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RUNNING WITH LIONS: Interview mit Eike und Krissi

31.01.2018 | 22:19

RUNNING WITH LIONS bringt frischen Wind in die Pop-Punk-Szene und begeistert schon vor dem Release des Debütalbums mit einer knackigen EP, welche die Hamburger Anfang Februar auf den Markt werfen. Wir stellen die junge Band aus der Hansestadt vor.

Die Idee, eine Pop-Punk-Band zu gründen, begleitet Sänger Eike schon eine ganze Weile: "Eigentlich höre ich Pop-Punk schon genauso lange wie ich auch Metal höre", erzählt er. Die praktische Umsetzung des Projekts RUNNING WITH LIONS habe sich da allerdings nicht so einfach gestaltet. Seiner Mitstreiterin Krissi bleibt dabei vor allem der Sommer 2014 in Erinnerung. "Damals habe ich in Wacken gearbeitet", so die Bassistin. "Irgendwann schrieb Eike mir, dass er gerade Zeit gehabt habe und ein Pop-Punk-Album geschrieben hat." Schnell wurden die Ideen ausgetauscht. "Da ich immer wieder versucht habe, eine Band zu starten, was am mangelnden Enthusiasmus meiner Mitstreiter leider gescheitert ist, habe ich sofort zugesagt", sagt sie. Die genaue Rollenverteilung bei RUNNING WITH LIONS war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht klar gewesen. Zwei Jahre später fand die erste konstruktive Planung statt und die beiden spielten gemeinsam die ersten Songs im Wohnzimmer ein. "Die Lieder lagen schon länger in der Schublade, aber seit dieser Zeit arbeiten wir wirklich daran, die Titel so aufzubereiten, dass sie aufnahmefähig sind", schildert Eike. Außerdem galt es schließlich, das Line-up aufzustellen. "Dabei haben wir Leute gesucht, die einfach eine frische Sichtweise mitbringen, gut an den Instrumenten sind und Lust auf Pop-Punk haben", erklärt Eike. "Es war gar nicht so einfach", gibt Krissi zu. "Anfangs waren wir mit Schlagzeug, Bass und Gitarre zu dritt, bis Robb sich meldete." Das Beste, was passieren konnte, wie sie selbst sagt. "Robb kann einfach alles", lobt sie. "Er spielt eine geile Leadgitarre, kann singen und bringt tolle Ideen mit - mittlerweile kann ich mir die Musik ohne die zweite Gitarre gar nicht mehr vorstellen." Das bestätigt auch Eike. "Zu Beginn ging unsere Musik mehr in Richtung des Punk Rocks, den GREEN DAY bekannt gemacht haben." Durch die unterschiedlichen Einflüsse habe sich RUNNING WITH LIONS zu dem entwickelt, was die Hamburger auf die neue EP "Lucid Nightmares" gepackt haben. Deren Titel ist übrigens ein charmantes Wortspiel mit dem Begriff "Lucid Dreams" - zu Deutsch: Klarträumen. "Auf dem Titeltrack geht es um eine gescheiterte Beziehung", erläutert Eike. Der Protagonist macht sich Gedanken darüber, wie er in diese Situation geraten konnte. "Die Assoziation dahinter ist diese, dass die Beziehung selbst eine Art luzider Albtraum war", so der kreative Kopf über die Idee. Eine Idee, welche er mit einer großen Offenheit verfolgte. "Für mich ist das einer der Songs, den ich genauso niederschreiben konnte, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe", stellt er klar. Natürlich gebe es auch leichtere Nummern wie 'Cross My Heart', aber vor allem Songs wie 'HOPE' oder 'Impostor Syndrom' steckten auch emotional voller persönlichem Inhalt.

Die Frage, welche der insgesamt fünf Nummern ihr Lieblingssong ist, bringt Krissi erst einmal zum Nachdenken. "Das ist echt schwierig", antwortet sie. Eike hingegen fällt die Wahl leichter. "Ich mag 'HOPE', weil es einen schönen, epischen Gitarrenpart hat." Dieser sei im Studio entstanden und ursprünglich an dieser Stelle gar nicht vorgesehen gewesen. Auf diesen Song kann sich auch Krissi einlassen. "'HOPE' mag ich auch sehr gerne", bestätigt sie. "Der Text ist sehr rotzig und cooler, anders als die übrigen Songs."
"'HOPE' ist eine Hymne", beschreibt es Eike. "Vielleicht etwas weniger persönlich, aber eine Nummer über Zusammenhalt unter Außenseitern." Apropos Außenseiter: Wie viel Punk-Attitüde muss denn für Pop-Punk in einem selbst stecken? "Man muss schon Lust auf diese Musik haben", meint Eike. "Immerhin ist es eigentlich recht einfache Musik, welche dem Punk Rock recht ähnlich ist: Die Songs sind recht schnell, haben drei bis vier Akkorde..." Zwar sei RUNNING WITH LIONS keine echte Punk-Band, doch die Affinität zu diesem Genre sei vorhanden.  Aber wie schätzen die beiden Musiker denn die Aussichten für ihren hanseatischen Pop-Punk ein. "Pop-Punk war nie wirklich weg", urteilt Eike. Im Gegenteil, wie Krissi hinzufügt. "Ich habe derzeit eher das Gefühl, dass die Musik wiederkommt. Vorzeigebands wie GREEN DAY und BLINK haben in den vergangenen Jahren wieder Alben mit Relevanz veröffentlicht und die richtig gut waren." Außerdem, so verweist Eike, lohne sich der Blick über den deutschen Tellerrand hinaus, wenn man die Szene betrachtet. "In Großbritannien gibt es immer noch einige gute Bands. Aus Australien kommt FIVE SECONDS OF SUMMER, eine gerade total starke Gruppe." Auch im Mutterland des Genres, den Vereinigten Staaten, sei Pop-Punk alles andere als tot. "Die Bands haben dort einen ganz anderen Stempel als hierzulande", so Eike. "Eigentlich ist Deutschland das einzige Land ohne eine vitale Pop-Punk-Szene." Trotz des zeitweiligen Einbruchs von Größen wie SUM41 oder GREEN DAY mit der Stadionrock-Phase, welche die Musiker derzeit wieder zu verlassen scheinen, hat der Pop-Punk in allen anderen Ländern jegliche Tiefen überstanden.

Ob sie es aus diesen Gründen für schwierig erachten, hier eine neue Pop-Punk-Band zu etablieren. "Das ist möglich", so Eike. "Darüber habe ich mir aber nie Gedanken gemacht. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, ob es einen Markt für meine Musik gibt." Die eigene Musik spielen zu können, aufnehmen zu können; es ist nur dieser Wunsch, den die beiden mit RUNNING WITH LIONS verfolgen. Wie die Band beim großen Publikum ankomme, das werde man jedoch im Laufe der Zeit sehen, schließt er das Thema. Am 16. Februar debütiert RUNNING WITH LIONS in der Bar 227 in Hamburg auch live. Aufgeregt sind dabei sowohl Krissi als auch Eike. "Als Kind habe ich einige Akustikgitarren-Auftritte gehabt", erinnert sich Krissi. "Aber das zählt nicht richtig." Eike hat zwar mit JOHNNY DEATHSHADOW im vergangenen Jahr einige große Bühnen bespielen dürfen, doch: "Es ist egal, ob ich in Wacken auf der Bühne spiele oder nur vor drei Leuten - ich bin immer aufgeregt." Für den Abend wünschen sich Krissi und Eike eigentlich nur ein tolles Publikum. "Wenn wir vor zwanzig oder dreißig Leuten spielen, dann sind wir schon zufrieden." Für ein neues Album gebe es zwar schon genügend Titel, doch wann dieses erscheint, steht bisher noch in den Sternen. "Auch eine coole Support-Tour würden wir nicht ablehnen", so Krissi. Ein Wunsch für das kommende Jahr, der sich für RUNNING WITH LIONS hoffentlich erfüllt...

Live-Dates:

16. Februar - Bar 227, Hamburg

Redakteur:
Leoni Dowidat

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