mit "Rust In Peace" seine Perfektion. Dave, du hast Geschichte geschrieben, darauf kannst du verdammt stolz sein!
[Marcel Rapp]


Nö, mein Lieblings-MEGADEPP-Album ist nicht "Peace Sells...". Um diesen Titel streiten sich seit Jahren heftig "So Far, So Good, So What...?" und "Rust In Peace". Und eigentlich immer ist letztere Scheiblette eine Nasenlänge voraus, weil das Songwriting-Niveau auf "Rust In Peace" durchgehen astronomisch ist. Außerdem waren bei Dave und Konsorten niemals davor und niemals danach große Melodik und schneidende Härte so wunderbar miteinander verwoben. Als das Album im Herbst 1990 erschien, kam es bei mir umgehend in die Heavy Rotation und verblieb dort länger als kaum eine andere Scheibe. Dazu konnte man ja auch so exzellent Luftgitarre üben...
[Martin Van Der Laan]

Gute Musik und Urlaub in den Bergen, das sind mit die schönsten Jugendandenken. Eng mit einer solchen Erinnerung ist MEGADETHs "Rust In Peace" verbunden. Ich saß am wilden Bergbach und hörte 'Tornado Of Souls'. Das war einer der oft beschworenen "magischen Momente" beim Musik-Hören, übersinnliche Erfahrungen, die mache andre eventuell religiös werden lassen. Nun, es war gestern wie heute, außerordentliche Fähigkeiten an der Gitarre haben mich fasziniert und MEGADETH war einfach damals so das schnellste, technischste, beeindruckendste, was ich je gehört habe. Davor gab es METALLICA, SLAYER, ANTHRAX und ein paar andere, doch keine Musik bot mir solch einen Ohrgasmus an schnellen, melodischen, kompliziert klingenden Flitzefinger-Soli. Ich dachte damals, dies wäre allein Marty Friedmann zuzuschreiben, aber Mustaine steuerte ja auch einen großen Anteil bei. Die zweite Hälfte von 'Holy Wars' oder die Schluss-Soli von 'Hangar 18' suchen heute immer noch ihresgleichen. dabei will ich aber auch nicht vergessen, dass die genannten Titel insgesamt hervorragende Thrash-Songs sind. Warum orientiert sich denn keine der jüngeren old-school-Thrash-Huldiger an MEGADETH? Ein Grund könnte sein, dass sie es einfach nicht können. Ich habe mir selber die Zähne daran ausgebissen. Als Hobbygitarrist hatte ich damals Tabulaturen von METALLICA, SLAYER und Konsorten und da kam man mit etwas Üben auch ganz gut mit. Aber MEGADETH? Keine Chance.
Leider ist mit MEGADETH auch eine große Enttäuschung verbunden, und die heisst "Countdown To Extinction". Ich war nach "Rust In Peace" so dermaßen heiß auf neuen Stoff, den mir in dieser Form keine einzige Thrash-Band mehr bieten konnte (weil auch ANNIHILATOR abbaute). Und dann machen die Radiomucke! Aber "Rust In Peace" bleibt erhalten und ist seit nun fast 30 Jahren ein Fels in der Brandung. Ehre wem Ehre gebührt!

[Thomas Becker]

Redakteur:
Holger Andrae

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